Räume schaffen

17.10.2016

Räume schaffen

Die ULB Stadtmitte erschließt neue Orte des Lernens und Forschens

Der im November 2012 eröffnete Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) auf dem Campus Stadtmitte wird von Studierenden, Forschenden und Lehrenden der TU intensiv genutzt. Insbesondere während der Prüfungszeiten sind alle Arbeitsplätze ab den frühen Morgenstunden bis in den Nachmittag hinein belegt. Wer dann ruhig und konzentriert arbeiten möchte, muss viel Disziplin aufbieten. Entlastung bietet nun ein neuer Forschungslesesaal. Und das ist nur der Anfang einer Neukonzeption.

Innenansicht der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB). Bild: Jan-Christoph Hartung
In der Universitäts- und Landesbibliothek auf dem Campus Stadtmitte werden einige Angebote umstrukturiert. Bild: Jan-Christoph Hartung

Viele Wünsche, die an die ULB-Leitung herangetragen werden, sind nur allzu verständlich: Die einen sehnen sich nach einem individuelleren Zuschnitt von Arbeits- und Lernmöglichkeiten, die anderen nach einem größeren Angebot an differenziert gestalteten Gruppenarbeitszonen. Und viele votieren für mehr Rückzugsorte zum Entspannen. Die Chancen, dass sich solche Wünsche erfüllen, wachsen – dank der Digitalisierungsstrategie der Bibliothek.

In den vergangenen Jahren wurden die wertvollsten und für Wissenschaft und Forschung wichtigsten und nutzungsintensiven Bestände der Historischen Sammlungen digitalisiert und durch das bibliothekseigene Portal „Digitale Sammlungen“ einem internationalen Publikum orts- und zeitunabhängig zugänglich gemacht. Die Nutzung dieser Bestände geschieht nun vor allem virtuell – Arbeitsplätze müssen nicht mehr im bisherigen Umfang bereitgehalten werden.

Neuer Forschungslesesaal

Deshalb bietet der Sonderlesesaal der Historischen Sammlungen ab jetzt als Forschungslesesaal auch anderen Nutzerinnen und Nutzern Platz und übernimmt zugleich die bestandsbezogenen Aufgaben der bisherigen zentralen Information, das Bereitstellen nur unter Aufsicht nutzbarer Bestände. Die übrigen Aufgaben der zentralen Information als Hauptberatungs- und -auskunftsstelle wandern in das Erdgeschoss zur Ausleihtheke und werden mit den Aufgaben der bisherigen Informationstheken der Obergeschosse verknüpft.

So wird in allen Obergeschossen mehr Raum für individuelle Arbeitsplätze entstehen. Die neue zentrale Information im Erdgeschoss übernimmt die Ausgabe der nicht ausleihbaren magazinierten Literatur ab 1916 und die der Chromebooks. Der Forschungslesesaal bietet täglich von 9 bis 22 Uhr primär Forschenden und Lehrenden der TU Darmstadt Raum zum konzentrierten Arbeiten. Darüber hinaus steht er allen Besucherinnen und Besuchern der Bibliothek zur Verfügung, die mit dem ULB-Altbestand arbeiten möchten. Dort werden jetzt nicht nur die Bestände der Historischen Sammlungen im Original zur Verfügung gestellt, sondern auch alle anderen nicht ausleihbaren, nur unter Aufsicht nutzbaren Medien mit Erscheinungsjahr vor 1916.

Servicepunkte an Treppenaufgängen

In einem weiteren Schritt werden die Informationstheken abgebaut, um Raum zu schaffen für neue Lern- und Arbeitsumgebungen – denkbar sind Lerninseln, Bereiche zum Kraftschöpfen, freie Sitzlandschaften und andere Installationen, die kollaboratives Arbeiten in unterschiedlichen Kombinationen ermöglichen. An zentraler Stelle in unmittelbarer Nähe der Treppenaufgänge ist die Einrichtung von Servicepoints geplant, an denen die Selfservice-Infrastruktur mit Auflichtscannern, Selbstausleihe-Terminals und Rechercherechner leicht zu finden sein wird.

Auch der ULB-Eingangsbereich wird in den nächsten Monaten umgestaltet, um Wartezeiten und Staus zu vermindern: Vorbestellte Medien liegen künftig in Selbstabholregalen bereit. Auch die Rückgabe kann man selbst abwickeln.

Team für elektronisches Publizieren

Durch die räumliche Konzentration werden Bereiche gestärkt, die deutlich an Bedeutung gewonnen haben. Ab sofort steht das Team „Elektronisches Publizieren und Pflicht“ in den Büros des ersten Obergeschosses für Beratung nach Vereinbarung zur Verfügung. Schließlich will das ULB-Personal über virtuelle Kanäle verstärkt auch die Bibliotheksnutzerinnen und -nutzer ansprechen, die digitale Angebote nutzen, dazu aber nicht die Bibliotheksgebäude besuchen und dennoch beraten werden möchten.

Lesen Sie diesen und weitere Artikel in der hoch³ 5/2016:

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