Medienschau: Knodt und Steinke zu Schutz vor Stromausfällen
07.09.2026
Wie lässt sich die Resilienz der Stromversorgung erhöhen? Zu dieser Frage haben sich TU-Professorin Michèle Knodt und TU-Professor Florian Steinke in Statements für das Science Media Center (SMC) Deutschland geäußert. „Wir müssen uns davon verabschieden, dass wir durch höhere Zäune und Überwachungskameras eine räumlich verteilte kritische Infrastruktur wie unsere Stromnetze und Umspannwerke vollständig schützen können“, sagte Knodt. Statt immer mehr Ressourcen in den Versuch zu stecken, jede Anlage gegen jeden denkbaren Angriff zu schützen, müsse stärker darin investiert werden, die Funktionsfähigkeit Angriffen schnellstmöglich wiederherzustellen. Die Politikwissenschaftlerin ist Direktorin des Anwendungs- und Transferzentrums Digital Resilience Xchange (DiReX) sowie des Hessischen Drohnenkompetenzzentrums (HDKZ).
Steinke erklärte, es gebe bereits heute eine Reihe von Maßnahmen, die Stromnetze in die Lage versetzen, trotz Fehlern weiter zu funktionieren, darunter das sogenannte n-1-Kriterium. „Das bedeutet: Bei einem Ausfall einer Stromleitung muss immer noch mindestens eine weitere vorhanden sein, die die Strommenge der ausgefallenen übernehmen kann“, sagte der Leiter des Fachgebiets Energieinformationsnetze und -systeme (Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik). Das habe bei dem Anschlag auf ein Umspannwerk in Brandenburg Anfang des Monats offenbar funktioniert. mih