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TH-Alumnus plant das neue Hörsaal- und Medienzentrum auf der Lichtwiese

Entwurf des Hörsaal- und Medienzentrums auf dem Campus Lichtwiese. Bild: Ferdinand Heide Architekten
So wird das neue Hörsaal- und Medienzentrum auf dem Campus Lichtwiese von außen aussehen (Blick von Südwesten) Bild: Ferdinand Heide.

Das neue Hörsaal- und Medienzentrum der Technischen Universität Darmstadt auf dem Campus Lichtwiese wird nach den Plänen des Architekten und Alumnus der TH Darmstadt Ferdinand Heide aus Frankfurt gebaut. Die Bauarbeiten sollen im Jahr 2011 beginnen und voraussichtlich bereits im Oktober 2012 abgeschlossen sein.

Ferdinand Heide ging aus der Überarbeitungsphase von zwei im Dezember 2009 gekürten gleichrangigen ersten Preisen als Sieger hervor und setzte sich damit gegen insgesamt 117 Konkurrenten durch, die sich an dem Architekturwettbewerb der TU Darmstadt für das neue Hörsaal- und Medienzentrum beteiligt hatten. Ihre Aufgabe: Eine „neue Mitte“, einen von allen Fachbereichen und Einrichtungen genutzten Ort der Begegnung und des universitären Lebens auf dem Campus Lichtwiese zu entwerfen. „Wir wollen mit dem Hörsaal- und Medienzentrum nicht nur hochmoderne Wissensarbeitsplätze, sondern einen Identifikationspunkt für Lehrende und Studierende des Campus Lichtwiese schaffen. Das gelingt dem Siegerentwurf sehr überzeugend“, sagte TU-Präsident Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel. „Das neue Hörsaal- und Medienzentrum wird die Studienbedingungen sowie die Attraktivität der TU Darmstadt am Standort Lichtwiese nochmals deutlich verbessern. Die über 31 Millionen Euro, die das Land im Rahmen des Sonderinvestitionsprogramms bereitstellt, sind hier gut angelegt“, so Eva Kühne-Hörmann, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst.

Durch ein ausgefeiltes System voneinander unabhängiger Foyertreppen sind die Bibliothek und die Hör- und Seminarsäle räumlich eng miteinander verknüpft. Bild: Ferdinand Heide.
Durch ein ausgefeiltes System voneinander unabhängiger Foyertreppen sind die Bibliothek und die Hör- und Seminarsäle räumlich eng miteinander verknüpft. Bild: Ferdinand Heide.

Ferdinand Heide hat das Hörsaal- und Medienzentrum als kompakten Solitär konzipiert, in dem verschiedene universitäre Nutzungen miteinander verzahnt werden. Auf rund 7.500 qm Nutzfläche entstehen vier große Hörsäle, in denen zukünftig insgesamt 1.450 Plätze zur Verfügung stehen werden. Durch mobile Trennwände können bei Bedarf jeweils zwei Hörsäle zusammenlegt werden, wodurch mit 900 Plätzen der größte Hörsaal der Universität entsteht. Der Hörsaalbereich wird durch zwei Multifunktionsräume und 20 Lern- und Seminarräume unterschiedlicher Größe ergänzt. In allen Räumen des Hörsaalbereichs werden die technischen Voraussetzungen geschaffen, um sowohl traditionelle Lehr- und Lernformen als auch das an der TU Darmstadt bereits erfolgreich erprobte E-Teaching und E-Learning anwenden zu können. Die Bibliothek führt alle bisher dezentral zugänglichen Medienbestände der Fachbibliotheken des Campus Lichtwiese zusammen. Der Grundriss sieht vor, die Arbeits- und Leseplätze auf drei Ebenen kranzartig um den Buchbestand in Form eines kompakten zentralen Bücherblocks herum anzuordnen.

Der architektonische Reiz des neuen Zentrums liegt in den spannungsreichen Blickbeziehungen innerhalb des Gebäudes und aus dem Gebäude heraus zum Campus sowie in der Verzahnung der beiden Funktionsbereiche: Durch ein ausgefeiltes System voneinander unabhängiger Foyertreppen sind die Bibliothek und die Hör- und Seminarsäle zwar räumlich eng miteinander verknüpft, die Bereiche können aber dennoch eigenständig betrieben und erschlossen werden. Alle Hörsäle erhalten Tageslicht, auf sämtlichen Geschossen sind Durchblicke in benachbarte Nutzungsbereiche möglich. Gleichzeitig ermöglicht der klare rechteckige Grundriss eine gute Orientierung, unterstützt konzentriertes Arbeiten und einen Betrieb ohne Störung in den leisen Bereichen des Medienzentrums.

Der Hörsaal 1/2 wird mit 900 Plätzen der größte Hörsaal der Technischen Universität Darmstadt. Bild: Ferdinand Heide
Der Hörsaal 1/2 wird mit 900 Plätzen der größte Hörsaal der Technischen Universität Darmstadt. Bild: Ferdinand Heide

Die städtebauliche Leitidee des Konzeptes von Ferdinand Heide ist die Bildung einer Campusmitte durch signifikante, freistehende Einzelbaukörper und einem dazwischen liegenden Platz. Der vorhandene Baumbestand wie auch der Biergarten werden behutsam in die neue Freiflächengestaltung integriert und es entsteht zwischen Mensa und dem Hörsaal- und Medienzentrum ein steinerner Platz, der sich als Foyer visuell durch das Gebäude hindurch zieht. Die Bus- und eine später mögliche Straßenbahnhaltestelle sind als wichtige Bausteine des öffentlichen Lebens in die Konzeption des Platzes einbezogen.

Der Campus Lichtwiese der TU Darmstadt bietet zur Zeit Raum für mehr als 8.000 Studierende der Fachbereiche Architektur, Bauingenieurwesen, Chemie, Maschinenbau, Materialwissenschaften/Geowissenschaften sowie zahlreiche Forschungsbereiche wie zum Beispiel das Exzellenzcluster Smart Interfaces. Um den überzeugendsten Entwurf für die „Neue Mitte“ der Lichtwiese zu erhalten, hatte die TU Darmstadt im Jahr 2009 einen zweiphasigen Architekturwettbewerb ausgelobt. Im Dezember vergab die 13-köpfige Jury aus freien Architekten, Vertretern der TU Darmstadt, der Wissenschaftsstadt Darmstadt, des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst sowie des Hessischen Ministeriums der Finanzen zunächst zwei erste Preise und empfahl der TU Darmstadt, die preisgekrönten Arbeiten auf ihre Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit überarbeiten zu lassen. Die endgültige Entscheidung fiel auf den überarbeiteten Entwurf von Ferdinand Heide und seinem bereits bei Bauten für die Universität Frankfurt erprobten Planungsteam.