Neue Wege und Plätze zum Flanieren und Verweilen

28.08.2018

Neue Wege und Plätze zum Flanieren und Verweilen

TU eröffnet Hochschulstraße und Platz an Otto-Berndt-Halle

Sanierung abgeschlossen: Die TU hat heute das letzte Teilstück der Hochschulstraße und den Platz zwischen Otto-Berndt-Halle und Institut für Druckmaschinen feierlich an Hochschulangehörige und Öffentlichkeit übergeben.

Bilder: Felipe Fernandes

Die TU hat mit den beiden Bereichen zwei weitere Außenräume geschaffen, die eine hohe Aufenthaltsqualität haben und sowohl zum Flanieren als auch zum Verweilen einladen. „Mit der Neugestaltung der beiden Plätze haben wir einerseits die Attraktivität des Innenstadtcampus deutlich erhöht und andererseits die Verbindung zwischen Schloss und Martinsviertel auto- und barrierefrei gestaltet“, sagt TU-Kanzler Dr. Manfred Efinger.

Der westliche Abschnitt der Hochschulstraße, zwischen Altem Hauptgebäude der TU und dem Herrngarten, wurde vom Autoverkehr weitgehend befreit und zu einem einladenden Platz umgestaltet. Zentraler Blickfang ist die alte, einzeln stehende Kastanie geblieben, die nunmehr von einem abgestuften Sitzmöbel aus Beton und Holz umgeben ist. Von hier öffnet sich der Blick in den Park. Als Bodenbelag wurde das bereits vor dem Hotel verwendete Granitkleinsteinpflaster weitergeführt – allerdings mit einer bewussten gestalterischen Unterbrechung: Vor der sogenannten „Bombenlücke“, dem nach Zerstörung 1944 deutlich schlichter wieder aufgebauten Teil des Alten Hauptgebäudes, wurde ein Teil der Straße mit einer nüchternen Decke aus Ortbeton versehen.

In diesem Bereich erinnern zudem historische Straßenbahnschienen an eine 1914 durch die Hochschulstraße verlegte Trasse Richtung Martinsviertel, die nie vollendet wurde. Die Schienen wurden für die Sanierung entfernt, gerichtet und in Abstimmung mit dem Amt für Denkmalpflege an historischer Stelle wieder eingebaut. Während dieser Teil der Stadtgeschichte erhalten blieb, musste das einst zur Schalldämpfung in der Hochschulstraße verlegte Holzpflaster weichen und entsorgt werden, da es hochgradig mit Schadstoffen belastet war.

Die Neugestaltung der Straße war nur ein Aspekt der Arbeiten: Der gesamte Platzaufbau wurde neu hergestellt. Marode Leitungen und Abwasserkanäle wurden saniert oder erneuert. Zudem wurden nicht dokumentierte Leitungen gefunden, die gesichert werden mussten und Umplanungen erforderlich machten. Dies und die gute Konjunktur in der Baubranche sorgten nicht nur für Verzögerungen der im Juni 2017 begonnenen Arbeiten, sondern auch für einen Anstieg der ursprünglich mit rund 1,8 Millionen Euro veranschlagten Kosten auf rund 2,6 Millionen Euro.

Den vom Herrngarten bis zum Kantplatz verlaufenden Teil der Hochschulstraße hatten die Stadt und die TU als einzige Anliegerin bereits von September 2013 bis Februar 2014 gemeinsam saniert.

Innenhof nach „Prinzip Setzkasten“

Der Hof zwischen Otto-Berndt-Halle und dem Gebäude des Instituts für Druckmaschinen gehört zu einem verbindenden Netz von geschlossenen Höfen und offenen Plätzen zwischen den Bauten der TU. Für diesen Bereich ließen sich die Gestaltenden vom Prinzip eines Setzkastens inspirieren. Farblich abgesetzte Bänder aus weißem Beton bilden unterschiedlich große Felder, die mit verschiedenen Asphaltbelägen, Gräsern und Stauden gefüllt wurden. Vier Bäume – eine Blasenesche, eine Blumenesche, ein Japanischer Kuchenbaum und ein Persischer Eisenholzbaum – und verschiedene Heckenelemente gliedern den Raum zusätzlich. Einen farblichen Akzent setzt seit einigen Wochen die Skulptur „Rollercoaster“ des Künstlers Stefan Rohrer. Die Sanierung des komplett von Gebäuden umschlossenen Hofes begann im Dezember 2017 und kostete rund 1,4 Millionen Euro.

Gestaltet wurden Hochschulstraße und Innenhof vom Büro Adler & Olesch Landschaftsarchitekten und Ingenieure in Mainz.

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