17 Millionen Euro für klimafreundliche Energieversorgung

23.10.2018

17 Millionen Euro für klimafreundliche Energieversorgung

Erweiterung der Energiezentrale auf dem Campus Lichtwiese eingeweiht

Wärme, Kälte, Strom – Mit innovativen und hocheffizienten Technologien ist die Energieversorgung der TU Darmstadt für die nächsten Jahre gesichert. Rund 17 Millionen Euro hat ein Konsortium aus STEAG New Energies GmbH (Saarbrücken) und ENTEGA AG (Darmstadt) in die Energieversorgung der Universität investiert. Nach knapp drei Jahren Planungs- und Bauzeit wurde die Erweiterung der Energiezentrale am 23. Oktober feierlich eingeweiht.

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz auf Knopfdruck: TU-Präsident Prof. Hans Jürgen Prömel, Oberbürgermeister Jochen Partsch, Dr. Marie-Luise Wolff (ENTEGA) und Joachim Rumstadt (STEAG) starten gemeinsam die Anlage (v. l.). Bild: Sandra Junker
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz auf Knopfdruck: TU-Präsident Prof. Hans Jürgen Prömel, Oberbürgermeister Jochen Partsch, Dr. Marie-Luise Wolff (ENTEGA) und Joachim Rumstadt (STEAG) starten gemeinsam die Anlage (v. l.). Bild: Sandra Junker

Die neu gegründete ENTEGA STEAG Wärme GmbH errichtete eine neue Energiezentrale am Campus Lichtwiese, installierte drei Blockheizkraftwerke und eine Absorptionskältemaschine und verlegte ein drei Kilometer langes Kältenetz. Außerdem wurde das Fernwärmenetz der TU über eine rund zwei Kilometer lange Wärmetrasse mit dem Wärmenetz der ENTEGA verbunden. Dadurch kann fast die Hälfte des Wärmebedarfs umweltschonend aus dem Müllheizkraftwerk gedeckt werden.

„Für die TU Darmstadt sind Energieeffizienz und Nachhaltigkeit zentrale Themen. Durch die Erweiterung der Energiezentrale wird die Energieversorgung der TU Darmstadt für die nächsten Jahre gesichert. Zugleich freut es uns besonders, dass der Anschluss an das Fernwärmenetz Darmstadt Nord zur nachhaltigen Reduzierung der CO2-Emission beiträgt“, sagt Professor Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt.

Damit leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag für die Nachhaltigkeitsziele der Universität. „Mit diesem Gemeinschaftsprojekt haben wir gezeigt, welche intelligenten und effizienten Lösungen in der Energieversorgung heute möglich sind. So konnten wir die Energieversorgung der TU nicht nur wirtschaftlich attraktiv, sondern auch technisch und ökologisch zukunftsweisend gestalten“, betont Dr. Marie-Luise Wolff, Vorstandsvorsitzende der ENTEGA AG.

Mit 20 Zylindern ist der Motor das Herzstück der Anlage, erklärt Thomas Billotet (STEAG New Energies). Bild: Sandra Junker
Mit 20 Zylindern ist der Motor das Herzstück der Anlage, erklärt Thomas Billotet (STEAG New Energies). Bild: Sandra Junker

„Schauen wir auf dieses Projekt, blicken wir in die Zukunft unserer Energieversorgung: Wir haben hier in Darmstadt Strom, Wärme und Kälte optimal miteinander vernetzt und nutzen Energie flexibler und intelligenter als bisher. Diese Form der Sektorkopplung ist ein relevanter Beitrag, damit die Energiewende gelingt, sagt Joachim Rumstadt, Vorsitzender der Geschäftsführer der STEAG GmbH.

Auch die Wissenschaftsstadt Darmstadt verbessert ihre Klimabilanz, da viele der städtischen Liegenschaften bereits ans Fernwärmenetz der TU angeschlossen sind. „Durch die neue Wärmetrasse konnten zusätzlich zu den bestehenden Liegenschaften noch die Schulinsel und das Klinikum Darmstadt sowie ein Gebäude des Regierungspräsidiums angeschlossen werden. Darüber hinaus wurden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass auch in der westlichen Innenstadt Fernwärme genutzt werden kann“, freut sich Oberbürgermeister Jochen Partsch.

Daten und Fakten

Am 1. Januar 2016 hat die Projektgesellschaft ENTEGA STEAG Wärme GmbH einen Vertrag mit der TU Darmstadt über die Versorgung mit Wärme, Kälte und Strom über 15 Jahre geschlossen. Die Gesellschaft gehört zu 51 Prozent der Steag New Energies GmbH und zu 49 Prozent der ENTEGA AG. In der Technischen Universität werden jährlich etwa 54.000 MWh Strom, 62.000 MWh Wärme und 5.000 MWh Kälte verbraucht. Dies entspricht dem Energiebedarf einer Kleinstadt.

Die Planungen gehen davon aus, dass die Verbräuche in den kommenden 15 Jahren auf etwa 63.000 MWh Strom, 80.000 MWh Wärme und 12.000 MWh Kälte ansteigen werden. Das Fernwärmenetz der TU hat eine Länge von ca. 20 km und versorgt die Liegenschaften auf dem Campus Lichtwiese, Hochschulstadion, Botanischer Garten und Stadtmitte. Darüber hinaus werden weitere Liegenschaften wie das Justizzentrum (Landgericht, Oberlandesgericht, Amtsgericht), das Regierungspräsidium Darmstadt, das Hessische Landesmuseum, das Hessische Staatsarchiv und das Finanzamt Darmstadt mit Fernwärme versorgt.

Im Rahmen des Contracting-Vertrages wurden folgende Maßnahmen realisiert:

  • Neubau einer Energiezentrale mit einem BHKW (3,25 MW elektrische Leistung), einer Absorptionskältemaschine (1 MW) sowie zwei Kältespeichern.
  • Modernisierung der bestehenden Energiezentrale. Austausch von zwei älteren BHWKs (jeweils 2 MW elektrische Leistung).
  • Neubau eines 3 Kilometer langen Kältenetzes am Standort Lichtwiese.

Weitere Baumaßnahmen:

  • Bau einer 1,8 Kilometer langen Fernwärmeleitung zur Anbindung der TU Darmstadt an das Fernwärmenetz der ENTEGA AG. Darüber werden jährlich ca. 30.000 MWh an Wärme aus dem Müllheizkraftwerk in das TU-Netz eingespeist und substituieren dort Anteile der im Kraftwerk Lichtwiese erzeugten Kesselwärme.
  • Durch die neue Wärmetrasse wurden im Oktober 2018 zusätzlich die Schulinsel, das Klinikum Darmstadt sowie ein weiteres Dienstgebäude des Regierungspräsidiums an das Wärmenetz angeschlossen.

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