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Studentischer Wettbewerb für ein Lernzentrum in der Akaflieg Halle

2022/07/26

Eine denkmalgeschützte Maschinenbauhalle am Campus Stadtmitte der TU Darmstadt soll zu einem Lernort der Zukunft werden. Studierende des Fachbereichs Architektur haben hierfür im Rahmen eines Masterentwurfs des Fachgebiets Entwerfen und Raumgestaltung Ideen entwickelt. Nun stehen die Siegerentwürfe fest.

Wie könnte ein zukunftsweisender universitärer Lernort aussehen? Mit dieser Aufgabenstellung befassten sich Studierende des Fachgebiets Entwerfen und Raumgestaltung. Die Leiterin des Fachgebiets, Professorin Johanna Meyer-Grohbrügge, hatte gemeinsam mit dem Präsidium der TU und dem Dezernat V – Baumanagement und Technischer Betrieb einen Wettbewerb unter Architekturstudierenden der TU Darmstadt ausgelobt, um gezielt diejenigen einzubeziehen, die diesen Ort in Zukunft nutzen werden – die Studierenden selbst. 20 haben sich im Rahmen eines Masterentwurfes daran beteiligt.

Die Maschinenbauhalle, in der das zukünftige Lernzentrum entstehen wird, ist Teil eines Ensembles aus den 50er Jahren. Viele Jahre lang wurde sie von der Hochschulgruppe Akaflieg genutzt. Ziel des Wettbewerbs war es, den besten konzeptionellen Ansatz und Entwurf für die neue Nutzung zu finden. Dieser soll auf beispielhafte Weise eine Vision des Lernens von Morgen mit der besonderen Atmosphäre der Maschinenhalle verbinden und das Potenzial der sehr zentralen Lage innerhalb der TU – aber auch der Stadt Darmstadt – nutzen und als Grundlage für die Realisierung dienen.

Die besten Entwürfe wurden im Wilhelm-Köhler Saal am Campus Stadtmitte mit einer öffentlichen Preisverleihung geehrt. Ausgezeichnet wurden:

Zwei erste und ein dritter Preis

Den ersten Preis teilen sich Jascha Lenz für den Entwurf „Inter“ und Sara Ann Stecker für den Entwurf „h-alle1“.

Jascha Lenz' Arbeit überzeugt vor allem mit einer erfolgreichen Strategie im Umgang mit der Maschinenbauhalle. Sie basiert auf gezielten reversiblen Einbauten, die verschiedene Raumkonfigurationen ermöglichen und so je nach Anlass und Zweck unterschiedliche Lernumgebungen erzeugen. Die Eingriffe nehmen die Identität der Halle auf, ohne diese zu überformen. Sie transformieren die Maschinenbauhalle in eine interdisziplinäre Werkstatt für alle.

„Inter“ von Jascha Lenz

Sara Ann Steckers mutiger Ansatz befasst sich ausschließlich mit den Prozessen und Produktionsbedingungen des Projekts. Die Maschinenbauhalle soll ein Ort der Praxis sein, wo Wissen angewendet, geteilt und zelebriert wird. Sie sieht ein Wachsen des Ortes mit der Zeit vor, in der nachhaltige, rückbaubare Entwürfe und Projekte aller Fachbereiche entstehen in Form von Summer Schools, Stegreifen und anderen Lehrformaten. Ein aus Studierenden bestehendes Hallenteam verwaltet den Ort, Projekte und Veranstaltungen.

Mit dem 3. Preis wurde „Lernen mit System“ von Anna Schönpflug ausgezeichnet. Ihr Entwurf besticht durch einem einfachen und im besten Sinne pragmatischen Ansatz:Schönpflug verwendet ihren Entwurf ein bestehendes Schwerlastregalsystem, das schnell und kostengünstig zu beschaffen ist, einfach aufbaubar, abbaubar und veränderbar ist, viele Arbeitsplätze schafft und selbsttragend ist. Er knüpft an die industrielle Vergangenheit und Atmosphäre der Halle an und schafft ein starkes Bild seiner neuen Nutzung.

Drei Anerkennungen

„Ebenen der Begegnung“ von Saskia Riede

Saskia Riedes Lernlandschaft bietet einen räumlich interessanten Beitrag, der direkte Lernumgebungen außerhalb von vorgegebenen Kategorien wie Tisch und Stuhl, offen und geschlossen, Einzel- oder Gruppenarbeit denkt. Ähnlich wie in einer Landschaft wird keine bestimmte Benutzung vorgegeben, sondern unterschiedliche Situationen zur Aneignung angeboten.

„Ebenen der Begegnung“ von Saskia Riede

„Nachbarschaft“ von Ines Kretz

Die Arbeit von Ines Kretz nimmt das Thema der Nachbarschaft, sowohl zwischen den verschiedenen Fachbereichen als auch den einzelnen Studierenden als Ausgangspunkt. Freistehende räumliche Strukturen, die ein dichtes und räumlich komplexes Neben- und Ineinander bilden werden in die Halle eingebracht und schaffen vielseitige Lernsituationen, die zwischen Gemeinschaft und Rückzug vermitteln.

„Nachbarschaft“ von Ines Kretz

(h)alle! von Sonja Azizaj

Sonja Azizaj übersetzt Themen der Selbstermächtigung, des Lernens durch Verlernen, des Protestes und der Aneignung erfolgreich und glaubwürdig in einen Raumansatz, der im wörtlichen wie im übertragenen Sinne Plattformen bietet, die zu Aneignung, Weiter- und Selbstbau einladen.

(h)alle! von Sonja Azizaj

Eine Ausstellung mit allen Entwürfen ist Anfang Oktober im karo 5 geplant.

Fachbereich Architektur/cst