Zuverlässige Helfer im Verborgenen

15.09.2016

Zuverlässige Helfer im Verborgenen

Europäischer Halbleiterlaser Workshop 2016 an der TU Darmstadt

Aktuellste Forschungs-, Entwicklungs- und Anwendungsergebnisse zu Halbleiterlasern sind die zentralen Themen der 39. Arbeitstagung »Europäischer Halbleiterlaser Workshop« (ESLW) 2016, der am 23. und 24. September 2016 erstmals an der TU Darmstadt stattfindet.

Halbleiterlaser. Bild: Stefan Breuer
Halbleiterlaser der neuesten Generation. Bild: TU Darmstadt

Halbleiterlaser sind zentraler Bestandteil heutiger Datenübertragung in Glasfasernetzen, unersetzbar in der Gasspektroskopie, sowie integraler Bestandteil von Hochleistungs-Festkörperlasern zum Einsatz in Industrie und Medizin. Ihre maßgeschneiderte Laseremission hat entscheidenden Einfluss auf ihre Einsatzmöglichkeiten in der Telekommunikation, in der materialverarbeitenden Industrie sowie dem Gesundheitswesen und den Lebenswissenschaften.

Die Arbeitstagung Europäischer Halbleiterlaser Workshop 2016 (ESLW) bietet Entwicklern, Herstellern und Nutzern eine Plattform zum Informations- und Erfahrungsaustausch. Neue Konzepte, Realisierungen und Einsatzmöglichkeiten sowie neue Wellenlängenbereiche und Funktionalitäten, noch höhere Kompaktheit und weiter verbesserte Effizienz werden intensiv diskutiert.

Die Bandbreite der Halbleiterlaser umfasst dabei sowohl mikroskopisch kleine Nano-Laser, nur wenige Millimeter große Laser mit Mittelinfrarot-Wellenlängen, Vertikal-emittierende Oberflächenlaser, Hochleistungskurzpulslaser als auch kantenemittierende Laser im Nahinfrarot-Spektralbereich.

Neue Konzepte zur hybriden Integration von Halbleiterlasern auf Silizium als zukünftige on-chip Lichtquellen in Silizium-basierten Computerumgebungen sind ebenso Thema wie neuartige Druckverfahren zur nano-photonischen Herstellung von Halbleiter-Nanodraht-Lasern.

Der hohe Anwendungsbezug findet auch in der industriellen Beteiligung seine Entsprechung. Das Europäische Photonik Industrie Konsortium (EPIC) sowie die Deutsche Gesellschaft für Angewandte Optik e.V. unterstützen den ESLW 2016 als Medienpartner. Gesponsert wird die Arbeitstagung beispielsweise von der DILAS Diodenlaser GmbH.


Was sind die Highlights des Europäischen Halbleiter Workshops und warum ist das Thema gesellschaftlich so relevant? Drei Fragen an Organisator PD Dr. rer. nat. habil. Stefan Breuer.

Stefan Breuer. Bild: privat
Stefan Breuer. Bild: privat

TU Darmstadt: Was sind aus Ihrer Sicht die Höhepunkte des ESLW 2016 Workshops?

Der ESLW ist europaweit einzigartig und hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte als wichtigstes Arbeitstreffen der Halbleiterlaser-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler in Europa etabliert. Er beschäftigt sich mit bahnbrechender Wissenschaft, Technologie und Anwendung von Halbleiterlasern.

Das Highlight werden sechs Vorträge zu verschiedenen Halbleiterlaser-Themen von ausgewiesenen internationalen Expertinnen und Experten sein. Beispielsweise werden neueste Lichtquellenkonzepte zur Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung oder zur hochauflösenden medizinischen Augendiagnostik vorgestellt.

Das Zusammenbringen von Spitzenforscherinnen und -Forschern aus universitärem und industriellen Umfeld ermöglicht einzigartige Synergien. Jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Studierenden eröffnet sich so die Chance auf frühe Erfahrungen und internationale Sichtbarkeit in einem interdisziplinären Umfeld.


Warum sind die behandelten Themen wichtig für die Gesellschaft? Welche Impulse können von hier für die Allgemeinheit ausgehen?

Halbleiterlaser sind das Herzstück der Breitband-Datenübertragung. Sie verrichten ihre Arbeit höchst effizient, zuverlässig und im Verborgenen, 24 Stunden lang, sieben Tage die Woche. Sie ermöglichen den Trend zu stetig wachsender Mobilfunk- und Internetnutzung und bilden die Basis für die gesellschaftliche Entwicklung im heutigen Hochtechnologie- und Informationszeitalter.

Der Workshop befasst sich mit einer breiten Auswahl an aktuellen und halbleiterlaserbasierten Themen mit unmittelbarer gesellschaftlicher Relevanz. Diese beinhalten beispielsweise die bisher unerreichte Integration von Lasern in Hochgeschwindigkeits-Datenraten-Umgebungen zur Vermeidung des zukünftigen Engpasses der Informationsdatenübertragung oder die verbesserte Erkennung und damit erhöhte Sicherheit vor chemischen Substanzen anhand innovativer Konzepte zur Terahertz-Signalerzeugung und Detektion. Intelligente Lichtquellenkonzepte zur Früherkennung altersbedingter Krankheiten anhand der Erschließung bisher unzugänglicher Wellenlängenbereiche sind genauso Thema wie neue Laser für hochauflösende medizinische Tomographie zur kosteneffektiven und nicht-invasiven Diagnose und Therapiekontrolle.


Was macht Darmstadt zu dem idealen Ort für den Workshop?

Darmstadt ist eines der Zentren der Halbleiterlaser-Forschung in Europa. Allein sechs Arbeitsgruppen befassen sich mit der Laserentwicklung und Anwendung. Mit dieser hohen Konzentration von Expertise und renommierter Fachkompetenz auf den vorgestellten Bereichen nimmt Darmstadt eine zentrale Position in Europa. Der hohe Anwendungsbezug des Arbeitstreffens findet auch in der industriellen Beteiligung und Förderung seine Entsprechung.

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