Doppelt erfolgreich

Dr. Georgia Chalvatzaki und Pascal Klink als "KI-Newcomer*innen" ausgezeichnet

2021/04/27

Erneuter Erfolg für die KI-Forschung an der TU Darmstadt: Dr. Georgia Chalvatzaki und Pascal Klink vom Fachgebiet Intelligente Autonome Systeme (IAS) am Fachbereich Informatik gehören zu den zehn KI-Newcomerinnen und-Newcomern des Jahres. Die Auszeichnung wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) verliehen. Bereits 2019 gehörten zwei Forschende der TU zu den damaligen zehn Ausgezeichneten.

Robotern soll mit Hilfe von künstlicher Intelligenz die Fähigkeit zum autonomen Lernen gegeben werden.

Georgia Chalvatzaki und Pascal Klink widmen sich beide den Technik- und Ingeneurwissenschaften, insbesondere der Robotik. „Verfahren des maschinellen Lernen beruhen häufig darauf, sehr große Datenmengen zu verarbeiten. Diese großen Datenmengen sind oft in der Robotik nicht verfügbar. Deshalb interessieren mich vor allem Techniken und Methoden, die es ermöglichen, autonome Roboter weniger datenhungrig und robuster zu gestalten“, erklärt Klink seinen Forschungsschwerpunkt.

Georgia Chalvatzaki beschäftigt sich mit der Mensch-Maschine-Interaktion und ihren Voraussetzungen: „Damit Roboter in unserem persönlichen Umfeld agieren können, ist eine sichere und anpassungsfähige Mensch-Maschine-Interaktion essentiell“, so die gebürtige Griechin.

„Mit der Auszeichnung als KI-Newcomerinnen und -Newcomer würdigen wir zehn junge Talente, die sich zum Ziel gesetzt haben, Künstliche Intelligenz nachhaltig, verantwortungsvoll und zum größtmöglichen Nutzen für die Gesellschaft einzusetzen“, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. KI-Expertise schaffe Arbeitsplätze der Zukunft in Deutschland. Die Künstliche Intelligenz sei dafür eine der entscheidenden Schlüsseltechnologien. „Wir haben tollen aktiven und kreativen Nachwuchs in unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Dieser Innovationsgeist ist die Basis für das Modernisierungsjahrzehnt, das wir vor uns haben.“

Dr. Georgia Chalvatzaki

Dr. Georgia Chalvatzaki

Dr. Georgia Chalvatzaki ist Postdoktorandin am Fachgebiet Intelligente Autonome Systeme und Leiterin der Forschungsgruppe iROSA. Ihr Projekt „Robot Learning for Mobile Manipulation in Assistive Robotics" ist in das renommierte Emmy Noether-Programm aufgenommen worden.

Chalvatzaki erarbeitet neue Methoden an der Schnittstelle von maschinellem Lernen und klassischer Robotik und bringt damit die Forschung für KI-Roboterassistenten einen großen Schritt weiter. Die Planung von Assistenzaufgaben ist extrem rechenintensiv und vor der Einführung von Deep Reinforcement Learning waren Lernmethoden nicht in der Lage, auch hochdimensionale Probleme zu lösen. Mit realen Problemen waren sie deshalb überfordert. Die Forschung in iROSA schlägt neuartige Methoden für kombiniertes Planen und Lernen vor, um mobile Serviceroboter in die Lage zu versetzen, komplexe Aufgaben in hausähnlichen Umgebungen zu lösen, wobei der Mensch in den Interaktionsprozess einbezogen wird.

Chalvatzaki promovierte 2019 im Intelligent Robotics and Automation Lab der Electrical and Computer Engineering School an der National Technical University of Athens, Griechenland, mit ihrer Dissertation „Human-Centered Modeling for Assistive Robotics: Stochastic Estimation and Robot Learning in Decision Making”.

Pascal Klink

Pascal Klink ist seit 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter am IAS und promoviert zum Thema Reinforcement Learning in unstrukturierten Umgebungen.

Sein Ziel ist es, Robotik-Systeme zu entwickeln, die bereits erworbenes Wissen auch in neuen Situationen nutzen können. Beispielsweise müsste ein Roboter einen geänderten Arbeitsablauf dann nicht mehr komplett neu lernen, was wertvolle Zeit kostet. Stattdessen könnte ein System mit zunehmender Erfahrung immer komplexere Aufgaben lösen. In einer zukünftigen Arbeitswelt könnten KI-Systeme so auch von kleineren Unternehmen genutzt werden. Klink konzentriert sich bei der herausfordernden Forschung zur Wissenswiederverwendung und -übertragung in KI-Systemen insbesondere auf die Bereiche Reinforcement Learning, Transfer Learning sowie Bayes'sche Inferenz.

Er hat Informatik an der TU Darmstadt studiert und hier sowohl den Bachelor- als auch den Master abgeschlossen. Ein Auslandssemester führte ihn an die University of British Columbia in Vancouver.

KI-Camp

Um den transdisziplinären Austausch junger KI-Forscherinnen und –Forscher zu stärken, findet seit 2019 jährlich das KI-Camp statt. Ziel der Veranstaltung ist es, den interdisziplinären Austausch sowie die fächerübergreifende Vernetzung zu fördern. Die Teilnehmenden diskutieren dabei drängende Zukunftsfragen aus unterschiedlichen Perspektiven. Sieben Themenfelder stehen im Fokus: Gesellschaft, Nachhaltigkeit, Produktion, Wissenschaft, Gesundheit, Mobilität, Kunst und Medien.

Das KI-Camp findet in diesem Jahr im digitalen Raum statt und bringt junge KI-Talente mit internationalen KI-Expertinnen und -Experten zusammen. Zur Wahl als KI-Newcomerinnen und Newcomer standen 28 herausragende junge KI-Forscherinnen und -forscher, Künstlerinnen und Künstler und Professionals aus fünf verschiedenen Disziplinen. Für die Kandidatinnen und Kandidaten konnte öffentlich abgestimmt werden, danach wurden sie von einer Jury bewertet.

KI-Camp/BMBF/ag/cst