Datenmanagementplanung

Datenmanagementpläne

Ein Datenmanagementplan (DMP) beschreibt, wie Sie mit Ihren Forschungsdaten während eines Projektes umgehen, wie Sie sich die Speicherung, Dokumentation, Pflege und Verarbeitung Ihrer Daten vorstellen. Eine systematische Betrachtung dieser Aspekte bereits im Planungsprozess sichert langfristig die Qualität Ihrer Forschungsdaten, da Vorkehrungen für die Nachvollziehbarkeit, sichere Speicherung und Auffindbarkeit der Daten getroffen werden.

Ein DMP betrachtet den gesamten Forschungsprozess und wird kontinuierlich an die sich verändernden Bedingungen eines Projekts angepasst. Er ist somit Teil des Projektmanagements eines Forschungsprojektes.

Zur Erstellung eines DMP stellen wir das Tool TUdmo bereit.

Sinnvoll ist es bereits vor Projektbeginn festzulegen, welche Verantwortlichkeiten im Umgang mit Forschungsdaten vorliegen und beispielsweise folgende Aspekte zu klären:

  • Welche Daten werden erzeugt und genutzt?
  • Um welche Art von Daten handelt es sich?
  • Welche Daten sollen oder müssen aufbewahrt werden?
  • Welche Zusatzinformationen sind für das Verstehen der Daten notwendig?
  • Wann erfolgt die Datenauswahl?
  • Wie lange sollen die Daten aufbewahrt werden?
  • Wann und wo werden die Daten archiviert bzw. publiziert?
  • Wer darf die Daten nachnutzen?

Es geht insgesamt darum, sich über die Prozesse und Technologien während des gesamten Lebenszyklus von Forschungsdaten klar zu werden.

Vorgaben zu Datenmanagementplänen von Forschungsförderern

Verstärkt fordern Forschungsförderer im Rahmen von Drittmittelprojekten die Erstellung von DMPs ein, dies gilt insbesondere für EU-geförderte Projekte.

Im EU-Programm Horizon 2020 ist die Erstellung und Pflege eines DMPs inzwischen obligatorisch. Die DFG bietet zur Unterstützung der Antragsstellung die Checkliste für Antragstellende zur Planung und zur Beschreibung des Umgangs mit Forschungsdaten (wird in neuem Tab geöffnet) in Forschungsvorhaben an.

FDM in Drittmittelanträgen

Je nach Fördergeber bestehen unterschiedliche Anforderungen an das Forschungsdatenmanagements. Die Kosten, die für entsprechende Maßnahmen z.B. zur Erhöhung der Nachnutzbarkeit entstehen, können zum Teil im Rahmen von Anträgen geltend gemacht werden.

Die DFG fasst alle Informationen auf der Seite Umgang mit Forschungsdaten zusammen. Sie stellt eine Checkliste bereit, die bei der Antragsstellung herangezogen werden soll. Je nach Förderprogramm gibt es darüber hinaus noch angepasste Informationen. Entstehen Kosten, um Daten nachnutzbar und zugänglich zu machen, können diese beantragt werden.

Weitere Informationen:

Checkliste zum Umgang mit Forschungsdaten

Informationen je Förderprogramm

Informationen zu beantragbaren Mitteln

Horizon Europe

Das Programm Horizon Europe steht unter dem Paradigma Open Science. Für Forschungsdaten wird das Credo „as open as possible – as closed as necessary“ vertreten. D.h. das Ziel ist in erster Linie die Bereitstellung der entstehenden Forschungsdaten als Open Data, von der in begründeten Fällen jedoch abgesehen werden kann.

Die Erstellung eines Datenmanagementplans ist als Deliverable innerhalb des Projekts nach spätestens sechs Monaten obligatorisch. Hierzu wird ein Template zur Verfügung gestellt, das vor allem auf die FAIR-Prinzipien abzielt. Der Umgang mit Forschungsdaten muss darüber hinaus aber auch bei der Antragsstellung beschrieben werden.

Weitere Informationen:

Horizon Europe Programme Guide (wird in neuem Tab geöffnet)

Horizon Europe Data Management Plan Template

BMBF

Das BMBF macht keine generellen Vorgaben für das Forschungsdatenmanagement. Je nach Förderprogramm gibt es wenige oder sehr hohe Anforderungen an das Datenmanagement. Mit dem Aktionsplan Forschungsdaten fördert das BMBF darüber hinaus Projekte zur datenbezogenen Forschung, zur Standardisierung und die Vermittlung von Datenkompetenzen.

Aktionsplan Forschungsdaten

Fachspezifische Aspekte

Viele Aspekte des Forschungsdatenmanagement werden durch fachspezifische Faktoren bestimmt. Dies betrifft insbesondere die Weise, auf die Daten gewonnen werden, den Untersuchungsgegenstand und die Natur der resultierenden Daten. Entsprechend sind auch die geeigneten Ansätze und diese unterstützende Werkzeuge abhängig von der jeweiligen Disziplin, ebenso wie passende Metadatenstandards oder Terminologien zur Beschreibung und Dokumentation der Forschungsdaten.

Empfehlungen für Vorgehensweisen und geeignete Werkzeuge und Standards werden in Deutschland für viele Disziplinen im Rahmen der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) entwickelt. Eine Übersicht der aktiven NFDI-Konsortien finden Sie hier:

Die NFDI-Konsortien sind ein guter Ansprechpartner für fachspezifische Fragen des Forschungsdatenmanagements. Bei Bedarf ermitteln wir gerne einen geeigneten Kontakt für Sie.

Wenn Sie Ihre Forschungsdaten durch Veröffentlichung zitier- und nachnutzbar machen wollen, gibt es für viele Disziplinen und Datenarten spezialisierte Fachrepositorien, die die dort abgelegten Forschungsdaten anhand fachspezifischer Parameter durchsuchbar und für ein Fachpublikum sichtbar machen. Nach geeigneten Repositorien können Sie über re3data.org suchen.

DMPs an der TU Darmstadt

Die TU Darmstadt empfiehlt in ihren Leitlinien zum Umgang mit digitalen Forschungsdaten an der TU Darmstadt allen Mitgliedern der TU die Aufstellung eines DMPs:

„Die Universität empfiehlt die Aufstellung eines Plans für den Umgang mit Forschungsdaten bereits vor Beginn eines Forschungsvorhabens, um einen systematischen und nachhaltigen Umgang mit den Daten zu gewährleisten. Ein Forschungsdatenmanagementplan enthält eine Beschreibung aller relevanten im Laufe des Vorhabens entstehenden Daten sowie ein Konzept für den Umgang mit ihnen im Hinblick auf Genauigkeit, Vollständigkeit, Authentizität, Integrität, Vertraulichkeit und Verbleib, sowie Urheber- und Nutzungsrechte. Dabei sind fachspezifische Besonderheiten und Standards zu berücksichtigen und der Plan dem jeweils aktuellen Verlauf des Vorhabens anzupassen.“

TUdmo

Die ULB bietet zu diesem Zweck seit 2018 das Webtool TUdmo (TU data management organiser) an, das auf der DFG-geförderten Software RDMO basiert. TUdmo ermöglicht Ihnen die kollaborative Erstellung und Pflege eines DMPs, zahlreiche Exportmöglichkeiten z.B. für Anträge und Berichte und wird fortlaufend weiter entwickelt.

Für konkrete und auf Ihre Bedürfnisse abgestimmte Unterstützung wenden Sie sich bitte an uns!

Weitere Informationen finden Sie auf diesen Folien zu TUdmo (wird in neuem Tab geöffnet).