Im Zentrum hochkarätiger interdisziplinärer Symposien

24.08.2018

Im Zentrum hochkarätiger interdisziplinärer Symposien

Tagungen an der TU u. a. zu Materialwissenschaften, IT-Sicherheit, Biomedizin

Die TU Darmstadt ist in den nächsten Wochen mehrfach Gastgeberin internationaler Tagungen. Ein Überblick.

Poster-Session rund um das Audimax. Bild: TU Darmstat
Poster-Session rund um das Audimax. Bild: TU Darmstadt

Materials Science and Engineering Congress (MSE)

Mehr als 1.500 Materialwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Werkstofftechniker und -technikerinnen aus ganz Europa kommen vom 26. bis 28. September auf dem „Materials Science and Engineering Congress“ (MSE) an der Technischen Universität Darmstadt zusammen. Die Tagung zählt zu den größten internationalen Treffen auf dem Fachgebiet. An den knapp 50 Symposien, 150 Sessions und etlichen Plenarvorträgen sind auch viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Darmstadt beteiligt.

So gehören Professor Ralf Riedel und Professor Jürgen Rödel dem Scientific Committee an; Professor Oliver Gutfleisch hält einen der Hauptvorträge. Von der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM) in Darmstadt ausgerichtet, ist die MSE für MatWerk-Experten seit 2008 eine zentrale Plattform, um ihre Forschungsergebnisse einer großen, internationalen Gemeinschaft vorzustellen und sich gleichzeitig grenzübergreifend zu vernetzen. In Ergänzung zu vielen kongressbegleitenden Veranstaltungen ist der DGM-Tag mit dem Nachwuchsforum ein fester Bestandteil der MSE.

Info: Materials Science and Engineering 2018 (MSE)

Kalorische Kühlung

Professor Oliver Gutfleisch, Materialwissenschaftler an der TU Darmstadt, führt den Vorsitz der internationalen Konferenz „Kalorische Kühlung“, die vom 16. bis 20. September an der TU Darmstadt stattfindet. Im Fokus stehen neue Ergebnisse aus Grundlagenforschung und Anwendungsgebieten, um der globalen Herausforderung effizienter und Ressourcen schonender Kühlungssysteme gerecht zu werden.

Info: International Conference on Caloric Cooling

Funktioniert die Welt mit Blockchain?

Digitale Märkte und Dienste aller Art können von der heiß diskutierten Blockchain-Technologie erheblich profitieren. Ahmad-Reza Sadeghi und Sebastian Faust, Professoren der IT-Sicherheit an der TU Darmstadt, haben in Kooperation mit der Frankfurt School of Finance & Management, der Goethe Universität sowie internationalen akademischen und Industriepartnern das Center for Secure Distributed Ledgers and Contracts gegründet. Das Zentrum erforscht dezentrale Sicherheitstechnologien und betreibt interdisziplinäre Forschung zwischen Informatik, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften.

Die Auftaktveranstaltung „Can The World Run on Blockchains? The Good, The Bad, and the Ugly“ findet am 20.-21. September 2018 im Wilhelm-Köhler-Saal der TU Darmstadt statt. Zu den Teilnehmern zählen neben internationalen Spitzenforschern auch Experten der Europäischen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, der Commerzbank und Börse Stuttgart, des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik sowie der Firmen Bosch, Daimler und Intel.

Veranstalter der Tagung sind neben den TU-Professoren Faust und Sadeghi Professor Philipp Sandner (Frankfurt School of Finance & Management) und Claudia Prediger (CAST e.V.).

Anmeldung:

Info: Can The World Run on Blockchains?

Internationale K0GW1S-Tagung 2018

Wahrnehmen, Denken, Handeln – wie funktioniert das? Und lassen sich diese Prozesse am Computer nachbilden? Vom 3. bis zum 6. September treffen sich rund 130 hochkarätige internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am Centre for Cognitive Science (CCS) an der TU Darmstadt, um Fragen aus dem Bereich der Kognitionswissenschaft nachzugehen. Das CCS versammelt Experten, die in ihrer Forschung besonders die Computer-Modellierung intelligenten, adaptiven Verhaltens in den Vordergrund stellen – sowohl in technischen Systemen als auch beim Menschen.

Zu der Konferenz unter der Leitung von Professor Constantin Rothkopf kommen Forscher und Forscherinnen, die traditionell unterschiedlichen Disziplinen zugerechnet werden, so unter anderem der Psychologie, der Informatik, der Biologie, der Linguistik und der Philosophie. Diese beschäftigen sich wissenschaftlich mit Vorgängen des Wahrnehmens, Denkens und Handelns, des Verstehens, des Erinnerns und anderer Tätigkeiten des Gehirns. In zahlreichen Vorträgen und Symposien werden neueste Forschungsergebnisse diskutiert.

Zu den Höhepunkten des Programms gehören sechs Plenarvorträge, die von international führenden Wissenschaftlern gehalten werden, unter anderem von den Universitäten Cambridge, Oxford und Stanford.

Info: K0GW1S 2018

Biomedizinische Forschungsfelder

Das Symposium „Construction of a retina from stem cells – basic principles, human organoids and cholinergic impact“ findet am 14. und 15. September am Fachbereich Biologie der Technischen Universität Darmstadt statt und führt international führende Fachexperten, langjährige Kooperationspartner sowie Fachbereichsangehörige und frühere Studierende des Fachbereichs Biologie zusammen. Organisiert wird der wissenschaftliche Austausch vom Tagungsvorsitzenden Professor Bodo Laube sowie von Professor Paul G. Layer. Die Tagung soll Impulse zur weiteren Forschungs- und Lehrentwicklung auf den Feldern des Bioengineerings und biomedizinischer Anwendungen an der TU Darmstadt sowie an Hochschulen und Unternehmen in der Region Rhein-Main setzen.

In vier Sitzungen werden Themen aus aktuellen biomedizinischen Forschungsfeldern behandelt, wie z.B. die Entwicklung und Funktion neuronaler Gewebe mit besonderem Bezug zur Netzhaut (Retina), zukünftige Anwendungen von stammzellbasierten Technologien in der regenerativen Medizin, sowie deren Beeinflussung durch den Neurotransmitter Acetylcholin. Die Normalentstehung der Retina sowie ihre Rekonstruktion in der Zellkulturschale aus Stammzellen bilden das Kernthema der Tagung. Auf der molekularen Ebene sind dabei cholinerge Effekte weit über das allgemein bekannte Maß hinaus für normale Organentwicklung, wie auch für Krankheitsentstehung von großer Bedeutung, etwa im Kontext von Schädigungen durch Nikotin, Pestizide oder Demenzerkrankungen.

Das Programm reflektiert Forschungsarbeiten, wie sie von dem emeritierten Professor Paul Layer mit seinen Studierenden und Mitarbeitenden am Fachbereich über mehrere Jahrzehnte durchgeführt wurden, und bringt sie auf den neuesten Stand.

Zu den mehr als zwanzig Vorträgen werden bis zu 200 Zuhörer erwartet. Der Eintritt zu den von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Vorträgen ist frei, Anmeldung per Mail () ist erwünscht.

Info: Retina Stem Cell Symposium

Geoinformationssyteme für die Geschichtswissenschaften

Der Workshop „GIS and the City: the Use of GIS in Historical Research” beleuchtet am 13. und 14. September an der TU Darmstadt, wie Geo-Informationssysteme für die historische Forschung fruchtbar gemacht werden kann. Die Nutzung von digitalen Karten und digitaler Kartierung hat in den letzten Jahren erheblich zugenommen. Parallel steigt die Verbreitung von Geo-Informationssystemen wegen der allgegenwärtigen Verfügbarkeit digitaler Daten und Geräte.

Vor allem für historische Forschung mit ausgeprägt räumlichen Bezügen wie Stadtgeschichte erscheint die Nutzung von GIS sehr attraktiv. Dies trifft nicht nur für die Visualisierung von Muster und Strukturen zu, die durch ‘traditionelle’ Methoden erarbeitet wurden, sondern auch für den Prozess der Entwicklung von Hypothesen durch die Identifizierung räumlicher Strukturen mit der Hilfe von GIS, die nicht so leicht aus narrativen Quellen oder tabellarisch organisierten statistischen Daten erkennbar sind.

Die Tagung (Leitung: Professor Dieter Schott) mit hochkarätigen internationalen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen bezieht auch konkrete Erfahrungen der TU Darmstadt ein: Hier wird seit einem Jahr ein Lehrprojekt angeboten, um Studierende in der Nutzung von GIS zu trainieren, um Daten über die jüngere Geschichte der Stadt Darmstadt einzugeben und zu analysieren. Eine zentrale Zielsetzung des Projekts ist, den Mangel an Verwaltungsakten durch die GIS-Eingabe und Verarbeitung von seriellen Daten aus Adressbüchern, Verwaltungsberichten oder Standesamtsakten ein Stück weit zu kompensieren.

Info: GIS and the City

Additive Fertigung

Am 12. Oktober 2018 findet das Symposium „Built Environment – Additive Manufacturing“ an der TU Darmstadt statt. Professor Ulrich Knaack (Institut für Statik und Konstruktion) und Professor Oliver Tessmann (Digital Design Unit) laden Experten aus Praxis, Forschung und Industrie ein, den aktuellen Stand und das zukünftige Potential von Additiver Fertigung für das Bauen und die Architektur auszuloten.

Die Digitalisierung hat das Entwerfen und Planen in den letzten Jahren maßgeblich verändert. Mit dem 3D-Druck beginnt sich diese Entwicklung nun auch im Bauen fortzusetzen. Materialen wie Beton, Ton und Stahl werden in additiven Herstellungsverfahren verwendet und 3D-Druckverfahren erreichen Dimensionen, die für das Bauen interessant werden.

Gleichzeitig stellen komplexe Materialanforderungen, Einhaltung von Standards und Normen und die Integration neuer Prozesse in etablierte Abläufe auf der Baustelle Herausforderungen dar, die es noch zu meistern gilt.

Auf dem Symposium berichten Experten etwa von ersten verbauten AM-Betonbauteilen, 3D gedruckten Stadtmöbeln aus Plastikabfall und Forschung zu digitaler Fabrikation und Robotik innerhalb der architektonischen Praxis eines Planungsbüros.

Die Veranstaltung fügt sich ein in den Profilbereich „Vom Material zur Produktinnovation“ der TU Darmstadt. Sie wird unterstützt von „formnext – International exhibition and conference on the next generation of manufacturing technologies“.

Kontakt: Fachbereich Architektur / Digital Design Unit – Digitales Gestalten

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