Gegenseitige Unterstützung

11.10.2018

Gegenseitige Unterstützung

TU-Tutorien erleichtern Geflüchteten den Einstieg ins Studium

Seit 2015 gibt es an der TU studienvorbereitende Kurse für Geflüchtete. Da die Nachfrage groß ist und die Teilnehmenden in unterschiedlichem Maß Unterstützung benötigen, wurden nun begleitende Tutorien eingerichtet – ein Erfolgsprojekt für Lernende und Lehrende.

Lerngruppe bei einem Tutorium. Bild: Patrick Bal
In Kleingruppen und mit Hilfe von Tutorinnen und Tutoren lassen sich schnell Lernerfolge erzielen. Bild: Patrick Bal

Der an der TU angebotene Studienvorbereitungskurs mit sprachlichem Schwerpunkt bildet einen Meilenstein für Studieninteressierte mit Fluchthintergrund auf ihrem Weg ins Studium an einer deutschen Universität. Die Förderung der bildungssprachlichen Textkompetenz ist ein wichtiger Bestandteil dieser Kurse. Um den Lernprozess zu optimieren und den Hochschulzugang zu erleichtern, wird die Schreibförderung an der TU Darmstadt seit April 2018 durch den Einsatz von studentischen Tutorinnen und Tutoren verstärkt. Das Pilotprojekt stößt sowohl unter den Lernenden als auch den Lehrenden auf positive Resonanz.

Seit 2015 werden Geflüchteten, die an der TU Darmstadt ein Studium aufnehmen wollen, studienvorbereitende Kurse mit sprachlichem Schwerpunkt auf den Niveaus B1.1 bis C1.2 inklusive Vorbereitung auf die Sprachprüfungen DSH und TestDaF angeboten. In diesen Kursen geht es insbesondere um die Vermittlung der Bildungssprache sowie die Förderung der Schreibkompetenz – zwei Elemente, die unabdingbar für ein wissenschaftliches Studium sind und den Deutschlernenden Schwierigkeiten bereiten.

Auch für die Lehrenden stellt die Vermittlung der Bildungssprache und die Förderung der Schreibkompetenz unter Berücksichtigung der individuellen Unterschiede und Bedarfe der Lernenden eine Herausforderung dar, zumal der Unterricht aufgrund der großen Anzahl an Studieninteressierten in Großgruppen stattfindet.

Sprachliche Vorbilder

Um diesen Herausforderungen entgegenzuwirken und die Lernenden beim Erwerb der schriftsprachlichen Kompetenz bedarfsgerecht zu unterstützen, wurden in den Kursen Begleittutorien eingerichtet. Im Rahmen des Pilotprojekts werden die Lernenden in Kleingruppen unterteilt und in den Arbeitsphasen des Unterrichts von Tutorinnen und Tutoren betreut und unterstützt.

Sie fungieren für die Fremdsprachenlernenden als sprachliche Vorbilder, geben ihnen ein unmittelbares Feedback auf die diversen Formulierungsversuche und helfen beim logischen Aufbau der Texte. Die Vorbereitung der Unterrichtsstunde, die Erstellung der Übungsmaterialien und die Supervision des Lernprozesses obliegen den Lehrenden.

Das Pilotprojekt ist in Kooperation des am Praxislabor des Instituts für Allgemeine Pädagogik und Berufspädagogik verorteten Projekts „Lernen durch Lehren“ (kurz: LdL), des Sprachenzentrums und der zentralen Flüchtlingskoordination des Dezernats Internationales entstanden. Nach einer gemeinsamen Bedarfsermittlung und Konzeptentwicklung wurden die Tutorinnen und Tutoren durch das Sprachenzentrum fremdsprachendidaktisch und durch die LdL-Mitarbeitende methodisch-didaktisch qualifiziert und für die Anforderungen der Schreibaufgaben und den Umgang mit Heterogenität und Diversität in der Lerngruppe sensibilisiert.

Während ihrer Einsätze werden sie von LdL-Beschäftigten begleitet, durch Workshops qualifiziert und reflektieren gemeinsam ihre Praxis und Rollen. Zudem bietet LdL kollegiale Fallberatungen und didaktische Sprechstunden an, um die Tutorinnen und Tutoren prozessbegleitend zu unterstützen.

Im Rahmen einer internen Befragung durch die Lehrenden am Ende des Kurses lobten die Lernenden die Möglichkeit, in der Kleingruppe ihre individuellen Fragen stellen zu können, die unmittelbar beantwortet wurden. Dass sie mehrere Fragen stellen und darüber hinaus sich in der Kleingruppe austauschen und diskutieren konnten, habe ihnen besonders gut gefallen. Auch die Tutorinnen und Tutoren empfinden das Pilotprojekt als sinnvoll.

Tutorinnen und Tutoren gesucht

Basierend auf der positiven Resonanz und den aktuellen Prüfungsergebnissen soll das Pilotprojekt voraussichtlich ab Januar 2019 auf weitere studienvorbereitende Kurse für Studieninteressierte mit Fluchthintergrund ausgeweitet werden, weshalb wir auf der Suche nach Studierenden aus allen Fachbereichen sind. Ihr wollt als Tutorin oder Tutor in den Sprachkursen mitwirken? Gerne könnt ihr eure Bewerbungen an senden und ein Teil des Projekts werden.

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