Förderung für hoch innovative Ideen

LOEWE-Exploration: TU mit zwei Projekten erfolgreich

02.12.2021

In der neuen Förderlinie LOEWE-Exploration für unkonventionelle innovative Forschung des hessischen Wissenschaftsministeriums erhalten sieben Forschungsprojekte vom 1. Januar 2022 an für die Laufzeit von bis zu zwei Jahren Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 1,8 Millionen Euro für ihre mutigen Forschungsansätze – darunter auch zwei Projekte der TU Darmstadt zu Hochenergie-Elektronenmikroskopie und Modellierung von Slums zur Ermittlung von Infrastrukturbedarfen.

„Die neue Förderlinie LOEWE-Exploration soll Forschenden die Freiheit geben, mutige, hoch innovative Ideen verfolgen zu können. Denn Wissenschaft muss Wagnisse eingehen und auch mal scheitern dürfen, um Innovation zu erzeugen“, erklärt Hessens Wissenschaftsministerin Angela Dorn. „Dass wir mit diesem Förderformat auf großes Interesse stoßen, zeigt sich auch daran, dass für diese zweite Ausschreibungsrunde 40 Anträge vorlagen. Solche neuen, mutigen Ideen braucht es ebenso wie das beharrliche Verfolgen von Ansätzen, das über die Jahre zu überaus erfolgreichen Forschungszentren führt wie den beiden, die jetzt mit Unterstützung aus LOEWE in die Betriebsphase übergehen.“

Die TU Darmstadt beweist offensichtlich Mut zu Innovationen und überzeugt mit ihrer Forschung.

„Die TU Darmstadt beweist offensichtlich Mut zu Innovationen und überzeugt mit ihrer Forschung“, bewertete TU-Präsidentin Professorin Tanja Brühl das erfolgreiche Abschneiden in der neuen LOEWE-Exploration-Förderlinie. Sie erinnerte daran, dass bereits in der ersten Ausschreibungsrunde des Förderprogramms im Juli 2021 drei Projekte der TU Darmstadt bewilligt wurden.

„Auch die jetzt geförderten Vorhaben unserer jungen Wissenschaftler stehen für intensive Interdisziplinarität, eines der Markenzeichen der TU Darmstadt“, sagte der TU-Vizepräsident Professor Peter Stephan: „Die nanotechnologisch getriebene Grundlagenforschung zwischen Elektrotechnik und Physik könnte die Welt der Forschungsgeräte revolutionieren und neue Anwendungsfelder erschließen. Und das zweite geförderte Projekt zeigt in ausgezeichneter Weise, wie die Ingenieurwissenschaften auch sozialwissenschaftliche Fragestellungen innovativ aufgreifen können, um etwa bittere Armut in Megastädten dieser Welt gezielt zu bekämpfen.“

Die geförderten TU-Projekte:

Mit dem Teilchenbeschleuniger auf dem Mikrochip zur Hochenergie-Elektronenmikroskopie

Dr. Uwe Niedermayer

Antragsteller: Dr. Uwe Niedermayer, Fachbereich Elektro- und Informationstechnik
LOEWE-Förderung: 243.467 Euro

Moderne Nanotechnologie ermöglicht lasergetriebene Elektronenbeschleuniger auf Mikrochips, in denen wenige Elektronen auf kurzer Strecke viel Energie liefern. Dieses Projekt will mit solchen Elektronenstrahlen ein neues Elektronenmikroskop entwickeln, einschließlich der elektrostatischen Linsensysteme. Ein solches Instrument wäre deutlich kleiner und kostengünstiger als vergleichbare aktuelle Mikroskope und damit nicht nur wissenschaftlich revolutionär, sondern auch von enormer wirtschaftlicher Bedeutung etwa in der Pharmaindustrie.

Mehr zum Forschungsprojekt:
Teilchenbeschleuniger im Taschenformat

Einheitliche Detektion und Modellierung von Slums zur Ermittlung von Infrastrukturbedarfen

Dr. John Friesen

Antragsteller: Dr.-Ing. John Friesen, Fachbereich Maschinenbau
LOEWE-Förderung: 198.472 Euro

Weltweit lebt rund eine Milliarde Menschen in Slums, oft ohne städtische Infrastruktur wie Strom oder Wasser. Um das zu ändern, müsste zunächst die Zahl ihrer Einwohner und ihre Entwicklung bekannt sein. Dafür werden Slums in mehreren Städten mithilfe von Satellitendaten zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfasst. Dann wird untersucht, ob ihre Entwicklung mit mathematischen Modellen beschrieben werden kann, wie sie sonst für die Beschreibung physikalischer Prozesse verwendet werden. Solche neuen Modelle könnten genutzt werden, um zu verstehen, wie sich Slums und vor allem die Bedürfnisse der Menschen, die darin wohnen, in Zukunft entwickeln werden.

Mehr zum Forschungsprojekt:
Wenig Wissen über Gesundheit in Slums

Weitere LOEWE-Exploration-Förderungen

Bereits im Juli wurden drei Forschungsprojekte der TU im Rahmen der Förderlinie „LOEWE-Exploration zur Förderung ausgewählt. Professor Felix Hausch forscht zu gezielten Kombi-Wirkstoffen für von Viren befallene Zellen, Professorin Evelyn Gius an prinzipiengestützter Kategorienentwicklung für die Digital Humanities und Professorin Dorota Iwaszczuk entwickelt Machine-Learning-Methoden, um die Zustände der bodennahen Schichten der Waldvegetation exakt zu dokumentieren.

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HMWK/bjb