Darmstadt weiter in den Top Ten
Studie: Start-up-Gründungen in Deutschland wachsen deutlich
09.01.2026
Eine aktuelle, halbjährlich erhobene Studie zur Entwicklung der Start-up-Szene zeigt für 2025 ein starkes Gründungsjahr in Deutschland: 3.568 Start-ups wurden neu gegründet – ein Plus von 29 Prozent. Auch Hessen verzeichnet einen deutlichen Zuwachs: 247 Neugründungen entsprechen ebenfalls +29 Prozent. Im Bundesvergleich liegt Hessen auf Platz fünf, Darmstadt kommt im Städtevergleich auf Rang sieben.
In Hessen werden die meisten Neugründungen in den großen Städten ausgewiesen: Frankfurt kommt auf 80, Darmstadt auf 20 neue Start-ups. Im Städtevergleich liegt Darmstadt aktuell auf Platz sieben (zuvor Platz fünf). Zugleich betont die Studie von Startup-Verband und startupdetector die Stärke forschungsnaher Gründungsstandorte – dazu zählt auch Darmstadt. Mit einer Gründungsrate von 12,0 pro 100.000 Einwohner:innen wird Darmstadt in der Studie hinter Heidelberg, Potsdam und Aachen geführt.
Darmstadt ist insbesondere durch Deep-Tech-Gründungen geprägt, die häufig aus der Forschung hervorgehen – und damit längere Entwicklungs- und Skalierungsphasen benötigen, bevor sie marktwirksam wachsen. Harald Holzer (HIGHEST) ordnet den Rückgang im Ranking entsprechend ein: „2025 zeigt klar: Hessen und die Rhein-Main-Region profitieren vom Gründerboom. Darmstadt bleibt dabei ein starker Deep-Tech-Standort – viele Teams aus der TU Darmstadt brauchen naturgemäß längere Entwicklungs- und Skalierungsphasen. Gleichzeitig ist die Konstanz messbar: In Pro-Kopf-Rankings liegt Darmstadt seit Jahren vorn. Und das strahlt in die Region aus: Ausgründungen aus der TU entstehen auch im Umland – etwa im Landkreis Darmstadt-Dieburg.“
Frühe Unterstützung für Deep-Tech-Teams
Vor diesem Hintergrund arbeiten TU Darmstadt und HIGHEST, das Innovations- und Gründungszentrum der TU Darmstadt, daran, das Potenzial der forschungsnahen Ausgründungen weiter auszubauen. Ein zentraler Baustein ist der Company Builder, den HIGHEST 2025 initiiert hat, um Deep-Tech-Teams frühzeitig stärker zu unterstützen. Zusätzlich wird das Potenzial gemeinsam mit FUTURY weiterentwickelt. Holzer ergänzt: „Wir arbeiten deshalb konsequent daran, das Potenzial weiter auszubauen – gemeinsam mit FUTURY und mit dem Company Builder, den wir 2025 gestartet haben, um Deep-Tech-Teams frühzeitig noch stärker zu unterstützen.“
Einordnung: KI als Wachstumstreiber, Software und Medizin vorn
Künstliche Intelligenz wird in der Studie als zentraler Wachstumstreiber beschrieben: 27 Prozent der Neugründungen setzen KI als wesentlichen Bestandteil ihres Geschäftsmodells ein. In Hessen wird dieser Trend unter anderem durch das BMWE-geförderte Programm „AI Startup Rising“ am Hessischen Zentrum für Künstliche Intelligenz (hessian.AI) unterstützt. Die von hessian.AI geführte „AI Startup Landscape“ weist für 2025 insgesamt 237 KI-Start-ups in Hessen aus; zu den häufigsten Branchen zählen Software (22 Prozent) und Medizin (12 Prozent). Zudem weist die Studie darauf hin, dass es 2025 insgesamt weniger Insolvenzen gab.
Claudia Becker/HIGHEST/bjb
Hintergrund zur Studie
Die Studie wird alle sechs Monate erhoben und fokussiert Unternehmen in der Frühphase. Die Datengrundlage stammt vom Bundesverband Deutsche Start-ups in Zusammenarbeit mit der Datenbank startupdetector.