Intelligente Produktion standortübergreifend vernetzt

17.04.2018

Intelligente Produktion standortübergreifend vernetzt

Förderbescheid für Transferprojekt „ArePron“ übergeben

Wie lassen sich Ressourcen in der produzierenden Industrie durch intelligente, standortübergreifende Vernetzung von Produktionssystemen effizienter nutzen? Dieser Frage geht seit kurzem das interdisziplinäre Projekt „ArePron“ nach. Heute hat Staatssekretär Mathias Samson den Förderbescheid des Landes feierlich übergeben.

Bei der Bescheidübergabe für ArePron (v.li.): Professor Joachim Metternich, PTW; Staatssekretär Mathias Samson, Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch, Professorin Liselotte Schebek, SuR und Professor Reiner Anderl, DiK. Bild: Sibylle Scheibner, PTW
Bei der Bescheidübergabe für ArePron (v.li.): Professor Joachim Metternich, PTW; Staatssekretär Mathias Samson, Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch, Professorin Liselotte Schebek, SuR und Professor Reiner Anderl, DiK. Bild: Sibylle Scheibner, PTW

Das Transferprojekt „ArePron“ startete im Januar, hat eine Laufzeit von drei Jahren und ein Fördervolumen von 1,7 Millionen Euro, die jeweils hälftig vom Land Hessen und von der EU getragen werden.

Ziel des Forschungsvorhabens ist die Steigerung von Ressourceneffizienz durch intelligente, standortübergreifende Vernetzung von Produktionssystemen. Eine zentrale Rolle kommt dabei den Techniken der Digitalisierung zu. Sie sollen helfen, Kosten zu senken und den ökologischen Fußabdruck eines Unternehmens zu verkleinern. Um die Theorie möglichst realitäts- und praxisnah umsetzen und prüfen zu können, bauen die Forscherinnen und Forscher ein Produktionsnetzwerk zwischen zwei bereits bestehenden TU-Modellfabriken auf: der ETA-Fabrik und der Prozesslernfabrik CiP auf dem Campus Lichtwiese.

In den vernetzten Fabriken wird ein Produkt gefertigt, das verschiedene Produktionspfade durchlaufen kann. Dabei werden Daten erhoben wie zum Beispiel der Verbrauch von Ressourcen und Betriebsmitteln. So können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine agile Produktionsplanung und -steuerung realisieren. Das Vorgehensmodell, das sie dabei exemplarisch erstellen, soll anschließend für die unternehmerische Praxis verallgemeinert und so anwendbar werden.

Dabei wird es um Fragen gehen wie: Wie kann man Transparenz im Ressourceneinsatz herstellen? Welche Daten müssen dafür sinnvollerweise wie erhoben werden? Wie können die Ressourcendaten mehrere Standorte vernetzt und ausgewertet werden?

„ArePron“ ist interdisziplinär angelegt und vereint die Expertise von drei Instituten der TU Darmstadt. Das Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (Fachbereich Maschinenbau) unter der Leitung von Professor Eberhard Abele und Professor Joachim Metternich forscht neben den rein technischen Themengebieten der Werkzeugmaschinen-, Komponenten- und Technologieentwicklung auch an übergreifenden Fragestellungen etwa zu Wertschöpfungsketten und Energieeffizienz. Expertise zur intelligenten Vernetzung von Bauteilen und Betriebsmitteln zu digitalen Informationsträgern wird das Fachgebiet für Datenverarbeitung in der Konstruktion (Fachbereich Maschinenbau) unter Professor Reiner Anderl einbringen. Mit dem Fachgebiet Stoffstrommanagement und Ressourcenwirtschaft (Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften) unter Professorin Liselotte Schebek kann das Forschungsteam auch auf weitreichende Erfahrungen im Bereich der Modellierung und Auswertung von Stoff- und Energieflusssystemen zurückgreifen.

„Das Projekt ArePron verbindet auf hervorragende Weise die Adressierung zweier wesentlicher aktueller Herausforderungen an die Industrie: die unaufhaltsame Digitalisierung der industriellen Produktionsprozesse – Schlagwort Industrie 4.0 – sowie die Notwendigkeit in Anbetracht begrenzter Ressourcen Wirtschaftswachstum und Verbrauch von Ressourcen zu entkoppeln. Die vorhandenen Forschungsgroßinfrastrukturen der TU Darmstadt ETA-Fabrik sowie Center für industrielle Produktivität CiP werden nachhaltig zur Generierung neuer exzellenter Forschungsergebnisse genutzt. Das Projekt ist Beispiel für die erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Einzeldisziplinen auf höchstem Niveau innerhalb der TU Darmstadt wie auch die erfolgreiche Kooperation mit verlässlichen Partnern aus der Industrie.“
Professor Matthias Rehahn, TU-Vizepräsident für Wissens- und Technologietransfer, Alumni und Fundraising

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