Hauptsache Luftfahrt

24.10.2014

Hauptsache Luftfahrt

Serie „Campus-Köpfe“: TU-Student Ferhat Dönmez vereint Hobby und Studium

Ferhat Dönmez studiert im achten Semester Wirtschaftsingenieurwesen. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten und einem Studiengangwechsel verbindet er nun mit Praktika in der Luftfahrtindustrie sein Studium mit seinem größten Interesse. Die Serie „Campus-Köpfe“ stellt Studierende der Universität vor, die spannende, nicht alltägliche Interessen und Ziele haben.

Leidenschaft Flugzeuge – Ferhat Dönmez auf dem August-Euler-Flugplatz der TU Darmstadt. Bild: Sandra Junker
Leidenschaft Flugzeuge – Ferhat Dönmez auf dem August-Euler-Flugplatz der TU Darmstadt. Bild: Sandra Junker

Flugzeuge sind Ferhat Dönmez‘ große Leidenschaft. Personen- oder Transportflugzeuge, große oder kleine Maschinen, ganz egal, Hauptsache – „es fliegt“. Seit er ein kleiner Junge ist, sammelt er „generell alles was mit Flugzeugen zu tun hat“, von Flugmodellen bis hin zum Originalessbesteck aus dem Airbus A380. Somit stand sein Berufswunsch nach dem Abitur auch relativ schnell fest. „Irgendwas mit Flugzeugen“, sollte es sein, erzählt Ferhat grinsend.

Also schrieb der 26 Jahre alte Lampertheimer sich in Darmstadt als Bauingenieur ein, stellte aber schon bald fest, dass er sich den „falschen“ Studiengang ausgesucht hatte. Er sei zwar gut in Mathe und technischer Mechanik gewesen, erinnert er sich, fühlte aber gleichzeitig, dass seine eigenen Interessen und Schwerpunkte andere waren, als jene, die in seinen Seminaren und Vorlesungen gesetzt wurden. Als dann die ersten schlechten Klausurergebnisse kamen, begann er sich immer häufiger zu fragen: „Schaffe ich das überhaupt?“.

Auch sein soziales Umfeld sei zu Beginn des Studiums skeptisch gewesen, ob er sein Studium erfolgreich abschließen werde. Nur seine Eltern hätten ihn von Beginn an unterstützt, betont Ferhat, wofür er ihnen bis heute dankbar ist. Nach zwei Semestern beschloss er schließlich, auf Wirtschaftsingenieurwesen umzusatteln.

Ein Sprung ins kalte Wasser

Klare Ziele: Ferhat Dönmez möchte nach dem Studium in der Luftfahrt arbeiten. Bild: Sandra Junker
Klare Ziele: Ferhat Dönmez möchte nach dem Studium in der Luftfahrt arbeiten. Bild: Sandra Junker

„Ich wurde an der Uni ins kalte Wasser geworfen“, sagt Ferhat. Besonders die Anonymität und Selbstverantwortung machten ihm zu schaffen. Die Motivation und Unterstützung seiner Mitstudenten habe ihm damals sehr geholfen. Inzwischen ist er im achten Semester, hat Praktika bei Airbus, der Lufthansa und Turkish Airlines absolviert und wird, wenn alles klappt, sein Studium im nächsten Halbjahr mit dem Bachelor abschließen. Der Knick in seiner Studentenkarriere hat sich für ihn im Nachhinein als großer Glücksfall erwiesen.

„Man wird während des Studiums auch erwachsen“, betont Ferhat immer wieder. Mitunter wirkt er, als wüsste er selbst nicht wie er soweit gekommen ist, der Stolz über seine Leistung überwiegt aber eindeutig. Besonders eine Sache habe er während des Studiums gelernt: Einerseits habe man als Studierender die Freiheit eigene Entscheidungen zu treffen, aber auch die Verantwortung sie selbst treffen zu müssen und dann auch die Folgen hinzunehmen.

Von Darmstadt nach Toronto

So entschied er sich sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und bewarb sich im vergangenen Jahr für ein Praktikum bei der Lufthansa in Toronto. Mit der Zusage sei für ihn ein Traum in Erfüllung gegangen, strahlt Ferhat und bezeichnet die sechs Monate in Kanada als eine der schönsten Zeiten seines Lebens. Auch wenn er sein Studium durch das Praktikum um ein Semester verlängert, bereut er diese Entscheidung nicht.

„Viele Personaler legen Wert auf Erfahrung“ betont er und ist sich sicher, dass die Kenntnisse und das Wissen, das er in diesem halben Jahr erlangt hat, seine längere Studiendauer mehr als wettmachen. „Ich konnte das, was ich in der Theorie gelernt habe, in live erleben“, fasst er die vergangenen sechs Monate zusammen.

Zu seinen Aufgaben in Toronto gehörten neben dem Marketing der Fluggellschaft auch organisatorische Aufgaben, wie etwa das Eintragen von Flügen auf die LH-Homepage oder die Vorbereitung von Events. Besonders das Wissen aus der Marketingvorlesung habe ihm während des Praktikums sehr weitergeholfen, aber auch Teile aus der technischen Mechanik konnte er anwenden. Dass seine Chefin ihm viele Freiheiten bei der Arbeit ließ, gab ihm zusätzliches Selbstvertrauen.

Auch ein Praktikum bei Airbus brachte ihn seinem großen Traum ein Stück näher: „Ich durfte bei der Endmontage des A380 dabei sein“, sagt Ferhat. „Man sieht erst im Praktikum, wie es richtig geht“, davon ist der Student überzeugt. In welchem Bereich der Luftfahrt er später arbeiten möchte, diese Entscheidung steht indes noch aus. „Einerseits interessiert mich der Ingenieursteil, aber auch das Marketing“, ist er sich uneins.

Wie entstand damals eigentlich der Kontakt zur Lufthansa? „Das war ganz einfach“, grinst Ferhat. „Ich bin bei der Konaktiva einfach zum Stand hin und habe mich vorgestellt“. Manchmal kann es so einfach sein.

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