In die vierte Runde

16.07.2015

In die vierte Runde

Continental und TU Darmstadt unterzeichnen Forschungsprogramm PRORETA 4

Der internationale Automobilzulieferer Continental und die Technische Universität Darmstadt haben am Mittwoch (15. Juli) den Vertrag über das Forschungsprojekt PRORETA 4 unterzeichnet. PRORETA 4 ist das vierte Projekt des 2002 begonnenen PRORETA-Programms.

Der Außenspiegel eines Autos. Bild: Katrin Binner
Fahrsicherheit im Blick: Beim Forschungsprojekt PRORETA 4 geht es um maschinelles Lernen zur Unfallvermeidung. Bild: Katrin Binner

Frank Jourdan, Mitglied des Vorstands der Continental AG sowie Präsident der Division Chassis & Safety, und Professor Dr. Jürgen Rödel, Vizepräsident für Forschung der TU Darmstadt, gaben mit ihren Unterschriften den Startschuss für das Projekt PRORETA 4, das auf dreieinhalb Jahre angelegt ist.

„Als einer der führenden Automobilzulieferer sehen wir in der Forschung an Grundlagen der künftigen Fahrsicherheit eine unserer Hauptverantwortungen. Um eines Tages die Vision Zero, die Vision vom unfallfreien Fahren, erreichen zu können, müssen wir immer wieder neue Fragen stellen und diese beantworten“, sagte Jourdan während der Unterzeichnungsfeierlichkeiten. Rödel skizzierte die Stärke der erneuten Kooperation so: „Für unsere Studierenden ist diese Industriepartnerschaft wertvoll, weil sie als künftige hochqualifizierte Fachkräfte die Chance erhalten, ihr Wissen mit dem aktuellen Stand der Forschung zu kombinieren und in anspruchsvolle Anwendungsszenarien zu überführen.“

Professor Dr. Jürgen Rödel, Vizepräsident für Forschung der TU Darmstadt, und Frank Jourdan, Mitglied des Vorstands der Continental AG sowie Präsident der Division Chassis & Safety,unterzeichnen einen Vertrag. Bild: Paul Glogowski
Professor Dr. Jürgen Rödel (links), Vizepräsident für Forschung der TU Darmstadt, und Frank Jourdan, Mitglied des Vorstands der Continental AG sowie Präsident der Division Chassis & Safety, unterzeichnen den Vertrag zu PRORETA 4. Bild: Paul Glogowski

Sicherheit durch Lernen

Eine Schlüsselrolle wird diesmal das „maschinelle Lernen“ spielen. „Daher auch das Motto Safety by Learning, das die Aktivitäten von PRORETA 4 leitet“, so Professor Dr. Hermann Winner, Leiter des Fachgebiets Fahrzeugtechnik. „Im Verlauf der Zusammenarbeit unserer Fachgebiete mit Continental soll PRORETA 4 Neuland auf dem Feld lernfähiger Systeme für mehr Sicherheit im Fahrzeug beschreiten“, so Winner, der die PRORETA 4-Forschungsaktivitäten an der TU Darmstadt leitet.

Drei Fachgebiete sind in die komplexe Aufgabenstellung eingebunden: Das Thema maschinelle Wahrnehmung bezüglich des Fahrzeug-Umfelds, des Fahrers und weiterer Insassen wird vom Fachgebiet „Regelungsmethoden und Robotik“ des TU-Fachbereichs Elektrotechnik und Informationstechnik unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jürgen Adamy übernommen. Mit Umfeldsensorik und Innenraumkamera soll dabei der Regelkreis zwischen Fahrer, Fahrzeug und Umfeld geschlossen werden.

Entwicklung einer ganzheitlichen Schnittstelle

„Der Weg zum unfallfreien Fahren bedeutet für uns auch die Entwicklung einer dynamischen, ganzheitlichen Mensch-Maschine-Schnittstelle. Mit PRORETA 4 können wir nun daran arbeiten, sowohl das Umfeld als auch den Fahrer besser zu verstehen und die Grundlagen für die Fahrzeugbedienung der Zukunft zu schaffen“, erläutert Dr. Otmar Schreiner, Leiter Forschung & Entwicklung, Interior Electronics Solutions, Continental. Der Schwerpunkt Künstliche Intelligenz wird vom Fachgebiet „Knowledge Engineering Group“ des TU-Fachbereichs Informatik unter Leitung von Professor Dr. Johannes Fürnkranz verantwortet. Die Funktionsentwicklung, die zugehörige Architekturentwicklung und die Funktionsbewertung erfolgt durch das Fachgebiet „Fahrzeugtechnik“ von Professor Winner.

Continental erwartet von der gemeinsamen Forschung Ansatzpunkte für eine weiter gesteigerte Fahrsicherheit. Ralph Lauxmann, Senior Vice President Systems & Technology, Division Chassis & Safety und Mitglied der Geschäftsleitung, sagte dazu: „Wir wollen gemeinsam an lernenden Systemen forschen und dabei identifizierte, ausgewählte Einsatzbereiche im Fahrzeug auf ihre konkrete Nutzbarkeit hin überprüfen.“

Nomen est Omen: Die Bedeutung des Programmnamens

PRORETA 4 reiht sich in eine Staffel von Projekten ein, die dem Grundgedanken folgen, der namensgebend für das Programm ist: Auf antiken römischen Schiffen trug der Oberbootsmann die Bezeichnung Proreta. Er war es, der nach Untiefen Ausschau hielt und damit frühzeitig vor einer Gefahr für das Schiff warnte. Analog dazu geht es bei allen PRORETA-Staffeln um Lösungen für eine größere Sicherheit beim Autofahren.

Das erste PRORETA-Projekt (2002-2006) befasste sich mit der Notbrems- und Notausweich-Assistenz auf vorausfahrenden oder stehenden Verkehr. In PRORETA 2 (2006-2009) wurde die Überholassistenz zur Vermeidung von Unfällen mit entgegenkommendem Verkehr untersucht. PRORETA 3 (2011-2014) konzentrierte sich auf die Entwicklung eines Integralkonzeptes zur Automation und Unfallvermeidung.

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