Eine Pyramiden-Eiche für das Darmstädter Schloss

09.04.2014

Eine Pyramiden-Eiche für das Darmstädter Schloss

Neupflanzung schließt Brandlücke im Schlossgraben

Die Technische Universität Darmstadt stellt die Sichtachse zum Darmstädter Schloss wieder her. Am Mittwoch (9. April) wurde eine 12 Meter hohe Pyramiden-Eiche angeliefert und auf der Westseite des Schlosses, an der rechten Seite der Parforcebrücke am Friedensplatz, gepflanzt.

Das Darmstädter Schloss erhält eine zweite Pyramiden-Eiche. Bild: Patrick Bal
Das Darmstädter Schloss erhält eine zweite Pyramiden-Eiche. Bild: Patrick Bal

Vom Luisenplatz aus gesehen markierten bis vor einigen Jahren zwei Pyramiden-Eichen die städtische Achse von der Westseite des Schlosses über Friedensplatz und (Obere) Rheinstraße. Die rechte Pyramiden-Eiche war durch Fäulnis schwer geschädigt und musste 2011 gefällt werden. Um die städtebauliche Achse wiederherzustellen, wurde nun eine neue Pyramiden-Eiche gepflanzt. Diese Maßnahme ist ein weiterer Schritt zur gartendenkmalpflegerischen Wiederherstellung des Schlossgrabens.

Der Baum war, vermutlich durch ein Brandereignis, gravierend geschädigt. Sein Stamm war hohl und es konnte immer wieder Wasser ins Stamminnere dringen, was zu Stammfäule führte. Eine so schwere Verletzung lässt sich nur durch die Brandnächte in Darmstadt am Ende des zweiten Weltkriegs erklären. Die Eiche hatte sich seit damals nicht wieder erholt.

Die noch vorhandene Pyramiden-Eiche auf der linken Seite wird auf ein Alter von circa 160 bis 200 Jahren geschätzt. Die Eiche, die nun auf der rechten Seite ergänzt wird, vervollständigt das Ensemble und ist ca. 12 Meter hoch.

Pyramideneiche

Neupflanzung am Darmstädter Schloss [Klicken Sie zum Start der Fotostrecke auf das Bild]
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Neupflanzung am Darmstädter Schloss [Klicken Sie zum Start der Fotostrecke auf das Bild]

Eine Pyramiden-Eiche, auch Säulen-Eiche genannt, hat eine schlanke Form und einen umfangreichen Stamm mit einer dicht verzweigten, kegelförmigen Krone. Häufig sind es Exemplare der Sorte „Fastigiata“ der Stieleiche (Quercus robur). Im Unterschied zu der Originalform von Eichen wächst die Pyramideneiche sehr schmal und steil aufwärts. Früchte und Blätter sind jedoch identisch mit den bekannten Sorten. Die Pyramideneiche kann bis zu 20 Meter hoch werden. Am besten wächst sie in einer sonnigen Lage und in Humusboden. Das Wachstum ist jedoch verhältnismäßig langsam.

Alle Pyramideneichen Europas stammen wahrscheinlich von einem ca. 570 Jahre alten Baum aus Harreshausen, einem Stadtteil von Babenhausen, ab. Dieser Baum konnte nur vegetativ vermehrt werden, woraus jedoch circa 35 Sorten steilgewachsener Eichen entstanden.

Vegetative Vermehrung von Pflanzen bedeutet, dass Teile von ihr abgetrennt und zum Bewurzeln gebracht werden. Die daraus entstehenden Pflanzen haben identische Eigenschaften mit ihrer Mutterpflanze, da sie das gleiche Erbmaterial besitzen. Dadurch konnten aus der Pyramideneiche aus Babenhausen weitere hochgewachsene Stieleichen entstehen.

Verwendet wird die Pyramideneiche vor allem als dekorativer, imposanter Baum oder Baumgruppe in Alleen und Parks.

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