Preise für Abschlussarbeiten

Der Thesis Award des Centre for Synthetic Biology

Das Centre for Synthetic Biology der TU Darmstadt prämiert herausragende Abschlussarbeiten im Bereich der Synthetischen Biologie.

Wer kann sich bewerben?

Es können sich Absolventen aller Arbeiten bewerben die einen Bezug zu synthetischer Biologie haben. Für jede Qualifikationsstufe steht in jedem Jahr ein Preis zur Verfügung:

BSc-Abschlussarbeitspreis (250 €)

MSc-Abschlussarbeitspreis (500 €)

Dissertationspreis (1500 €)

Teilnahmeberechtigt sind Personen, die im Jahr 2022 einen der entsprechenden Studiengänge an der TU Darmstadt abgeschlossen haben. Die Kandidaten können sich direkt bewerben.

Die diesjährige Preisverleihung findet auf dem international Synthetic Biology Workshop „The Sense-Compute-Response-Paradigm" am 20- 22. März 2023 in Darmstadt statt.

Eine Bewerbung enthält die elektronische Form der Dissertation zusammen mit einer kurzen Zusammenfassung, die den Beitrag zum Gebiet der Synthetischen Biologie hervorhebt (1 Seite) und einem Lebenslauf des Kandidaten. Die Auswahlkommission besteht aus drei Gründungsmitgliedern des Centre for Synthetic Biology. Die Benachrichtigungen werden bis zum 28. Februar 2023 verschickt.

Bitte reichen Sie die Bewerbung elektronisch im PDF-Format bis zum 31. Januar 2023 bei der Geschäftsführerin des Zentrums Dr. Melanie Mikosch-Wersching (melanie.mikosch-wersching@tu-darmstadt.de) ein.

Preisträger 2021

Im Jahr 2021 wurden folgende Personen mit dem Centre-Preis für ihre Abschlussarbeiten ausgezeichnet:

Ron Endruszeit

In seiner Bachelor Thesis testete Ron Endruszeit inwieweit über Membranproteine der Autotransporter-Familie ein effizientes Oberflächendisplay komplexer Fusionsproteine in E. coli möglich ist, und er wies über die Immobilisierung von Bindepartnern an der Zelloberfläche die Tauglichkeit des Systems für Protein-Interaktionsscreening nach. Aus dem durch die Klonierungsstrategie iFLinkC generierten Repertoire konnte dabei unter anderem eine Abhängigkeit der Protein-Target-Interaktion von den Eigenschaften der variierten Linker geschlussfolgert werden. Das System soll in Zukunft die schnelle und maßgeschneiderte Selektion und Isolation von Proteinvarianten aus Zellbibliotheken ermöglichen.

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Sarah Schmitt

In Ihrer Masterarbeit befasste sich Sarah Schmitt mit der rekombinanten Modifikation von Nanoporen. Mit Hilfe des Protein-Engineerings können Nanoporen nicht nur besser in ihrer Funktionsweise verstanden werden, sondern auch in ihren Eigenschaften verändert werden, wodurch der Weg zur biotechnologischen Nutzung geebnet wird. Darüber hinaus ließ sich eine native Nanopore dahingehend modifizieren, dass ihre eigene Perforationseigenschaft mit regulatorischen und sensorischen Merkmalen kombiniert werden konnte.

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Jan Bogen

In seiner Dissertation entwickelte Dr. Jan Bogen eine Vielzahl neuer Methoden für die Generierung, das Screening und das Engineering von tumorspezifischen Antikörpern. Darunter ein neuartiges Verfahren zum Aufbau von Immunbibliotheken basierend auf bidirektionalen Vektor-Systemen, ein Ansatz zur schnellen und effektiven Humanisierung von therapeutischen Wirkstoff-Kandidaten und zur Erzeugung biparatopischer Antikörper. Die in dieser Arbeit isolierten Moleküle wurden so angepasst und optimiert, dass sie zu ein trispezifischen, multifunktionalen Antikörper kombiniert werden konnten. Dieser konnte sowohl das Wachstum von Krebszellen sowie deren Maskierung vor dem Immunsystem verhindern und vermittelte zeitgleich den Angriff von Immunzellen auf die Tumorzellen. In seiner Wirkungsweise ist dieses Molekül damit einzigartig und ebnet so den Weg für neue therapeutische Ansätze in der Zukunft.

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Preisträger 2020

Im Jahr 2020 wurden folgende Personen mit dem Centre-Preis für ihre Abschlussarbeiten ausgezeichnet:

Theresa Wörmann

In ihrer Bachelorarbeit konstruierte Theresa Wörmann einen fluroeszenten Proteinsensor gegen das biotechnologisch relevante Makrolid Rapamycin und wandte es erfolgreich an, um den Fluss von Rapamycin über die Zellmembran von E.coli im Abhängigkeit porenbildender Membranpeptide quantitativ zu vermessen. Die Bachelorarbeit eröffnet dabei einen neuartigen Ansatz, um die Durchlässigkeit biotechnologisch-relevanter Produkte – einem wichtigen, aber weitesgehend übersehenen Aspekt in der industriellen Biotechnologie – systematisch zu untersuchen.

Christoph Reich

In seiner Bachelorarbeit entwickelte Christoph Reich ein neuronales Netz – technisch gesehen ein generatives adversariales Netz – zur Synthese von zeitlichen Multidomänen-Bildsequenzen und demonstrierte dies anhand von kurzen Zeitraffer-Fluoreszenzmikroskopie-Aufnahmen von Hefe. Diese in silico-Simulationen erfassen die zugrundeliegenden biophysikalischen Faktoren und Zeitabhängigkeiten, wie Zellmorphologie, Wachstum, physikalische Interaktionen sowie die Intensität eines fluoreszierenden Reporterproteins. Die Arbeit ist ein erster Schritt in Richtung einer vollständigen In-silico-Experimentierung. In Zukunft könnte dieser Ansatz klassische Experimente und mathematische Modellierung ergänzen und erweitern. Die Dissertation ist auf arXiv (https://arxiv.org/abs/2103.11834) verfügbar, zusammen mit einem Folgepapier, das kürzlich für MICCAI 2021 angenommen wurde (https://arxiv.org/abs/2106.08285).

Alexander Gräwe

In seiner Dissertation entwickelte Alexander Gräwe grundlegende Strategien zur Konstruktion molekular-sensorischer Systeme. Dies beinhaltete neuartige Ansätze zur systematischen Konstruktion molekularer Schalter, sowie in Zusammenarbeit mit Chemikern und Materialwissenschaftlern ein Verfahren zur Funktionalisierung nanoporöser Folien mit maßgeschneiderten Binderezeptoren. Die entwickelten Verfahren sollen in der medizinischen Diagnostik oder auch im Umweltmonitoring Anwendung finden.