TU-Chemikerin erhält Heinz Maier-Leibnitz-Preis

19.03.2010

TU-Chemikerin erhält Heinz Maier-Leibnitz-Preis

Dr. Christina Thiele erhält für ihre Forschung zur Strukturbestimmung organischer Verbindungen die wichtigste deutsche Auszeichnung für den Forschernachwuchs

Dr. Christina Thiele erhält den Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2010 der DFG für ihre Forschung zur kernresonanzspektroskopischen Strukturbestimmung organischer Verbindungen. Foto: Katrin Binner / TU Darmstadt
Dr. Christina Thiele erhält den Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2010 der DFG für ihre Forschung zur kernresonanzspektroskopischen Strukturbestimmung organischer Verbindungen. Foto: Katrin Binner / TU Darmstadt

Die Chemikerin Dr. Christina Thiele erhält den Heinz Maier-Leibnitz-Preis 2010. Damit würdigt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) Thieles Forschungsarbeiten zur Strukturbestimmung organischer Verbindungen. Dank dieser Grundlagenforschung soll langfristig die Wirksamkeit von Arzneimitteln oder die Aktivität von Katalysatoren verbessert werden können. Die 35-jährige Chemikerin forscht am Clemens-Schöpf-Institut für Organische Chemie und Biochemie der Technischen Universität Darmstadt. Der mit 16.000 Euro dotierte Heinz Maier-Leibnitz-Preis der DFG gilt als die wichtigste Auszeichnung für den Forschungsnachwuchs in Deutschland.

Dr. Christina Thiele hat sich in der Fachwelt durch ihre innovativen Arbeiten zur kernresonanzspektroskopischen Aufklärung von Molekülstrukturen einen Namen gemacht. Bei der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie (kurz: NMR-Spektroskopie) handelt es sich um eine Methode der Strukturaufklärung, die in verschiedensten Feldern der Chemie eingesetzt wird. Mit ihrer Hilfe ist es nicht nur möglich, ein statisches drei-dimensionales „Bild“ der Verbindung zu erzeugen, sondern auch die in Lösung vorliegenden dynamischen Prozesse zu untersuchen. Gerade diese dynamischen Prozesse sind für die Funktion der untersuchten Verbindungen oft ausschlaggebend. Thieles Untersuchungen können daher unter Umständen zum Verständnis der zeitlichen Änderung von Molekül-Strukturen und damit zum Verständnis ihrer Funktionen – als Wirkstoffe, Materialien oder auch Katalysatoren – beitragen.

„Christina Thiele hat sich bereits früh als risikobereite und kreative Wissenschaftlerin erwiesen und sich mit ihrer ausgeprägten wissenschaftlichen Eigenständigkeit ein international präsentes Profil erworben. Die Leiterin einer DFG-geförderten Emmy Noether-Nachwuchsgruppe setzte auf verschiedenen Gebieten die NMR-Spektroskopie höchst erfolgreich ein, zunächst in ihrer Dissertation zu metallorganischen Reaktionen, später dann zur Bestimmung der Konfiguration kleiner organischer Moleküle. Auf diesem weltweit nur von wenigen Forschergruppen beherrschten Feld konnte Christina Thiele substanzielle Beiträge leisten“, so die Begründung der DFG für die Auszeichnung.

Dr. Christina Thiele wurde 1975 in Linz, Österreich geboren. Sie studierte an der Universität Dortmund und fertigte ihre Diplomarbeit am King's College (London) über Naturstoffsynthesen an. Von 1998 bis 2002 arbeitete Thiele im Rahmen ihrer Promotion an der Universität Dortmund über Hydrostannylierungsreaktionen und entdeckte dabei ihr Interesse an der kernmagnetischen Resonanzspektroskopie. Nach ihrer Promotion 2002 begann sie eine Habilitation am Institut für Analytische Chemie der Universität Leipzig. 2005 wechselte Thiele an das Clemens-Schöpf-Institut für Organische Chemie und Biochemie der TU Darmstadt, um dort bei Prof. Dr. Michael Reggelin ihre Habilitation über NMR-spektroskopische Strukturbestimmungen an kleinen organischen Molekülen in anisotropen Medien fortzusetzen. Frau Thiele hat ihre Habilitation am Fachbereich Chemie am 1. März 2010 erfolgreich abgeschlossen.

Im Jahr 2007 hatte Thiele einen Lehrauftrag an der Universität Dortmund. Sie wurde im März 2008 für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen mit dem Preis für Habilitanden der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Universitätsprofessoren für Chemie (ADUC) ausgezeichnet, erhielt den mit 50.000 Euro dotierten Wissenschaftspreis der Adolf-Messer-Stiftung 2008 und ist seit Mai 2008 Leiterin einer Emmy-Noether Nachwuchsgruppe am Clemens-Schöpf-Institut für Organische Chemie und Biochemie an der TU Darmstadt.

Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird seit 1977 jährlich von der DFG und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung an sechs Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler vergeben. Er soll in gleicher Weise Anerkennung und Ansporn sein und die Ausgezeichneten darin bestärken, ihre wissenschaftliche Karriere gradlinig fortzusetzen. Der Preis ist mit je 16.000 Euro dotiert, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Verfügung gestellt werden.

Zum Thema

Pressemeldung vom 19.03.2010

Pressemeldung der DFG zur Verleihung 2010

Christina Thiele erhält den Adolf-Messer-Preis 2008 (23.01.2009)

Webseite der AK Thiele

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