Neue Heimat für das „603qm“

18.12.2012

Neue Heimat für das „603qm“

Darmstädter Architekturbüro plant fünfstöckigen Neubau

Das Darmstädter Architekturbüro Lengfeld & Wilisch wird das neue Gebäude der TU Darmstadt am derzeitigen Standort des 603qm planen. In dem fünfstöckigen Neubau an der Alexanderstraße entstehen Büros sowie studentische Lernräume. Der studentische Kulturbetrieb 603qm erhält Flächen im Erdgeschoss für den Cafébetrieb sowie im Untergeschoss für Konzerte und Veranstaltungen.

Architekturskizze zeigt den Eingang des neuen Gebäudes am Standort des 603qm. Bild: Architekturbüro Lengfeld & Willisch
Blick vom Eingang aus in die Lounge des neuen Gebäudes. Bild: Architekturbüro Lengfeld & Wilisch

Lengfeld & Wilisch Architekten BDA setzten sich in einem EU-weiten Auswahlverfahren gegen 29 weitere Büros durch. In die Endrunde des Verfahrens war eine Planungskonkurrenz integriert, zu der die sechs Finalisten anonym jeweils einen baulichen Lösungsansatz eingereicht hatten.

Die Bewertungskommission lobte bei dem Vorschlag von Lengfeld & Wilisch insbesondere die Gestaltung des insgesamt rund 1.000 Quadratmeter großen Bereichs für die Studierenden: Treppen und Rampen schaffen interessante und kommunikative Räume, die ideal für kulturelle und studentische Veranstaltungen sowie ein Lernzentrum geeignet sind. Zusätzlich zum Café- und Veranstaltungsbereich entsteht durch eine breite Frei- und Sitztreppenanlage eine attraktive Eingangszone für das 603qm. Die darüber angeordneten rund 2.700 Quadratmeter umfassenden Bürogeschosse sind funktional, effizient und wirtschaftlich gestaltet. Die Gesamtkosten für den Neubau schätzt die TU Darmstadt derzeit auf rund 12,5 Millionen Euro.

„Das Büro Lengfeld & Wilisch hat für diese städtebaulich bedeutsame Stelle – unmittelbar gegenüber des Wissenschafts- und Kongresszentrums darmstadtium und direkt neben dem Verwaltungshochhaus – einen architektonisch und funktional gelungenen Entwurfsvorschlag vorgelegt, der einen weiteren wichtigen Baustein für die Entwicklung unseres Innenstadt-Campus darstellt“, sagt TU-Kanzler Dr. Manfred Efinger.

Baufällige „Stoeferlehalle“ wird abgerissen

Architekturskizze zeigt die Außenfassade des neuen Gebäudes am Standort des 603qm. Bild: Architekturbüro Lengfeld & Willisch
Der studentische Kulturbetrieb 603qm erhält Flächen im Erd- und Untergeschoss. Bild: Architekturbüro Lengfeld & Wilisch

„In der eingereichten Arbeitsprobe sehen wir viele interessante Ideen und Ansätze. Zudem begrüßen wir, dass der Auftrag an ein Darmstädter Architekturbüro vergeben wurde und versprechen uns davon eine gute Zusammenarbeit“, sagt Daniel Wiesen stellvertretend für das 603qm.

Das bestehende Gebäude wird voraussichtlich Mitte 2013 abgerissen. Bis dahin führt das 603qm den Cafébetrieb und nicht lärmintensive Kulturveranstaltungen fort. Um den regional bedeutenden Kulturbetrieb und studentische Arbeitsplätze zu erhalten, wird das 603qm während der Bauzeit den Cafébetrieb an einem anderen Ort auf dem Campus Stadtmitte temporär weiterführen.

Die TU Darmstadt hatte sich in Abstimmung mit dem AStA und den Betreibern des 603qm Anfang des Jahres entschlossen, die eingeschossige und insgesamt baufällige „Stoeferlehalle“ abzureißen. Auslöser war ein vom Ordnungsamt der Stadt Darmstadt angeordnetes Nutzungsverbot für abendliche Musik-Events inklusive Getränkeausschank, nachdem sich Beschwerden von Anwohnerinnen und Anwohnern über nächtlichen Lärm bei Konzertveranstaltungen im 603qm gehäuft hatten.

In einem Neubau können die Nutzungsanforderungen des Veranstaltungsbetriebs zukünftig optimal gelöst und in den zusätzlichen Obergeschossen Büroflächen für bisher in Anmietungen außerhalb des Campus untergebrachten Einrichtungen der TU Darmstadt geschaffen werden.

Die Halle in der Alexanderstraße 2 war 1954 ursprünglich für den Fachbereich Maschinenbau gebaut worden und wird nach dem damals verantwortlichen Professor „Stoeferlehalle“ genannt. Nach dem Umzug des Fachbereichs Maschinenbaus auf den Campus Lichtwiese in den 70er Jahren wurde die Halle zunächst als Lager genutzt und stand danach jahrelang leer.

Seit rund zehn Jahren wird die „Stoeferlehalle“ als studentischer Veranstaltungsraum genutzt. In dieser Zeit hat sich das 603qm als gewerbliches Referat des AStA und Kultureinrichtung mit regelmäßigem Programm etabliert.

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