Deutschlandstipendium: Wie sieht das Bewerbungsverfahren aus?

Wie sieht das Bewerbungsverfahren aus?

Ausschreibungs- und Bewerbungsbedingungen zum Deutschlandstipendium
gemäß § 5 Absatz (1) der Satzung der TU Darmstadt:

Bewerben können sich alle Studierenden der TU Darmstadt.
Die Bewerbung erfolgt jeweils im September eines Jahres über das Bewerbungsformular für das Deutschlandstipendium. Eine wiederholte Bewerbung ist möglich.

Eine Bedingung für eine einjährige DLS-Förderung ist das Studieren in der Regelstudienzeit. Daher muss das Studium bei Aufnahme des Stipendiums noch mindestens zwei Semester innerhalb der Regelstudienzeit liegen. Daraus ergeben sich Begrenzungen der Fachsemester für Bachelor-, Master- und LaG-Studiengänge. Je nach angestrebtem Abschluss dürfen Bewerber/innen bei der Bewerbung im September des Bewerbungsjahres (SoSe) nicht höher als in folgenden Fachsemestern studieren:

  • Bachelorstudiengang – nicht höher als im 4. Fachsemester
  • Masterstudiengang – nicht höher als im 2. Fachsemester
  • LaG Studiengang – nicht höher als im 7. Fachsemester

Insbesondere werden leistungsstarke Studierende, deren Eltern keinen akademischen Abschluss oder die einen Migrationshintergrund haben, aufgefordert sich zu bewerben.
Das Stipendium wird unabhängig vom BAföG vergeben und ist einkommensunabhängig. Es muss nicht zurückgezahlt werden. Eine Doppelförderung durch andere leistungsbasierte, materielle Förderungen ist ausgeschlossen (Ausnahmen siehe BMBF-StipG § 4).

Das Bewerbungsverfahren verläuft in zwei Stufen:

In der ersten Stufe findet unter allen Bewerbungen eine Vorauswahl nach Leistungskriterien statt. Die Vorauswahl erfolgt bei Bewerbungen von Personen mit einem Fachsemester größer eins anhand der bis zum Ende des vorangegangenen Wintersemesters erworbenen Leistungen. Bei Bewerbungen von Personen, die vor der Aufnahme eines Studienganges stehen und Personen im ersten Fachsemester eines Studiengangs, wird in der ersten Stufe die Rangfolge nach der Note des zum Studiengang berechtigenden Abschlusses gebildet.
Die Bewerbung für die erste Stufe erfolgt durch Ausfüllen eines Online-Formulars, das nur während des Bewerbungszeitraums bereit gestellt wird.
Nur Studierende, die die erste Stufe erfolgreich durchlaufen haben, werden von ihrem Fachbereich aufgefordert, Bewerbungsunterlagen einzureichen. Studierende, die bis Mitte November keine Aufforderung von ihrem Fachbereich erhalten haben, weitere Unterlagen einzureichen, können an der Endauswahl zur Stipendienvergabe nicht teilnehmen.

In der zweiten Stufe erfolgt die Auswahlentscheidung nach dem Studienverlauf und den übrigen nicht leistungsbezogenen Kriterien nach §3 Satz 2 StipG.
Die Teilnahme an der zweiten Stufe des Bewerbungsverfahrens ist möglich, wenn Sie nach erfolgreicher Teilnahme an der ersten Stufe von Ihrem Fachbereich aufgefordert werden, die Unterlagen der zweiten Stufe einzureichen und diese fristgemäß (in der Regel innerhalb von 14 Tagen; beachten Sie die im Schreiben angegebene Frist!) elektronisch (per E-Mail) an den Fachbereich senden.
Die Auswahl der zu fördernden Studierenden trifft eine Auswahlkommission des jeweiligen Fachbereichs aus den Bewerberinnen und Bewerbern, die die zweite Stufe erreicht haben. Die Auswahlkommission ist in ihrer Endauswahl nicht mehr an die Rangfolge des Leistungsrankings der ersten Stufe gebunden, da in der zweiten Stufe über die Leistungskriterien hinaus weitere Kriterien die Auswahl beeinflussen können.
Die Auswahlkommission legt auch die Zuordnung der zu fördernden Bewerberinnen und Bewerber zu den Förderern fest.

Alle Studierenden, die die zweite Stufe erreicht haben, erhalten nach Abschluss des Auswahlverfahrens eine Zu- oder Absage.

Studierenden, die ein Deutschlandstipendium erhalten, geht im Monat Dezember der Bewilligungsbescheid zu.

Häufige Fragen:

Wie wird in der ersten Stufe eine Rangliste nach Leistungskriterien gebildet?

  1. Für Bewerber_innen vor der Aufnahme eines Studiums und Bewerber_innen, die sich im SoSe in einem 1. Fachsemester befinden, wird die Rangfolge nach der Note des zum Studiengang berechtigenden Abschlusses gebildet.
  2. Für Bewerber_innen, die sich im SoSe in einem Fachsemester größer eins befinden, werden die bis zum Ende des vorangegangenen Wintersemesters erworbenen Leistungspunkte berücksichtigt, die zur Notenberechnung im Studiengang auf den sich die Bewerbung bezieht, herangezogen werden.
    • Ermittlung aller Bewerberinnen und Bewerber, die in demselben Studiengang waren und mindestens eine von der Auswahlkommission bestimmte Mindestanzahl von Leistungspunkten erworben haben.
    • Bildung einer Rangfolge nach dem Wert R, zu ermitteln durch folgende Formel:
      R = GPA* Fachsemester minus 1 durch CP (gesamt)
      Hierbei sind der GPA die bisher erzielte Gesamtdurchschnittsnote, CP(gesamt) die Summe der bisher erzielten Leistungspunkte, die zur Notenberechnung im Studiengang, auf den sich die Bewerbung bezieht herangezogen werden.
    • In Studiengängen mit mehreren Fächern (Joint BA, Lehramt an Gymnasien) wird für jedes Fach zunächst eine eigene Rangfolge nach lit. a bis c ermittelt und dann ein Mittelwert gebildet, aufgrund dessen die Rangfolge nach diesem Absatz ermittelt wird.
    • In Studiengängen, in denen keine Leistungspunkte (Magister, Diplom) vergeben werden, erfolgt die Rangfolgenbildung in der ersten Stufe aus dem Quotienten der Anzahl der Prüfungsleistungen und der Fachsemesterzahl multipliziert mit dem Notendurchschnitt der Prüfungsleistungen.

Wie erfolgt die Auswahlentscheidung in der zweiten Stufe? Welche Unterlagen sind einzureichen?

In der zweiten Stufe werden die Bewerber aufgefordert weitere, nicht leistungsbezogene Bewerbungsunterlagen einzureichen. Diese ergänzenden Kriterien sind

  • der bisherige persönliche Werdegang (besondere Erfolge, Auszeichnungen und Preise, eine vorangegangene Berufstätigkeit und Praktika),
  • gesellschaftliches Engagement, die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen (außerschulisches oder außerfachliches Engagement, wie eine ehrenamtliche Tätigkeit, gesellschaftliches, soziales, hochschulpolitisches oder politisches Engagement oder die Mitwirkung in Religionsgesellschaften, Verbänden oder Vereinen) oder
  • besondere soziale, persönliche oder familiäre Umstände (Krankheiten oder Behinderungen, die Betreuung eigener Kinder, insbesondere als alleinerziehendes Elternteil, oder pflegebedürftiger naher Angehöriger, die Mitarbeit im familiären Betrieb, studienbegleitende Erwerbstätigkeiten, familiäre Herkunft oder ein Migrationshintergrund).

Als ein Auswahlkriterium wird daher der höchste Bildungsabschluss der Eltern erfragt. Ein nicht akademisches Elternhaus liegt vor, wenn kein Elternteil über einen Hochschulabschluss verfügt.

Ein weiteres Auswahlkriterium sind die Angaben zum Migrationshintergrund. Ein Migrationshintergrund wird in der Regel durch das Vorliegen eines oder mehrere der folgenden Merkmale belegt:

  • die Person besitzt nicht die deutsche Staatsangehörigkeit;
  • der Geburtsort der Person liegt außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland und eine Zuwanderung in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ist nach 1949 erfolgt;
  • der Geburtsort mindestens eines Elternteiles der Person liegt außerhalb der heutigen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland sowie eine Zuwanderung dieses Elternteiles in das heutige Gebiet der Bundesrepublik Deutschland ist nach 1949 erfolgt.

Die in der Bewerbung angegebenen Informationen müssen mit entsprechend geeigneten Nachweisen belegt werden.

Die Gewichtung der Kriterien der zweiten Stufe und die Bildung der endgültigen Rangfolge in der zweiten Stufe liegen im Ermessen der jeweiligen Auswahlkommission.

Welche Unterlagen müssen für die zweite Stufe eingereicht werden?

Die Unterlagen der zweiten Stufe müssen elektronisch und fristgemäß (in der Regel innerhalb 14 Tagen nach Aufforderung; angegebene Frist im Schreiben beachten!) in folgender Form eingereicht werden:

PDF-Datensatz 1 <Nachname>_<Vorname>_Lebenslauf_Motivation.pdf muss enthalten:

  • Aussagekräftiges Motivationsschreiben (1 – 2 Seiten); Hinweis: Im Motivationsschreiben sollten keine Förderernamen genannt werden.
  • Tabellarischer Lebenslauf, siehe Muster

PDF-Datensatz 2 <Nachname>_<Vorname>_Formular.pdf muss enthalten:

  • elektronisch ausgefülltes Bewerbungsformular zur zweiten Stufe (nicht per Hand ausfüllen!)

PDF-Datensatz 3 <Nachname>_<Vorname>_Nachweise.pdf muss enthalten:

  • Leistungsnachweise
    • Hochschulzugangsberechtigung (nur bei Bewerberinnen und Bewerbern, die vor der Aufnahme eines Bachelor- oder Lehramt an Gymnasien-Studiengangs stehen und Personen im ersten Fachsemester eines Bachelor- oder LaG-Studiengangs);
    • Bachelor Zeugnis (nur bei Bewerberinnen und Bewerbern, die vor der Aufnahme eines Master-Studiengangs stehen und Personen im ersten Fachsemester eines Master-Studiengangs);
    • Aktueller Leistungsspiegel (nur bei Bewerberinnen und Bewerbern, die sich im aktuellen Sommersemester in dem Studiengang, auf den sich ihre Bewerbung bezieht, in einem Fachsemester >1 befinden)
  • Nachweise, die ggf. Ihre Angaben zu den folgenden nicht leistungsbezogenen Kriterien bestätigen (fakultativ):
    • Nachweise über besondere soziale, persönliche oder familiäre Umstände, z.B. bei
      • Krankheiten oder Behinderungen,
      • Betreuung eigener Kinder, insbesondere als alleinerziehendes Elternteil, oder Betreuung pflegebedürftiger naher Angehöriger,
      • Mitarbeit im familiären Betrieb,
      • studienbegleitenden Erwerbstätigkeiten,
      • Nachweise zur Angabe des höchsten Bildungsabschlusses der Eltern im Lebenslauf (ein nicht akademisches Elternhaus liegt vor, wenn kein Elternteil über einen Hochschulabschluss verfügt),
      • Nachweise über einen Migrationshintergrund
    • Nachweise des persönlichen Werdegangs, z.B.
      • besondere Erfolge, Preise und Auszeichnungen
      • Praktikums- und Arbeitszeugnisse
      • Auslandsaufenthalte
      • sonstige Kenntnisse oder Qualifikationen
    • Nachweise für gesellschaftliches Engagement bzw. die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen , z.B.
      • außerschulisches oder außerfachliches Engagement, wie eine ehrenamtliche Tätigkeit,
      • gesellschaftliches, soziales, hochschulpolitisches oder politisches Engagement oder die Mitwirkung in Religionsgesellschaften, Verbänden oder Vereinen
  • Erklärung, ob Förderleistungen Dritter in Anspruch genommen werden und ggf. entsprechende Nachweise

Es können nur solche Bewerbungen entgegen genommen werden, die diesen Formatanforderungen entsprechen.

Alle Unterlagen müssen fristgerecht eingegangen sein. Zu spät eingereichte Unterlagen können bei der Auswahlentscheidung nicht berücksichtigt werden.

Stipendiatenfeier

Die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten werden im Dezember 2017 feststehen und einen Bewilligungsbescheid erhalten.
Am 24. Januar 2018 wird die Stipendiatenfeier stattfinden, zu der die neuen Stipendiatinnen und Stipendiaten eingeladen werden. Bei dieser Feierlichkeit möchten Ihre Förderer Sie gerne kennen lernen.