Modellfabrik und Energieingenieure der Zukunft

05.03.2013

Modellfabrik und Energieingenieure der Zukunft

Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann besucht TU Darmstadt

Aktuelle und geplante Projekte zur Energieforschung und Ideen für eine verbesserte Energieeffizienz in der Industrie – die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann informierte sich bei ihrem Besuch am 04. März über drei Projekte der TU Darmstadt: Die geplante ETA-Fabrik, die Graduate School of Energy Science and Engineering und das Energy Center.

Hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann. Bild: Sibylle Scheibner
Die hessische Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann. Bild: Sibylle Scheibner

Das Institut für Produktionsmanagement, Technologie und Werkzeugmaschinen (PTW) hat Strategien erarbeitet, um den Energiebedarf in der industriellen Produktion deutlich zu senken und plant ein Energieeffizienz Technologie- und Anwendungszentrum (ETA-Fabrik) auf dem Campus Lichtwiese; die Graduate School of Energy Science and Engineering bildet Energie-Ingenieure aus, das TU Darmstadt Energy Center arbeitet an den wissenschaftlichen und technologischen Grundlagen für eine ganzheitliche und nachhaltige Energieversorgung.

Das Projekt ETA-Fabrik

Über bisherige energiesparende Maßnahmen an einzelnen Maschinen hinaus liegt ein noch kaum erschlossenes Energieeffizienzpotenzial in der Weiternutzung der beim Maschinenbetrieb entstehenden Abwärme sowie der thermischen Vernetzung von Fabrikgebäuden und den darin enthaltenen Fertigungsprozessen.

Zu diesem Zweck hat sich an der TU Darmstadt eine Forschergruppe, bestehend aus Wissenschaftlern des Maschinenbaus, Bauingenieurwesens und der Architektur zusammengeschlossen, um im Forschungsprojekt ETA-Fabrik eine hoch energieeffiziente Modellfabrik auf dem Campus Lichtwiese der TU Darmstadt zu entwickeln. Die geplante Anlage ermöglicht thermische und elektrische Interaktion der Maschinen untereinander, sowie die weitere Einbeziehung des Fabrikgebäudes.

Die ETA-Fabrik soll eine anschauliche Darstellung der Forschungsergebnisse liefern und einem breiten Publikum als Demonstratorobjekt zugänglich sein. Neben den diversen Forschungsaktivitäten zum Thema Energieeffizienz soll die ETA-Fabrik als Grundlage für die fachdisziplinübergreifende Ausbildung des ingenieurwissenschaftlichen Nachwuchses an der TU Darmstadt und der Weiterbildung von Kompetenzträgern in der Industrie dienen. Ziel des geplanten Forschungsvorhabens ist es, diese energieeffiziente Modellfabrik zu einem internationalen Leuchtturmprojekt und einer Keimzelle für Innovationen und Technologieentwicklungen „made in Germany“ aufzubauen.

Graduate School of Energy Science and Engineering

Kanzler Manfred Efinger, Professor Joachim Metternich und Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (v.li.n.re.). Bild: Sibylle Scheibner
Kanzler Manfred Efinger, Professor Joachim Metternich und Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann (v.li.n.re.). Bild: Sibylle Scheibner

Die Mission der neuen Graduate School of Energy Science and Engineering ist die multidisziplinäre Ausbildung kommender Generationen leitender Energie-Ingenieure, die ihrer natur- und ingenieurwissenschaftlichen, ökonomischen und gesellschaftlichen Verantwortung durch einen interdisziplinären Ansatz gerecht werden.

Im Zuge der zweiten Phase der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder wird die Einrichtung zunächst bis 2017 mit 5,9 Millionen Euro gefördert. Ihre Aufgabe ist die Erarbeitung einer wissenschaftlichen Basis für eine kontinuierliche Umstellung von kohlenstoffbasierten Energiequellen auf eine zukünftige Versorgung durch erneuerbare und umweltfreundliche Energiequellen.

Energy Center der TU Darmstadt

Das interdisziplinär angelegte Energy Center zielt darauf ab, Wissenschaftler der Ingenieur-, Natur- und Gesellschaftswissenschaften zusammenzuführen, um gemeinsam Lösungsansätze zu entwickeln, den steigenden Energiebedarf unserer Gesellschaft zu sichern.

Das Energy Center versteht sich somit als Kommunikationsschnittstelle von Wissenschaft, Industrie und Politik, um an neuen Energietechnologien zu arbeiten und bereits bestehende zu optimieren. Weiter sollen gesellschaftliche, wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, um die Nachhaltigkeit der Energiewirtschaft zu sichern.

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