Staufrei durch Hanoi

14.02.2012

Staufrei durch Hanoi

Frühwarnsystem soll Staus und Luftverschmutzung in Hanoi vermeiden

Der Darmstädter Juniorprofessor Thorsten Strufe entwickelt mit einem vietnamesischen Partner ein drahtloses Sensornetzwerk, das die Verkehrssituation und die Umweltbelastung in Hanoi in Echtzeit abbilden soll. Sein Ziel: Staus in der vietnamesischen Metropole vermeiden – und die damit verbundene Luftverschmutzung.

Prof. Dr.-Ing. Thorsten Strufe vom Fachbereich Informatik der TU Darmstadt. Bild: Katrin Binner
Prof. Dr.-Ing. Thorsten Strufe. Bild: Katrin Binner

Hanoi ist mit etwa 6,8 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Vietnams. Mit dem steten Anstieg der Einwohnerzahl steigt auch die Anzahl der Fahrzeuge, die auf den städtischen Straßen für eine große Belastung sorgen. Motorräder, Fahrräder und Autos verursachen täglich endlose Staus; da mehr als die Hälfte der motorisierten Fahrzeuge die Emissionsstandards nicht erfüllen, ist auch die Luftverschmutzung enorm.

Prof. Dr.-Ing. Thorsten Strufe vom Fachbereich Informatik der TU Darmstadt und Prof. Dr.-Ing. habil. Hoang Dang Hai vom Vietnam Center of Emergency Response Teams (VNCERT) entwickeln in einem gemeinsamen Projekt nun ein Netzwerk, das online die verkehrsbedingte Umweltverschmutzung in der vietnamesischen Hauptstadt beobachten soll. Ziel des Projekts mit dem Titel “Smart Sensor Network for Online Monitoring of Traffic-generated Pollution Data in Hanoi City” ist ein Frühwarnsystem für Staus, das für alle Bürger via Internet zugänglich ist.

Zusätzlich sollen die tägliche Luftverschmutzung sowie die Geräuschentwicklung beobachtet und visualisiert werden. In der ersten Phase des Projektes werden mobile Sensoren an öffentlichen Verkehrsmitteln angebracht und deren Messwerte beobachtet und ausgewertet. Später soll das System dann erweitert werden. Insgesamt rechnen die Wissenschaftler für den Aufbau des Sensornetzwerkes in der ersten Projektphase mit Gesamtkosten von nur 35.000 Euro.

Pilotprojekt in echter „Megacity“

„Drahtlose Sensornetzwerke sind ideal für Anwendungen in Ballungszentren, weil sie die erfassten Daten schnell und direkt allen Bürgern zur Verfügung stellen können. Die Einrichtung solcher Netzwerke scheitert aber bislang häufig an der Zurückhaltung vieler Stadtverwaltungen. Anhand des Pilotprojekts in Hanoi können wir ein solches System erstmals in einer echten ‚Megacity‘ installieren und testen“, sagt Thorsten Strufe.

Für das Projekt erhalten Thorsten Strufe und Hoang Dang Hai Fördermittel aus dem Alumni-Programms der Alexander von Humboldt-Stiftung. Mit dem Programm unterstützt die Stiftung längerfristige Kooperationen zwischen internationalen Alumni und deutschen Akademikern.

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