AESG bald auch in Kanada?

16.10.2019

Das bei Studierenden von US-amerikanischen Partneruniversitäten beliebte Programm Automotive Engineering Summer Germany (AESG) der Fahrzeugtechnik in Darmstadt könnte in Zukunft auch Studierenden der University of British Columbia (UBC), Vancouver, Kanada offenstehen. Im Gegenzug würden dort weitere Austauschplätze für TU Angehörige entstehen.

Deutschland ist als Geburtsstätte des Automobils weltbekannt. Fahrzeugtechnik als Fachgebiet des Maschinenbaus kann in Nordamerika nicht studiert werden. So ist es nicht erstaunlich, dass das Automotive Engineering Summer Germany (AESG) Programm der Fahrzeugtechnik in Darmstadt regelmäßig amerikanische Studierende nach Deutschland lockt. Das Programm existiert seit 2010 und wird aktuell den drei amerikanischen Partnern Virginia Tech (VT), University at Buffalo, NY (UB), und der University of Illinois at Urbana-Champaign (UIUC) angeboten. Wäre das Programm für Studierende in aller Welt geöffnet, würden die angebotenen Plätze keineswegs ausreichen. Das zumindest lässt die Nachfrage von Studierenden aus Asien, Europa und Nord- wie Südamerika vermuten, an deren Institutionen das Programm gar nicht beworben wird.

AESG richtet sich nach dem nordamerikanischen Semesterkalender und findet daher von Mai bis August, also im nordamerikanischen Sommersemester, statt.

In einer Orientation Week werden die ankommenden Studierenden zunächst vom Referat Internationale Beziehungen & Mobilität empfangen, begrüßt und mit dem Studien- und Forschungsstandort Darmstadt vertraut gemacht. Eine Unterkunft wird den Studierenden bereits vor Ankunft organisiert, damit die Teilnehmenden beruhigt in ihr zumeist erstes internationales Abenteuer starten können. Anschließend gibt es neben einer Stadt- und Campusführungen auch Unterstützung bei der Beschaffung von SIM-Karten und Einkaufstipps. Weiterhin haben die internationalen Studierenden die Möglichkeit, auf zwei Exkursionen Heidelberg und München kennenzulernen, um über den Darmstädter Tellerrand hinaus deutsche Geschichte zu atmen und (vermeintlich) deutsche Speisen zu kosten.

In den anschließenden zehn Wochen werden die amerikanischen Studierenden zusammen mit deutschen Studierenden in drei Kursen der Fahrzeugtechnik unterrichtet: einer Vorlesung (Trends in Automotive Engineering), einem Gruppenprojekt (Advanced Design Project) und einem Tutorium (Automotive Engineering Lab). Die internationalen Studierenden haben auf diese Weise die Möglichkeit, sehr tief in das deutsche Universitätssystem einzusteigen. Sie lernen neben komplementären Inhalten des Maschinenbaus auch die unterschiedlichen Kursformen des deutschen Studiensystems kennen. Schließlich arbeiten und forschen sie mit deutschen Studierenden zusammen, was dem Programm einen nicht zu unterschätzenden interkulturellen Aspekt verleiht, der nachhaltig wirkt.

Da das Programm Teil des Student Exchange Agreements mit den jeweiligen nordamerikanischen Partnern ist, haben Studierende des Maschinenbaus der TU Darmstadt im anschließenden Semester die Möglichkeit, fünf Monate an der VT, der UB oder der UIUC zu verbringen. Dort werden sie oft von den Alumni des AESG empfangen und betreut; ein professionelles Netzwerk, das weit über die Studienzeit hinaus wirken wird.

Viele amerikanische Alumni berichten, dass sie in Bewerbungsgesprächen und auf Messen explizit auf das AESG angesprochen werden, das ein Alleinstellungsmerkmal darstellt und gerade in der Automobilindustrie von großem Interesse ist. Ramzy Abu-Ramadan, Teilnehmer am AESG im Sommer 2019, gibt an, dass er sein Vorstellungsgespräch bei einer amerikanischen Firma aus dem Automobilbereich der TU Darmstadt zu verdanken hat. Schließlich ist Deutschland als Forschungsstandort der Fahrzeugtechnik weltweit bestens positioniert.

Da die Studierenden des Maschinenbaus in Darmstadt auch immer wieder nach Semesterplätzen in Kanada gefragt haben, plant der Fachbereich eine Erweiterung des AESG an die University of British Columbia (UBC), Vancouver, Kanada.

Erste Gespräche, für die Prof. Winner, wissenschaftlicher Leiter des Programms, und Timm Ruppert, Programmkoordinator der AESG, Ende September nach Vancouver gereist sind, verliefen sehr vielversprechend. Die AESG empfängt planmäßig im kommenden Sommer neben Studierenden aus den USA auch kanadische Studierende der UBC.

Aktuell gibt es nur einen Austauschplatz für Studierende des Maschinenbaus an der UBC. In Zukunft wird sich diese Zahl durch das Gegenprogramm der AESG erhöhen.

Mehr Informationen zum Programm am Fachgebiet Fahrzeugtechnik.