TU-Professorin Liu zu Folgen von Hitze für Bahnverkehr

Interview bei ntv über die Suche nach klimaresilienten Materialien

07.07.2026

Für Hitzeprobleme im öffentlichen Nahverkehr gibt es nach Angaben von TU-Professorin Jia Liu bislang keine erschwinglichen Lösungen. Diese müssen erst noch gefunden werden, sagte die Leiterin des Instituts für Verkehrswegebau am Fachbereich Bau- und Umweltingenieurwissenschaften der TU Darmstadt dem Nachrichtensender ntv. Ihr Institut forscht vor allem daran, „die bestehenden Materialien klimaresilienter zu machen“.

Während der Hitzewelle Ende Juni waren in Deutschland mehrere Bahn- und ÖPNV-Strecken gesperrt worden, weil Schienen-Fugenmasse aufgequollen war und sich Gleise verformt hatten. Problematisch waren laut Liu nicht unbedingt nur die hohen Temperaturen an sich, sondern auch die Dauer. „Auch in der Nacht sind die Fahrbahnen in den großen Städten nicht wirklich abgekühlt“, sagte die Expertin. Das Material habe also keine Phase gehabt, „in der es wieder zu seinem festen Ursprung zurückkommen konnte“. Sie führte an, dass in europäischen Ländern wie Italien, Portugal, Schweden und Norwegen Straßenbahnen fahren: „Die haben ganz unterschiedliche Klimaverhältnisse. Das heißt, es besteht die Möglichkeit, Materialien zu finden, die zu bestimmten Witterungsverhältnissen besser passen.“ mob/mih