IT-Experten mit Breitenwissen gehört die Zukunft

03.12.2008

IT-Experten mit Breitenwissen gehört die Zukunft

Vorlesungen für kommende Informationstechnologie-Profis

T-Shaped Lectures
Breiten- und Tiefenwissen für den erfolgreichen Berufseinstieg sollen die „T-Shaped Lectures“ vermitteln

Das Fachgebiet „Entwicklung von Anwendungssystemen“ im Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der Technischen Universität Darmstadt reagiert mit einer neuen Vorlesungsreihe auf einen von IBM prognostizierten Fachkräftemangel im Bereich der Informationstechnologien.

Eine Studie von IBM hatte ergeben, dass zwischen 2010 und 2020 weltweit ein großer Mangel an IT-Profis herrschen wird. So sollen etwa 32 Millionen entsprechende Stellen nicht besetzt werden können. Darüber hinaus wurden in der Studie die bisherigen Studiengänge der Universitäten kritisiert. Viele der heutigen Absolventen seien zu einseitig spezialisiert. Die Wirtschaft aber brauche Mitarbeiter, die neben vertieftem Wissen in ihrer jeweiligen Spezialisierung ein ausgeprägtes Breitenwissen zum Beispiel in der Modellierung mitbringen.

Um diesen interdisziplinären Anforderungen Rechnung zu tragen, hat Prof. Dr. Erich Ortner vom Fachgebiet „Entwicklung von Anwendungssystemen“ in Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der TU Darmstadt die neue Vorlesungsreihe aufgesetzt. Sie trägt den Namen „The T-shaped lectures“ („Die T-förmigen Vorlesungen“). Dabei symbolisiert laut Ortner das „T“ den interdisziplinären Anspruch der Vorlesungen: So steht der Querbalken des T für das zu erwerbende Breitenwissen und der Längsbalken für das erforderliche Tiefenwissen in einem Technologiegebiet.

Ziel der neuen Vorlesungsreihe „The T-shaped lectures“ ist es, den Studierenden Mittel an die Hand zu geben, die es ihnen ermöglichen, bei Entscheidungen über den Tellerrand des eigenen Fachgebiets hinaus zu sehen und das gesamte Unternehmen im Blick zu haben. Studierende können dort über ihr eigenes Fachgebiet hinaus etwa Kenntnisse in angrenzenden Disziplinen wie Organisationslehre, Modellierung und IT-Service-Management erwerben.

Neben etwa 350 Studierenden des Wirtschaftsingenieurwesens, der Wirtschaftsinformatik und der Informatik, die diese Veranstaltungen im Rahmen ihres Curriculums besuchen, sind auch Studierende anderer Fachbereiche und alle Interessierten willkommen. Einige Veranstaltungen werden unter Beteiligung der Industrie durchgeführt.

Prof. Dr. Erich Ortner engagiert sich seit einem Jahr im Rahmen der IBM Academic Initiative, einer globalen Initiative zur Förderung von Forschung und Lehre an Universitäten, international für eine breitere Ausbildung künftiger IT-Fachkräfte. So basieren die Veranstaltungen überwiegend auf Konzepten und Materialien, die Prof. Ortner im Rahmen der Initiative zusammen mit Kollegen rund um den Globus zur Verbesserung der akademischen Lehre im IT-Bereich erarbeitet.

„Das Management komplexer Prozesse erfordert heute Kenntnisse und Fähigkeiten aus den verschiedensten Bereichen, die wir unseren Absolventen mit den T-Shaped Lectures mit auf den Weg geben wollen“, so Ortner. Nur die Kombination von ökonomischem Know-how, technischem Wissen sowie Fähigkeiten im Bereich informatischer Bildung und Organisation könne heute eine reibungslose Zusammenarbeit verschiedener, an einem Prozess beteiligter Mitarbeiter, Einheiten oder sogar ganzer Unternehmen gewährleisten.

Der Fokus der Veranstaltungen liegt im Wintersemester 2008/2009 dabei auf der Entwicklung von Anwendungssystemen für Unternehmen. Die Studierenden lernen, unternehmensinterne Prozesse in IT-Anwendungen abzubilden, die Kosten sparen und Abläufe erheblich vereinfachen können. Dabei wird im Rahmen der Veranstaltungen hoher Wert auf die Darstellung praktischer Anwendungsmöglichkeiten gelegt, wie zum Beispiel der elektronischen Erfassung der Materialbewegungen innerhalb von Geschäftsprozessen.

Das Fachgebiet „Entwicklung von Anwendungssystemen“ an der TU Darmstadt

Das Fachgebiet „Entwicklung von Anwendungssystemen“ betrachtet die Wirtschaftsinformatik vorrangig als eine spezielle Ingenieurwissenschaft. Zu ihren Forschungsbereichen zählen sowohl die Informationstechnologien an sich als auch Organisationen und nicht zuletzt der auf sprachlicher Basis Informationen verarbeitende Mensch. Gleichzeitig handelt es sich bei der Wirtschaftsinformatik um ein angewandtes Forschungsgebiet, dessen Theorien engen Bezug zur Praxis und zum konkreten IT-Einsatz beruflich sowie privat agierender Menschen haben.

www.metainformationen.de

Über IBM University Relations

IBM fördert mit weltweiten Wissenschaftsprogrammen die Zusammenarbeit mit Forschung und Lehre. Den Schwerpunkt bildet dabei nicht nur die Erforschung von Technologien, die es Unternehmen ermöglichen, Geschäftsprozesse mittels hochflexibler IT-Infrastrukturen dynamisch zu gestalten. Als Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen unterstützt IBM ebenso die Forschung und Lehre im Bereich Services und Consulting.

www-05.ibm.com/de/ibm/unternehmen/university_relations

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