Kanzler Dr. Manfred Efinger

Der Kanzler der Technischen Universität Darmstadt

Dr. Manfred Efinger

Dr. Manfred Efinger
Dr. Manfred Efinger

Der Kanzler ist Mitglied des Präsidiums und leitet die Hochschulverwaltung nach dessen Richtlinien. Er ist Beauftragter für den Haushalt und nimmt nach Maßgabe der Beschlussfassung des Präsidiums die Haushalts-, Personal- und Rechtsangelegenheiten wahr.

Herr Efinger, welche Herausforderungen gehen Sie in Ihrem Kernressort Haushalt an?

Ich setze mich dafür ein, die Etatsituation der Universität zu stabilisieren und wo möglich zu verbessern. In den vergangenen Jahren hat die Basis-Finanzierung des Landes keineswegs Schritt gehalten mit unserem starken Zuwachs an Studierenden.

Selbstverständlich erkennen wir auch die gesellschaftliche und ökonomische Realität an: Wir müssen uns in Hessen in den nächsten Jahren auf die politische Handlungsmaxime der Schuldenbremse einstellen. Eine große Aufgabe wird es sein, das Verhältnis von Grundhaushalt und projektbezogener Finanzierung besser auszutarieren. Und wir bereiten uns auf Verhandlungen über den hessischen Hochschulpakt 2016 bis 2020 vor.

Sie haben sich auch neue Arbeitsschwerpunkte im Bereich Personal vorgenommen.

Ja, ein zentraler Punkt ist die Entwicklung flexiblerer Arbeitszeitmodelle. Die Lebenssituationen unserer Beschäftigten sind vielfältiger geworden, die Bedürfnisse und Wünsche, um Arbeit, Familie und Freizeit in Einklang zu bringen, werden deutlicher und differenzierter.

Ein besonderes Augenmerk möchte ich auf das Thema Gesundheit lenken: Auf der Grundlage einer Ist-Analyse halte ich es für sinnvoll, bestehende Angebote etwa im allgemeinen Hochschulsport auszubauen und neue Anreize für möglichst viele Beschäftigte zu setzen. Schließlich möchte ich die Personalführung und -entwicklung weiter ausbauen. Ein Ziel sollte die Arbeit an einer universitätsweiten Verständigung über Führungsleitlinien sein.

Bauen ist und bleibt ein sichtbarer programmatischer Baustein?

Abgesehen von der Sanierung des Schlosses, das eine wichtige Rolle auch in der Kooperation mit der Stadt einnimmt, und des Chemie-Komplexes wird es mittelfristig keine weiteren Vorhaben in dieser Größenordnung geben. Möglicherweise können wir gemeinsam mit der Stadt eine bauliche Arrondierung am Kantplatz erreichen. Ansonsten lautet die Devise: „Vom quantitativen zum qualitativen Wachstum“.

Mir liegt viel an einem „energieeffizienten Campus Lichtwiese“, um den Energieverbrauch zu drosseln und die CO2-Bilanz zu verbessern. Hervorragende wissenschaftliche Kompetenz auf diesem Feld hat die TU Darmstadt ja reichlich. Vielleicht können wir Maßstäbe setzen am Beispiel der energetischen Sanierung eines Gebäudes aus den späten 1960er Jahren.

Charme hätte es auch, wenn wir uns ausschließlich selbst mit Energie versorgen und auf den Strom-Zukauf verzichten könnten, etwa durch Erweiterung des Blockheizkraftwerks, eine zentrale Kälteversorgung oder eine höhere Photovoltaik-Ausbeute.

Zur Person

Dr. Manfred Efinger, geboren 1959, studierte unter anderem Politikwissenschaft und Germanistik an der Universität Tübingen. An der Washington University St. Louis, Mo. verbrachte er 1983/84 einen einjährigen Auslandsaufenthalt, den er mit dem Masterexamen abschloss. 1987 legte er sein Hauptstudium der Politikwissenschaft und Germanistik an der Uni Tübingen ab. Nach seiner Promotion 1991 wechselte er in die Wissenschaftsverwaltung und war an der Universität Koblenz-Landau in verschiedenen Funktionen (z.B. als Controller, stellvertretender Kanzler) tätig. 2001 wechselte er als Referent ins Wissenschaftsministerium in Mainz. Ab 2003 war er dort Haushaltsbeauftragter. Seit Juni 2008 ist er Kanzler an der Technischen Universität Darmstadt.