Schlagabtausch mit Golfbällen

12.02.2013

Schlagabtausch mit Golfbällen

Studierende der TU Darmstadt entwickeln Minigolf-Roboter

Der beste Minigolf-Roboter steht fest: EMKlopper. Insgesamt sieben Teams sind in diesem Semester bei dem traditionellen Wettbewerb des Projektseminars Praktische Entwicklungsmethodik (PEM) angetreten. Das Institut für Elektromechanische Konstruktionen bereitet so Studierende auf das Arbeitsleben vor.

Mit einem Schlag eingelocht: Der Minigolf-Roboter Kabuum in Aktion.
Mit einem Schlag eingelocht: Der Minigolf-Roboter Kabuum in Aktion.

Wettbewerbsstimmung im Hans-Busch-Institut der TU Darmstadt. Sieben Teams treten im Rahmen der Lehrveranstaltung Praktische Entwicklungsmethodik (PEM) mit ihren Minigolf-Robotern gegeneinander an. Monatelang haben sie an dem EMKleingolfer getüftelt. Nun gilt es: Sieben Teams müssen auf die Sekunde genau ihr Bestes geben und hoffen, dass der Ball mit so wenigen Schlägen wie möglich auf der Minigolf-Bahn eingelocht wird.

Es gewinnt das Team, dass das beste Gesamtpaket abliefert. Wurden die vorgegebenen Rahmenbedingungen, wie Volumen und Gewicht, eingehalten? Wie steht es um Design, Sicherheit und Verarbeitung des Roboters? Und natürlich: Funktioniert er?

Der Gewinner ist EMKlopper. „Wir sind sehr zufrieden“, strahlt Daniel Freund. Er und seine Kommilitonen hätten beim Aufbau ein paar Probleme gehabt, doch letztendlich habe alles super funktioniert. „Die Teamarbeit in unserer Gruppe war gut und auch unter den Teams haben wir uns viel geholfen“, erzählt er von den letzten Monaten. Zwar kämen viele verschiedene Charaktere zusammen, doch damit umzugehen sei ja ein Lernziel des Projekts.

Theorie in Praxis umsetzen

Der Wettbewerbstag in Bildern [zum Start der Fotostrecke auf das Bild klicken]
[1/8]
Der Wettbewerbstag in Bildern [zum Start der Fotostrecke auf das Bild klicken]

In dem Seminar, das 1963 am Fachbereich Elektro- und Informationstechnik entwickelt wurde, werden industrielle Entwicklungsprozesse erprobt. Die Teilnehmer erarbeiten sich alles selbst, betreut von Mentoren. Zu Beginn des Wintersemesters wird die Aufgabenstellung bekanntgegeben: „Die Studenten und Studentinnen der Elektrotechnik werden zunächst ins kalte Wasser geschmissen“, erklärt Diplomingenieur Carsten Neupert, Koordinator des Projekts. Die Studierenden hätten zwar in den Semestern zuvor die Grundlagenvorlesungen besucht, doch sei es schwierig, diese Theorie in die Praxis umzusetzen. „Dieses Seminar ist eine gute Übung fürs Arbeitsleben. In der Industrie müssen sie sich auch ständig in neue Themengebiete und Problemstellungen einarbeiten.“

Das schwierige an der diesjährigen Aufgabenstellung: Die Roboter müssen auf zwei verschiedenen Bahnen spielen. „Die Studierenden müssen ihre Entwicklung also auf unterschiedliche Rahmenbedingungen einstellen können.“ Das war in den Jahren zuvor anders, die Teilnehmer entwickelten eine Zahnpasta-Dosier-Maschine oder einen Schokoriegelteiler.

Den Profis zeigen, was sie können

„Ich habe sehr viel gelernt und das praktische Arbeiten hat mir Spaß gemacht“, sagt die Studentin Freya Schiewer. Sie und ihr Team landeten mit EMKöpfchen auf dem vorletzten Platz. „Auf der Bahn hat es heute leider nicht so gut geklappt“, meint sie. Das sei sicher auch etwas der Nervosität geschuldet. Jedes Team musste bei dem Wettbewerb dem Druck der Öffentlichkeit standhalten.

Jurymitglied Erich Hess, Minigolfexperte des SG Arheilgen, freut sich über die Aufmerksamkeit, die der Minigolf-Sport so bekommt. „Das ist eine ganz andere Art, sich mit Minigolf zu beschäftigen“, sagt er. Die Roboter werden nun im Fachbereich ausgestellt und im Juli sind die Teams mit ihren Entwicklungen zu den Deutschen Minigolf-Jugendmeisterschaften eingeladen. Dort können sie den Profis zeigen, was ihre Roboter wirklich können.

zur Liste