ULB Richtfest

TU Darmstadt feiert Richtfest der neuen Universitäts- und Landesbibliothek

Der Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) auf dem Campus Stadtmitte der Technischen Universität Darmstadt ist in den vergangenen Monaten erkennbar fortgeschritten. Die Fertigstellung des Rohbaus feierte die TU Darmstadt am Nachmittag mit dem Richtfest.

Großer Andrang beim Richtfest der neuen Universitäts- und Landesbibliothek am 31.01.2011. Foto: Roman Grösser
Großer Andrang beim Richtfest der neuen Universitäts- und Landesbibliothek. Bild: Roman Grösser

„Die neue Universitäts- und Landesbibliothek wird ein attraktiver und zentraler Ort der Kommunikation und Informationsvermittlung auf dem Campus und in der Mitte Darmstadts sein“, sagte TU-Präsident Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel. „Mit dieser wichtigen Investition unterstützt die Landesregierung den konsequenten Weg der TU Darmstadt, dauerhaft zu den besten Technischen Universitäten in Deutschland zu gehören“. Der Neubau soll auf rund 20.000 Quadratmetern Nutzfläche und 78 Kilometern Regalböden Platz für insgesamt 2,2 Millionen Medien bieten, von den en 680.000 Bände im Freihandbereich aufgestellt werden können. Für die Benutzer entstehen über 500 Lese- und Arbeitsplätze. Der Umzug der ULB aus dem Darmstädter Residenzschloss ist für Mitte 2012 geplant.

„Das heutige Richtfest anlässlich der Fertigstellung des Rohbaus der Universitäts- und Landesbibliothek der Technischen Universität Darmstadt ist ein Meilenstein der Weiterentwicklung des Hochschulstandorts Darmstadt.“ Das erklärten Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann und Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer. Schäfer verwies darauf, dass die Baukosten in Höhe von rund 74 Mio. Euro aus dem Hochschulbau-Programm Heureka des Landes Hessen stammen. Mit dem Neubau der ULB halte die Landesregierung ihr Versprechen, die hessischen Hochschulstandorte fit für den nationalen und internationalen Wettbewerb zu machen. „Das neue Bibliotheksgebäude wird die Studien- und Arbeitsbedingungen an der TU Darmstadt wesentlich verbessern und kommt vor dem Hintergrund der doppelten Abiturjahrgänge in Hessen genau rechtzeitig“, sagte Eva Kühne-Hörmann.

Stadtmitte wird „Campus der kurzen Wege“

Die TU Darmstadt baut die neue Universitäts- und Landesbibliothek nach den Plänen des Nürnberger Büros Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten BDA, dessen Entwurf sich 2005 in einem internationalen Bewerbungsverfahren gegen rund 60 Vorschläge durchgesetzt hatte. Die Jury entschied schich damals einstimmig für den Entwurf, der funktional wie städtebaulich überzeugte. Bild: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten
So wird die neue Universitäts- und Landesbibliothek Mitte 2012 aussehen. Bild: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten

Die TU Darmstadt baut die neue Universitäts- und Landesbibliothek nach den Plänen des Nürnberger Büros Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten BDA, dessen Entwurf sich 2005 in einem internationalen Wettbewerbsverfahren gegen rund 60 andere Vorschläge durchgesetzt hatte. Die Jury entschied sich damals einstimmig für den Entwurf, der sowohl funktional als auch städtebaulich überzeugte. Das Gebäude, das von oben betrachtet wie ein klein geschriebenes „b“ aussieht, fügt sich in das Ensemble der sehr unterschiedlichen benachbarten Gebäude ein, zu denen das alte Hauptgebäude der TU ebenso gehört wie die Mensa und das Audimax-Gebäude. Mit dem Neubau wird der Campus Stadtmitte zu einem kompakten „Campus der kurzen Wege“ verdichtet, auf dem sich zentrale Hörsäle und Seminarräume, die Mensa, die Verwaltung und nun auch die Bibliothek in unmittelbarer Nähe befinden. Der Neubau schafft außerdem zwei neue Freiräume: In Richtung des alten Hauptgebäudes entsteht ein ruhiger „Lesehof“. Über einen so genannten „Campusplatz“ ist bereits heute die Mensa zu erreichen.

Im Inneren des Gebäudes dient ein überdachtes Atrium als kommunikativer Mittelpunkt. Über eine zentrale Treppe gelangen die Nutzer in die fünf Obergeschosse, auf denen über umlaufende Galerien die Freihandbereiche mit rund 680.000 Bänden erreichbar sind. Rund um die Galerien sind für einen ersten schnellen Einblick in die Medien so genannte Anlese- oder Sofortarbeitsplätze angeordnet, die eigentlichen Arbeitsplätze sind ruhiger und heller nach außen zur Fassade gelegen. Die Buchmagazine und eine Tiefgarage sind in zwei unterirdischen Geschossen untergebracht. Insgesamt wird sowohl die Magazinkapazität als auch das Angebot an Lesesaalplätzen deutlich erweitert.

Fachbereichsbibliotheken werden zentral zusammengeführt

Im Herz des Campus Stadtmitte: Die neue Universitäts- und Landesbibliothek sieht von oben betrachtet wie ein "b" aus. Das Gebäude fügt sich in das Ensemble der sehr unterschiedlichen benachbarten Gebäude ein, zu denen das Alte Hauptgebäude der TU Darmstadt ebenso gehört wie die Mensa und das Audimax-Gebäude. Die Luftaufnahme entstand im Oktober 2010. Bild: Ralf Zerbe / TU Darmstadt
Im Herz des Campus Stadtmitte entsteht die neue Universitäts- und Landesbibliothek. Bild: Ralf Zerbe

Die ULB wird in dem neuen Gebäude den Großteil der bisherigen Bibliotheken der TU zusammenfassen. Die Fachbereichsbibliotheken werden aufgelöst und mit den Beständen aus dem Darmstädter Residenzschloss an den neuen Standort überführt. Im Schloss verbleibt dann ein Freihandbereich mit rund 330.000 Bänden für die Fachgebiete der Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften. Die Bibliotheken der auf dem Campus Stadtmitte ansässigen Fachbereiche kommen dabei in den ULB-Neubau, die Bibliotheken der Fachbereiche auf der Lichtwiese werden im geplanten Hörsaal- und Medienzentrum auf der Lichtwiese zusammengezogen; in den Fachbereichen verbleiben lediglich Handapparate.

Die Darmstädter ULB dient in erster Linie der Forschung und der Lehre an der TU Darmstadt. Sie versteht sich dabei als universitäres Dienstleistungszentrum der Informationsversorgung und zugleich als Lern- und Arbeitsort. Außerdem nimmt die ULB die Funktion einer Landesbibliothek wahr: Sie dient der regionalen Informationsversorgung, sammelt das regionale Schrifttum und erbringt Dienstleistungen für die Wirtschaft und die übrigen Hochschulen und Bibliotheken der Region. Mit ihrer fast 450-jährigen Tradition und ihrer historischen und für die Forschung relevanten Altbestände reicht die Bedeutung der Bibliothek weit über die Region hinaus.

Zahlen und Fakten

Bauherr: Technische Universität Darmstadt
Architekt: Bär, Stadelmann, Stöcker Architekten BDA, Nürnberg
Kosten: 73,8 Mio. Euro, finanziert aus dem Baubudget der TU Darmstadt und einem zusätzlichen projektbezogenen Zuschuss des Landes in Höhe von 30 Millionen Euro
Baubeginn: Januar 2009
Fertigstellung Mai 2012 (geplant)
Hauptnutzfläche 19.400 m², zuzüglich 2.400 m2 Tiefgaragenfläche
Bibliothek:
  • 1 allgemeiner Lesesaal und Zeitschriften-Lesesaal
  • 3 Fachlesesäle
  • 1 Sonderlesesaal für Handschriften und Musikalien
  • Restaurierungswerkstatt, Buchbinderei und Digitalisierungszentrum
  • Sondermagazine für wertvolle Altbestände und Handschriften
  • Über 500 öffentlich zugängliche Arbeits- und Leseplätze
  • öffentlich zugänglicher Freihandbestand mit 680.000 Bänden
  • Großräumiges Kompaktmagazin für insg. 1,4 Mio. Medien
  • Büroräume für rd. 100 Mitarbeiter
  • Vortrags- und Schulungsraum
  • Tiefgarage mit 90 Stellplätzen
  • Caféteria
  • Copyshop

csi