Harbrecht Porträt

Vor Ort in Shanghai

Isabelle Harbrecht leitet das TU-Verbindungsbüro an der Tongji-Universität

Seit dem 22. März hat die TU Darmstadt ein Verbindungsbüro an der Tongji-Universität in Shanghai. Isabelle Harbrecht ist als Leiterin des Büros vor Ort die Verbindungsfrau der TU an einer der ältesten und angesehensten chinesischen Universitäten.

Isabelle Harbrecht schaut in die Ferne. Bild: Paul Glogowski
Isabelle Harbrecht ist die Verbindungsfrau der TU an der Tongji-Universität in Shanghai. Bild: Paul Glogowski

Für einen Monat war Isabelle Harbrecht Anfang des Jahres in Darmstadt, um die neuen Kolleginnen und Kollegen an der TU kennen zu lernen, mit denen sie sich in Zukunft meist per Telefon oder Mail austauschen wird. Schon Anfang März ging es für sie zurück nach Shanghai, eine Stadt, die Isabelle Harbrecht bereits sehr gut kennt.

Während ihres Studiums der Regionalwissenschaften Ostasien in Köln war sie schon zwei Mal für jeweils ein Jahr in Shanghai, um die chinesische Sprache zu lernen und ein Praktikum zu absolvieren. Aufenthalte, die überzeugten, denn nach dem Abschluss des Studiums kehrte sie zurück in die Millionenstadt, um in der Hanns-Seidel-Stiftung zu arbeiten. Für Isabelle Harbrecht hatte die Stadt von Anfang an einen besonderen Reiz.

Die neue Stelle als Verbindungsfrau für den Ausbau der langjährigen strategischen Partnerschaft mit der Tongji-Universität „passt perfekt“, so Isabelle Harbrecht, die neben der halben Stelle der TU Darmstadt an ihrer Promotion in Sinologie an der Universität Würzburg zum Thema „Persönlichkeitsentwicklung von Berufsschülern“ in Shanghai arbeitet.

Ihre Erfahrungen mit dem chinesischen Arbeitsalltag kann sie für den Aufbau des Verbindungsbüros gut gebrauchen. Dass die wichtigsten Verhandlungen beim Essen stattfinden und die vorangegangene Besprechung dagegen vergleichsweise irrelevant erscheinen kann, ist eine Besonderheit, an die sie sich längst gewöhnt hat. Auch dass Projekte in einer Kultur, die ein „nein“ in der Regel vermeidet, mitunter viel Einsatz und Nachfragen erfordern, um erfolgreich realisiert zu werden, ist ihr nicht fremd.

Austausch und Zusammenarbeit

Isabelle Harbrecht schaut in die Kamera. Bild: Paul Glogowski
„Shanghai ist eine faszinierende, internationale Stadt, die sich rasant entwickelt.“ – Isabelle Harbrecht

Harbrechts neue Aufgaben für die TU Darmstadt zielen auf eine engere Zusammenarbeit und eine Förderung des Austausches zwischen Studierenden und Wissenschaftlern der beiden Universitäten ab: „Bestehende Kooperationen und Projekte, die bisher auf persönlichen Verbindungen und dem Engagement von TU-Wissenschaftlern basieren, sollen unterstützt und koordiniert werden. Ziel ist eine größere Nachhaltigkeit der Kooperationsprojekte“, fasst Isabelle Harbrecht zusammen.

Ein attraktiveres Studienangebot, eine erhöhte Sichtbarkeit der TU Darmstadt an der Tongji-Universität, der Aufbau einer Alumnivereinigung in Shanghai und die Gewinnung neuer Partner für Wirtschafts- und Forschungskooperationen sind Aufgaben, an denen Isabelle Harbrecht seit März arbeitet. Zusammen mit ihrer Kollegin Corinna Caspar-Terizakis in Darmstadt werden die Projekte des deutsch-chinesische Austausches abgestimmt und an den beiden Universitäten begleitet.

Das durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) aus Mitteln des Programms „Strategische Partnerschaften und thematische Netzwerke“ Pilotprojekt wird bis Ende 2016 gefördert. Durch die Einwerbung von Drittmitteln und Unternehmensförderungen soll das Verbindungsbüro langfristig weitergeführt werden.

Isabelle Harbrecht freut sich auf die neuen Herausforderungen: „Als Schnittstelle zwischen Darmstadt und Shanghai kann ich Menschen vernetzen und neue Projekte anstoßen. Shanghai als Stadt im Umbruch und im Aufbruch ist der richtige Ort für das Verbindungsbüro.“

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