Frankfurter Synagoge wird virtuell wieder sichtbar
03.09.2026
26. August 2026
Das Fachgebiet Digitales Gestalten der TU Darmstadt hat eine neue virtuelle Rekonstruktion der Frankfurter Synagoge an der Friedberger Anlage erstellt, die einst die größte Synagoge der Stadt war. Das Projekt wird am 1. September auf einem Festakt der Initiative 9. November in Frankfurt vorgestellt. Dabei wird eine Installation mit dem Titel „Fernrohr in die Vergangenheit“ eingeweiht, die künftig an die 1938/39 von den Nationalsozialisten zerstörte Synagoge erinnert. Im Rahmen des Projekts sollen an der TU Darmstadt insgesamt acht Frankfurter Synagogen rekonstruiert werden.
Die Nationalsozialisten hatten am Ort der zerstörten Synagoge in der Friedberger Anlage 5-6 im Jahr 1942 von Zwangsarbeitern einen Hochbunker errichten lassen. Die neue Installation in der Grünanlage direkt gegenüber der ehemaligen Synagoge zeigt, wie diese von dort aus aussehen würde. Am 1. September werden zudem ein neuer Film, der die Synagoge mit animierten Kamerafahrten veranschaulicht und Hintergrundinformationen vermittelt, sowie Virtual-Reality-Brillen vorgestellt, die eindrucksvoll den damaligen Innenraum des Gotteshauses zeigen.
Am Fachgebiet Digitales Gestalten werden unter Leitung von Dr.-Ing. Marc Grellert bereits seit mehr als 30 Jahren Synagogen virtuell rekonstruiert, die in der NS-Zeit zerstört wurden. Mehr als 50 jüdische Gebetshäuser wurden auf diese Weise wieder sichtbar gemacht oder sind aktuell in Bearbeitung. DDU/mih