Ringvorlesung Global Challenges
Diesseits und Jenseits des 'Uncanny Valley'. Über den emotionalen Umgang mit Avataren und anderen artifiziellen Wesen
Der japanische Robotiker Masahiro Mori hat in einem kleinen Essay mit dem Titel Bukimi no tani genshōdas Phänomen des ‚Uncanny Valley‘ eingeführt. Es spielt auf die Akzeptanzlücke zwischen artifiziell und realistisch anmutenden Kunstgestalten wie Avatare und Roboter an: Je näher sie uns selbst scheinen, desto erschrockener weisen wir sie zurück. Das Phänomen ist ebenso rein hypothetischer Natur wie es in zahlreichen psychologischen Studien kontrovers untersucht worden ist – dabei zielte Moris Ansatz vor allem auf eine ethische Diskussion des verbreiteten hypermimetischen Illusionismus: Wie sollen künstliche Wesen stattdessen designt werden, wenn sie durch uns emotional angenommen werden sollen? Der Vortrag bezieht dabei eine Vielzahl von Modellen ein: Von Industrierobotern über Boston Dynamics bis zu Sexrobotern, Science-Fiction Humanoiden und Computerspiel-Avataren, um ihre Schwachstellen und Grenzen aufzuzeigen.
Wann?
17. Juni 2026, 18:05-19:45
Wo?
Gebäude S1|03 Raum 223, Hochschulstraße 1, 64289 Darmstadt
Veranstalter
Prof. Dr. em. Dieter Mersch, ith Zürich
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