Wissenschaft, Forschung, Hochschulen bringen seit jeher Offenheit im Denken und Gespräch in die Städte. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Diskurse zunehmend polarisiert wahrgenommen werden und Rückzugsbewegungen in weltanschauliche oder ideologische Blasen zunehmen, wird diese Qualität umso bedeutsamer. Wissenschaft, Innovation und gesellschaftliche Entwicklung gedeihen nicht im abgeschlossenen Raum, sondern im offenen Austausch – auch und gerade dort, wo Widerspruch, Perspektivvielfalt und produktive Reibung möglich sind.
Wo sich Diskussionsräume vielerorts verengen und sich gesellschaftliche Gruppen zunehmend voneinander abschotten, kommt wissenschaftlichen, kulturellen, wirtschaftlichen und zivilgesellschaftlichen Institutionen eine besondere Verantwortung zu: Sie können Räume schaffen, in denen Vielfalt an Meinungen und Haltungen nicht als Bedrohung, sondern als Ressource verstanden wird. Die Institutionen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt stehen dafür, solche Räume bewusst zu öffnen – für kontroverse, respektvolle und erkenntnisfördernde Dialoge. Wir verstehen unsere Stadt als Ort, an dem Diversität gelebt und ein offener Dialog zur Förderung demokratischer Resilienz bewusst initiiert und aufrechterhalten wird.
Wir treten für ein gesellschaftliches Umfeld ein, das von Offenheit, Respekt, Vielfalt und demokratischer Kultur geprägt ist. Wir nehmen Kritik ernst und setzen uns aktiv für einen offenen, kritischen Dialog ein. Demokratiefeindlichen, antisemitischen, rassistischen, diskriminierenden und extremistischen Tendenzen treten wir entschlossen entgegen.
Hochschulen, Forschungsinstitute, kulturelle Einrichtungen sowie forschende Unternehmen und Organisationen in unserer Stadt schaffen neues Wissen und überprüfbare Erkenntnisse, legen die Basis für innovative Anwendungen und Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft. Neue Erkenntnisse, Ideen und Lösungen entstehen dort, wo Wissenschaft in Freiheit arbeitet und zugleich Verantwortung übernimmt, offen Fragen stellt und ihre Ergebnisse kritisch überprüft. Wir setzen uns daher nachdrücklich dafür ein, die Freiheit der Wissenschaft und wissenschaftliche Standards zu schützen und der gezielten Diskreditierung von Forschung und Forschenden entgegenzutreten. Wir wollen durch gemeinsames Handeln das Vertrauen in evidenzbasierte Erkenntnisse stärken.
Als Institutionen in der Wissenschaftsstadt Darmstadt wissen wir: Nur in einem Klima des Vertrauens, der Toleranz und des respektvollen Miteinanders können Kreativität, Innovation und wissenschaftliche Exzellenz dauerhaft gedeihen. Gemeinsam tragen wir zu nachhaltiger Innovation und einer lebendigen, demokratischen Stadtgesellschaft bei – als Fundament für die Zukunftsfähigkeit unserer Wissenschaftsstadt.
[Die Inhalte dieses Statements lehnen sich an das 2018 erstmals unterzeichnete und 2025 überarbeitete Memorandum des Runden Tischs Wissenschaftsstadt Darmstadt an.]
Dieses Statement wird getragen von:
cesah GmbH Centrum für Satellitennavigation Hessen
Deutsches Polen-Institut
ENTEGA AG
Evangelische Hochschule Hessen
Evangelische Kirche in Hessen und Nassau
FAIR – Facility for Antiproton and Ion Research Europe
Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD
GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung GmbH
HEAG Holding AG
Hessisches Staatsarchiv Darmstadt
Hochschule Darmstadt
Institut Mathildenhöhe
Institut Wohnen und Umwelt GmbH
Jazzinstitut Darmstadt
Schader-Stiftung
Technische Universität Darmstadt
Telekom Deutschland GmbH
Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt
Wissenschaftsstadt Darmstadt