An der Technischen Universität Darmstadt ist im von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten interdisziplinären Graduiertenkolleg „Kritische Infrastrukturen: Konstruktion, Funktionskrisen und Schutz in Städten (KRITIS)“ zum 1. Oktober 2022 eine Stelle für eine_n

Wiss. Mitarbeiter_in (w/m/d) zur Promotion – 65%

zu besetzen. Die Stelle ist bis zum 30. September 2025 befristet.

Im Graduiertenkolleg KRITIS arbeiten seit 2016 Historiker_innen, Infrastruktur- und Raumplaner_innen, Bauingenieur_innen, Soziolog_innen, Philosoph_innen, Politikwissenschaftler_innen, Architekt_innen und Informatiker_innen zusammen. In der derzeit ausgeschriebenen dritten Kohorte des Kollegs (2022-2025) erhalten insgesamt zwölf Doktorand_innen sowie weitere Assoziierte aus verschiedenen Disziplinen die Gelegenheit, unter Anleitung mehrerer Professor_innen individuelle Promotionen zu erstellen, die durch das übergreifende Thema des Kollegs miteinander verbunden sind. Der interdisziplinäre Austausch ist durch gemeinsame Seminare, Kolloquien und Workshops gesichert.

Im Zentrum der Forschung stehen technische netzgebundene Infrastrukturen (Wasserver- und -entsorgung, Transport, Energie, Informations- und Telekommunikationstechnologien), die in ihren Wechselwirkungen mit (Stadt-)Gesellschaften untersucht werden. Die Angehörigen des Kollegs forschen insbesondere zur „Konstruktion“ (Wie, warum und wann wird eine Infrastruktur kritisch?), zu „Funktionskrisen“ (Wie kommt es zu Ausfällen und welche Folgen haben sie?) sowie zum „Schutz“ von Infrastrukturen (Wie können Ausfälle verhindert oder ihre Folgen abgemildert werden? Wie können sich Städte auf diese vorbereiten?). Die interdisziplinäre Zusammenarbeit stützt sich auf die Brückenkonzepte Kritikalität, Vulnerabilität, Resilienz, Preparedness und Prevention. Informationen zu den Leitfragen, zum Forschungsprogramm und zu ersten wissenschaftlichen Erkenntnissen des Kollegs entnehmen Sie bitte folgender Website: www.kritis.tu-darmstadt.de.

Aufgabengebiet:

Die ausgeschriebene Stelle dient der Erarbeitung eines eigenständigen Forschungsbeitrags zur Soziologie Kritischer Infrastrukturen in Städten durch die Anfertigung einer soziologischen Promotionsschrift, die idealerweise eine Untersuchung der Dynamik Kritischer Infrastrukturen mit einer Analyse räumlicher Relationen bzw. von Raumkonzepten verbindet.

Mögliche Forschungsthemen sind zum Beispiel:

  • Funktionskrisen Kritischer Infrastrukturen durch deren gezielte Beschädigung, Zerstörung oder Stilllegung im Kontext strategischer Gewaltausübungen mitsamt ihren sozialen/räumlichen Auswirkungen und Dynamiken (z.B. durch terroristische Anschläge oder kriegerische Handlungen wie derzeit in der Ukraine)
  • Funktionskrisen Kritischer Infrastrukturen durch deren Beschädigung oder Zerstörung im Kontext von Naturkatastrophen mitsamt ihren sozialen/räumlichen Auswirkungen und Dynamiken (z.B. durch Erdbeben oder Überflutungen z.B. durch Hochwasser oder Tsunamis)
  • Funktionskrisen Kritischer Infrastrukturen durch deren Überlastung oder Ausfall im Kontext von Pandemien mitsamt ihren sozialen/räumlichen Auswirkungen und Dynamiken (z.B. Unterbrechung von Zirkulationen im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung des SARS-CoV-2-Virus und Aufbau neuer Lieferwege)
  • Funktionskrisen Kritischer Infrastrukturen durch deren Überlastung oder Ausfall im Kontext von Tourismus (z.B. im Rahmen von Overtourism)
  • Transformation Kritischer Infrastrukturen durch deren Musealisierung/Eventisierung (z.B. der Abwasserkanäle in Wien im Zusammenhang mit dem Filmtourismus oder des Augsburger Wassermanagements im Kontext seiner Ernennung zum UNESCO-Welterbe)
  • Transformation Kritischer Infrastrukturen durch deren schrittweisen Wiederaufbau oder deren Umnutzung (z.B. nach Kriegen und Katastrophen)

Ebenso sind eigene stadt- und/oder raumbezogenen Themenvorschläge zur Untersuchung der Dynamik von Infrastrukturen willkommen.

Einstellungsvoraussetzungen:

Erwartet wird ein überdurchschnittlich abgeschlossenes sozialwissenschaftliches Hochschulstudium (Diplom, Master oder Äquivalent) mit einem nachweisbaren Schwerpunkt auf stadt- oder raumsoziologischen Themen oder der soziologischen Untersuchung von Infrastrukturen. Erwartet werden zudem sehr gute Kenntnisse der qualitativen Methoden der empirischen Sozialforschung. Da die regelmäßigen gemeinsamen Veranstaltungen des Kollegs in deutscher und englischer Sprache stattfinden, werden sichere englische Sprachkenntnisse und Bereitschaft zum Erwerb guter Deutschkenntnisse erwartet. Erwünscht sind eine internationale Ausrichtung und Erfahrungen in interdisziplinärer Zusammenarbeit oder Teamarbeit. Dienstort ist Darmstadt.

Das GRK bietet eine exzellente Forschungsumgebung für Promovierende, die ihr eigenes Projekt im Rahmen eines innovativen und international vernetzten Programms durchführen möchten. Über den eigenständigen Forschungsbeitrag zur Soziologie und entsprechende Fachpublikationen/-vorträge hinaus wird erwartet, dass sich der_die Stelleninhaber_in intensiv mit den gemeinsamen Konzepten des Kollegs beschäftigt und in seiner_ihrer Forschung interdisziplinäre Perspektiven berücksichtigt. Die Anfertigung der Doktorarbeit ist in deutscher oder englischer Sprache möglich.

Die Angehörigen des Kollegs arbeiten in voll ausgestatteten Büros. Sie werden von den beteiligten Professorinnen und Professoren sowie einer Geschäftsstelle unterstützt. Sie können vielfältige Angebote zur Unterstützung ihrer Promotionsphase nutzen. Dazu gehören u.a. gruppenspezifische und persönliche Coachings, Schreibworkshops, Debattentraining oder spezifische Förderangebote für Frauen. Im Rahmen der vorhandenen Finanzmittel sind mehrmonatige finanzierte Auslandsaufenthalte möglich. Das Kolleg arbeitet mit vier ausländischen Partnerinstituten sowie diversen Partner_innen aus der Praxis zusammen.

Gelegenheit zur Vorbereitung einer Promotion wird gegeben. Das Erbringen der Dienstleistung dient zugleich der wissenschaftlichen Qualifizierung.

Die Technische Universität Darmstadt strebt eine Erhöhung des Anteils der Frauen am Personal an und fordert deshalb besonders Frauen auf, sich zu bewerben. Bewerber_innen mit einem Grad der Behinderung von mindestens 50 oder diesen Gleichgestellte werden bei gleicher Eignung bevorzugt. Die Vergütung erfolgt nach dem Tarifvertrag für die Technische Universität Darmstadt (TV - TU Darmstadt).

Ihre Bewerbung:

Bitte reichen Sie Ihre Bewerbung bis zum 10. Juli 2022 in deutscher oder englischer Sprache in elektronischer Form (komprimiert in einer Datei, max. 6 MB) unter der folgenden Email-Adresse ein: baumann@ifs.tu-darmstadt.de. Folgende Unterlagen erwarten wir: (1.) Anschreiben mit Ihrer Motivation für die Promotion im Graduiertenkolleg KRITIS, (2.) CV mit Angaben zu Studienverlauf, Sprachkenntnissen, Auslandserfahrungen, (3.) Akademische Zeugnisse (gescannt), und (4.) Kurze Ideenskizze von zwei bis vier Seiten für ein Promotionsprojekt unter Berücksichtigung des wissenschaftlichen Programms des Kollegs.

Interessent_innen können sich zur Beratung zu möglichen Promotionsthemen und Untersuchungsdesigns vor Einreichung ihrer Bewerbung per Email an Frau Allegra Baumann (baumann@ifs.tu-darmstadt.de) wenden. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung!

Mit dem Absenden Ihrer Bewerbung willigen Sie ein, dass Ihre Daten zum Zwecke des Stellenbesetzungsverfahrens gespeichert und verarbeitet werden. Sie finden unsere Datenschutzerklärung auf unserer Homepage.

Kenn-Nr. 401

Veröffentlicht am

15. Juni 2022

Bewerbungsfrist

10. Juli 2022