Im Schlossgraben wächst der Garten

14.11.2013

Im Schlossgraben wächst der Garten

Engagement der Bürgerinnen und Bürger erwünscht

Die Bagger im Schlossgraben sind ein klares Zeichen: Die Sanierung des Naturstreifens startet. Mit einer Spendenaktion sollen auch Bürger gewonnen werden, damit aus dem Schlossgraben eine attraktive grüne Oase wird. Im Sommer 2014 will die TU Darmstadt als Schlossherrin die Öffnung der kleinen Parkanlage feiern.

TU-Kanzler Manfred Efinger am Steuer eines Baggers. Bild: Patrick Bal
Spatenstich mal anders: TU-Kanzler Manfred Efinger eröffnet die Sanierung des Schlossgrabens. Bild: Patrick Bal

Zeitgleich mit der Sanierung des Darmstädter Residenzschlosses gestaltet die TU Darmstadt auch den Schlossgraben nach historischem Vorbild. „Mir ist es ein persönliches Anliegen, dieses herrliche Fleckchen mitten in der Stadt wieder aufzuwerten und künftig wieder als öffentliche Grünanlage mit den Darmstädterinnen und Darmstädtern zu teilen“, sagt TU-Kanzler Dr. Manfred Efinger.

Seinen Dank richtet Efinger an Dr. Hans-Joachim Klein, Dr. Marie-Luise Wolff-Hertwig und Georg Sellner. Als renommierte Darmstädter Persönlichkeiten unterstrichen sie mit ihrer Schirmherrschaft die Bedeutung dieses Projekts für die Stadt Darmstadt. „Ich liebe das Schloss als lebendigen Mittelpunkt der Innenstadt und freue mich auf den neuen Schlossgarten zum Flanieren, Entspannen und Feiern“, begründet Dr. Hans-Joachim Klein, Vorsitzender des Heimatverein und Förderverein Darmstädter Heiner e.V., das Engagement.

Projekt „Mein Schlossgraben“

Dr. Stefan Schneckenburger, Direktor und Wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Garten. Copyright: Jan Ehlers




Alle Informationen und Hintergründe [zu mein Schlossgraben]

Ein Garten aus dem 19. ins 21. Jahrhundert

Georg Sellner, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Darmstadt, sieht in der Wiederbelebung des historischen Gartens eine „kulturelle Bereicherung für Darmstadt und unsere Region, die wir gerne aktiv unterstützen“. Tatsächlich orientieren sich die Planungen am Zustand des Gartens im 19. Jahrhundert.

Bereits 1814 ließ Großherzog Ludwig I. den Schlossgraben trockenlegen. Sechs Beete erinnern an Darmstadts ersten Botanischen Garten, der damals auf Initiative von Baurat Johannes Hess im Schlossgraben angelegt wurde. Dr. Stefan Schneckenburger, Direktor des Botanischen Gartens, betreut diese Beete persönlich mit seinem Team.

Der übrige Bereich soll in der zum Teil noch erhaltenen Fassung des Landschaftsgartens von 1866 belassen bleiben und unter denkmalpflegerischen sowie ökologischen Gesichtspunkten ergänzt werden. Auch die historische Teichanlage wird wiederhergestellt.

Spenden und Patenschaft übernehmen

Menschen im Schlossgarten und Dr. Schneckenburger. Copyright: Jan Ehlers
Mithelfen erwünscht: Ob Geld oder Arbeitszeit – die TU freut sich über jede Spende. Bild: Jan Ehlers

Dabei möchte sich der Darmstädter Energie-Konzern HSE einbringen. Dieser engagiere sich generell für die ökologische Aufwertung der Region, so deren Vorstandvorsitzende, Dr. Marie-Luise Wolff-Hertwig. Der Schlossgraben liege ihr jedoch besonders am Herzen.

Das Baudezernat der TU plant und realisiert die neue Anlage. Derzeit erschließt die TU den östlichen Geländebereich durch Rodungs-, Aufräum- und Pflegearbeiten und legt neue Wege an – damit dort im Frühjahr gepflanzt werden kann. Für die weitere Ausgestaltung mit Pflanzen, Bänken und Nistmöglichkeiten werden insgesamt 108.850 Euro benötigt.

Nun sind die Darmstädter Bürgerinnen und Bürger gefragt. Diese können eine „Patenschaft“ in Form einer Spende übernehmen und auf diese Weise die Grünfläche mitgestalten, oder sie melden sich unter info@mein-schlossgraben.de für eine Garten-Mitmach-Aktion im Frühjahr 2014.

„Besonders engagierten Spendern dankt die TU Darmstadt mit einem besonderen Geschenk, einem Faksimile des Pflanzenkatalogs zum ersten Botanischen Garten“, verspricht Kanzler Efinger. Die Wiedereröffnung soll zum 200. Jubiläum des Gartens am 15. Juni 2014 mit einer öffentlichen Feier mit Bürgern und Freunden begangen werden.

Beispiele für Spendenobjekte

6 Nisthöhlen für Vögel: Benötigte Spende: 50 Euro / Stück

Wenn natürliche Nistmöglichkeiten fehlen, weil es kaum noch morsche Bäume oder Brutnischen in alten Gemäuern gibt, sind Nisthöhlen eine essentielle Maßnahme zum Schutz unserer einheimischen Vogelarten.

6 Fledermauskästen: Benötigte Spende: 100 Euro / Stück

Viele Fledermausarten sind gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht. Der Schlossgraben jedoch beherbergt zahlreiche Fledermäuse. Mit artgerechten Fledermauskästen erhalten die Säugetiere einen sicheren Unterschlupf und Brutplatz.

10 „Astwerkbänke“ : Benötigte Spende: 1.000 Euro / Bank

Zur weiteren Gestaltung der Gartenanlage sind „Astwerkbänke“ aus Gusseisen vorgesehen. Von diesem Banktyp, der in vielen öffentlichen Gärten seit Mitte des 19. Jahrhunderts aufgestellt wurde, befinden sich bereits 2 Modelle im Bärenzwinger des Schlosses.

zur Liste