TU Darmstadt und GSI rücken näher zusammen

26.11.2008

TU Darmstadt und GSI rücken näher zusammen

Vereinbarung über strategische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung abgeschlossen

FAIR-Anlage - Fotomontage. (c) gsi.de
FAIR-Anlage – Fotomontage. (c) gsi.de

Vorrangiges Ziel der Vereinbarung ist es, gemeinsam die Forschung und Entwicklung für das zukünftige internationale Beschleunigerzentrum FAIR zu bündeln und zu koordinieren.

FAIR steht für „Facility for Antiproton and Ion Research“. Es ist weltweit eines der größten Forschungsvorhaben für die physikalische Grundlagenforschung, an dem 3000 Wissenschaftler aus über 40 Ländern schon jetzt an der Planung arbeiten. FAIR ist eine Beschleunigeranlage, die Antiprotonen- und Ionenstrahlen mit bisher unerreichter Intensität und Qualität liefern wird. Die FAIR-Anlage wird aus acht Kreisbeschleunigern, von denen die beiden größten einen Umfang von 1100 Metern besitzen, zwei Linearbeschleunigern und rund 3,5 Kilometern Strahlführungsrohren bestehen. Die bereits existierenden GSI-Beschleuniger werden dabei als Vorbeschleuniger dienen. An FAIR wird eine nie dagewesene Vielfalt an Experimenten möglich sein, durch die Forscher aus aller Welt neue Einblicke in den Aufbau der Materie und die Entwicklung des Universums, vom Urknall bis heute, erwarten.

Das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung und die Universitäten Darmstadt, Frankfurt, Gießen, Heidelberg und Mainz sowie das Frankfurt Institute for Advanced Studies FIAS hatten am Montag, den 24. November eine Vereinbarung über die strategische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung unterzeichnet.

„Mit der getroffenen Vereinbarung wollen wir in der Region Fachkompetenz, Infrastrukturen und Personalkapazitäten bündeln und wir wollen wissenschaftlichen Nachwuchs gewinnen. Nur so können wir FAIR stemmen und alle gemeinsam von diesem fantastischen Projekt profitieren“, sagt Horst Stöcker der wissenschaftliche Geschäftsführer der GSI.

Seit Jahrzehnten bestehen bereits vielfältige Kooperation zwischen GSI und den Universitäten. Die Partner haben nun vereinbart, die schon bestehenden Kooperationen weiter auszubauen und besser zu koordinieren. Geplant ist beispielsweise die gemeinsame Nutzung von technischen Anlagen und Ausrüstung, um Komponenten für FAIR zu entwickeln und zu bauen. Weiterhin sollen mehr Professoren gemeinsam berufen werden. Auch um den wissenschaftlichen Nachwuchs wollen sich die Partner gemeinschaftlich bemühen. Voraussichtlich werden sich etwa 600 Doktoranden in den nächsten sechs Jahren mit der Forschung an der GSI und FAIR befassen. In der bereits gegründeten Graduiertenschule „HGS Hire“ (Helmhotz-Graduate School for Hadron and Ion Research) wird die Doktorandenausbildung koordiniert werden.

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