Fragen an den Baudezernenten

Die Lichtwiese zu einem lebendigen Campus entwickeln

Fragen an Baudezernent Thorsten Schmidt (18.04.2013)

Ein städtebauliches und landschaftsplanerisches Leitbild: Die TU Darmstadt hat in enger Abstimmung mit der Stadt eine Rahmenplanung erarbeitet für die weitere Entwicklung der Bau- und Freiflächen am Standort Lichtwiese. TU-Baudezernent Thorsten Schmidt spricht im Interview über das in der Planung formulierte Leitbild und die zukünftige Entwicklung des Campus Lichtwiese.

Baudezernent Thorsten Schmidt. Bild: Chris Hartung
Baudezernent Thorsten Schmidt. Bild: Chris Hartung

TU Darmstadt: Die TU und die Stadt Darmstadt haben gemeinsam eine Rahmenplanung für den Standort Lichtwiese erarbeitet. Wie lange hat es gedauert, diese Planung zu entwickeln und welche Schritte waren dazu notwendig?

Thorsten Schmidt: Die gerade vorgestellte Rahmenplanung ist das Ergebnis eines Planungsdialogs, der im November 2005 mit einer 3-tägigen, kompetent besetzten Planungswerkstatt gestartet wurde. Eingeflossen sind darüber hinaus das Ergebnis des Wettbewerbs zum Hörsaal- und Medienzentrum aus dem Jahr 2009, der in seiner ersten Wettbewerbsphase auch ein städtebaulicher Wettbewerb für den inneren Bereich der Lichtwiese war, eine weitere Planungswerkstatt im Jahr 2011 sowie die konkreteren Überlegungen der Stadt Darmstadt für eine Straßenbahnanbindung aus dem letzten Jahr.

Wieso war es notwendig, eine Rahmenplanung für die Lichtwiese zu erarbeiten?

Die weitere Bebaubarkeit auf der Lichtwiese wird bisher nur durch einen Flächennutzungsplan geregelt, der 1/3 der TU-Grundstückfläche zur „Sonderbaufläche TU“ erklärt. Wie eine mögliche Bebauung innerhalb dieser farblich gekennzeichneten „Sonderbaufläche“ aussieht, musste bisher von der Stadt im Rahmen des jeweiligen Baugenehmigungsverfahrens mangels Bebauungsplan von Fall zu Fall entschieden werden. Die Rahmenplanung konkretisiert diesen Bereich insgesamt und ermöglicht, zukünftige Projekte daran auszurichten.

Wie sieht das in der Rahmenplanung formulierte bauliche Leitbild aus?

Die Rahmenplanung formuliert Leitbilder für die Aspekte Städtebau, Freiraum, Verkehr und Nachhaltigkeit. Kurz zusammengefasst kann man sagen, dass das heute schon erkennbare Konzept der Fachbereichsquartiere um einen zentralen Bereich ausgebaut und gestärkt wird, in der Mitte ein „Campusplatz“ mit Aufenthaltsqualität entsteht, und an den Rändern der Quartiere klare Raumkanten zum Landschaftsraum geschaffen werden sollen.

Welche Auswirkungen hat die Rahmenplanung auf zukünftige Bauprojekte der TU am Standort Lichtwiese?

Nach dem die Neubauten in den letzten Jahren noch als Nachverdichtung innerhalb der bestehenden Struktur entwickelt werden konnten, haben wir mit der Rahmenplanung gemeinsam mit der Stadt auch eine Grundlage für zukünftige Projekte in den Randbereichen geschaffen. Letztlich erleichtert und beschleunigt dies, nachhaltige Standortentscheidungen treffen zu können.

Wie wird sich das Erscheinungsbild des Campus Lichtwiese in den nächsten Jahren und Jahrzehnten verändern?

Ganz wesentlich wird eine neue Straßenbahntrasse mit einem Endhaltepunkt und Wendeschleife sein, deren Planung von der Stadt aktiv betrieben wird und hoffentlich gute Realisierungschancen hat. Ein großes Ziel für die nächsten Jahre ist in diesem Zusammenhang auch die Verbesserung und teilweise Neugestaltung der Wege und Außenanlagen, insbesondere in dem Bereich zwischen Mensa und dem neuen Hörsaal- und Medienzentrum. Es wird in Zukunft aber auch Neubauten in den Randbereichen geben. Unter anderem soll auch ein neuer Bereich Wohnen entstehen, und sich die Lichtwiese zu einem „echten“ und über den gesamten Tagesverlauf lebendigen Campus entwickeln.

pg