Berichte zur Schlossorgel

und unseren Könchenführungen

Das erwartet Sie im Schloss

Seit Juli 2017 setzen wir uns dafür ein, dass unser Schloss endlich wieder eine Orgel erhält. Zudem bedanken wir uns bei unseren treuen Förderern mit einem bunten Veranstaltungsangebot rund ums ehemalige Residenzschloss: unseren Krönchenführungen, Krönchenvorträgen und Krönchenkonzerten! Sie waren bisher nicht vor Ort? Lesen Sie hier die jeweiligen Berichte.

Veranstaltungsreihe „Musik im Schloss“

Die TU Darmstadt möchte als Schloss-Besitzerin ab 2020 die ehemalige Schlosskirche allen Darmstädtern und Darmstädterinnen als Ort für Konzerte und Feiern zurückgeben. Eine exklusive Veranstaltungsreihe zum Thema Musik im Schloss bietet einen Vorgeschmack darauf.

Krönchenvortrag „Der Graupner bleibet!“

Am Freitag, den 16. August, referierte Prof. Dr. Ursula Kramer, 1. Vorsitzende der Christoph-Graupner-Gesellschaft zu ihrem Herzensthema. Ihr Vortrag „Der Graupner bleibet!“ Musik und Prestige am landgräflichen Hof in Darmstadt bildete den Auftakt der Kooperation beider Einrichtungen und fand im ehemaligen Darmstädter Residenzschlosses statt.

Kanzler Dr. Efinger begrüßte persönlich seine zahlreichen musikinteressierten Gäste und übergab das Wort direkt an die 1. Vorsitzende der Christoph-Graupner-Gesellschaft.

Prof. Dr. Ursula Kramer skizzierte in ihrem Vortrag „Der Graupner bleibet!“ Musik und Prestige am landgräflichen Hof in Darmstadt die Bedingungen, unter denen Christoph Graupner als junger vielversprechender Komponist 1709 an den landgräflichen Hof in Darmstadt kam, sowie deren Wandel im Laufe seiner Stellung als Kapellmeister, die er bis an sein Lebensende innehatte.

Prof. Dr. Ursula Kramer, 1. Vorsitzende der Christoph-Graupner-Gesellschaft, referiert über Christoph Graupner

Bei Graupners Ankunft in Darmstadt war – ähnlich wie heute – die Kirche nicht nutzbar und auch die Orgel fehlte. Sie war als Geschenk nach Zwingenberg gegeben worden. Doch im Bewusstsein des hohen Marktwertes seines „Prestigeobjektes“ Christoph Graupner sorgte Landgraf Ernst Ludwig für eine neue Orgel. Auch bereicherte er seine Hofkapelle um weitere Musiker, insbesondere Bläser. Graupners Vorliebe galt vornehmlich Instrumenten mit dunklerer Klangfarbe wie Viola d’amore, Oboe d’amore, Chalumeau, Fagott und Cello, wie die Musikwissenschaftlerin Prof. Kramer anhand zahlreicher Klangbeispiele zeigte.

Szenenfotos aus der Produktion Berenice und Lucilla oder das tugendhafte Lieben, die 2010 im Rahmen der Veranstaltungen zur 250. Wiederkehr von Graupners Todestag in der Darmstädter Orangerie durch Wolfgang Seeliger und die Darmstädter Hofkapelle nach 300 Jahren erstmals wieder aufgeführt wurde.

Auch zwei Primadonnen wurden eigens nach Darmstadt berufen: Graupner komponierte 1710 die Oper Berenice und Lucilla, in welcher er beide Damen inszenierte. Erst zur 250. Wiederkehr von Graupners Todestag nach 300 Jahren wurde diese Oper erneut aufgeführt. Denn bereits 1723 wurde die Oper am Darmstädter Hof eingestellt und der Hof sparte an seinen Musikern und deren Gehältern. Die große Experimentierfreude Graupner musste fortan in Instrumental- und Kirchenmusik Ausdruck finden, wobei er gerne instrumentale Soli wirkungsvoll einsetzte.

Die Hofkapelle als Statussymbol

Warum Ernst Ludwig trotz drastischer Einsparungen darauf bestand, dass: „Der Graupner bleibet“? „Eine leistungsstarke Hofkapelle gehörte zu den sichtbarsten und repräsentativsten Faktoren einer starken Außenwirkung“, argumentierte Prof. Kramer. – Und Graupner stand diesbezüglich ganz an der Spitze.

Dass Graupner heute wieder im Fokus des öffentlichen Interesses stehe und sein umfassendes Werk rezipiert werden könne, verdanke sich drei Faken, wie Prof. Kramer resümierte:

  • Entgegen der üblichen Praxis, Kompositionen als Eigentum des Landesherrn zu betrachten und entgegen Graupners Wunsch, seine Werke post mortem zu vernichten, beanspruchte Graupners Familie nach dessen Tod 1760, die Werke des Komponisten für sich.
  • 60 Jahre nach Graupners Tod veranlasste Großherzog Ludewig I., dass dessen Kompositionen sämtlich in den Bestand der Hofkapell-Musikbibliothek überführt wurden.
  • Im zweiten Weltkrieg wurden Graupners Werke vorsorglich ausgelagert, so dass sie die Darmstädter Brandnacht heil überstanden.

Mit der Sanierung des Schlosses soll Graupners Musik nun endlich wieder ins Schloss Einzug halten und gewürdigt werden. „Bleibt zu hoffen, dass mit Wiedereröffnung der Schlosskirche angestrebte Rezeption und Verbundenheit eine weitere glückliche Fügung für Graupners Werk darstellt!“, schloss Prof. Kramer ihren Vortrag vor applaudierendem Publikum.

Inken Bergenthun

Am Samstag, den 06. April, lockte erstmalig eine Führung zum Thema „Musik im Schloss durch die Jahrhunderte“ zahlreiche Kulturbegeisterte ins Schloss. Weitere Führungen, Vorträge und Konzerte unter dem Motto „Musik im Schloss“ folgen.

Am Samstag startete eine Reihe von Veranstaltungen, die schon heute ins Schloss einladen und an dessen musikalische Vergangenheit erinnern.

Die neu konzipierte Führung „Musik im Schloss durch die Jahrhunderte“ knüpft an das beliebte Angebot der Krönchenführungen durch den Schlossgraben an. Kerstin Hebell, Stadt- und Museumsführerin, vermittelte den Besuchern viel Wissenswertes zu den musikalischen Vorlieben der jeweiligen Landgrafen und Großherzöge. So wurde der Glockenbau nur geplant, um die landgräfliche Familie unterzubringen, erhielt jedoch 1671 nach niederländischem Vorbild sein Glockenspiel, das Darmstadt bis heute prägt. Hierzu wurde Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt durch seine Reisen inspiriert. Auch Oboisten aus Frankreich brachte der Musikliebhaber an den Darmstädter Hof sowie nach dem Tode seiner Mutter Elisabeth Dorothea auch den Komponisten Christoph Graupner als Nachfolger des Hofkapellmeisters Carl Briegel. Als Einsparungen nötig wurden, wurde eigens ein Schallhaus erbaut, um auch mit wenigen Musikern einen fülligen Klang zu erhalten.

Weitere Stationen der Schlossführung bildeten unter anderem der Paukergang und die ehemalige Schlosskirche, beides Orte, die exklusiv für die Führungsgäste geöffnet wurden. Dabei konnten sich die Gäste selbst ein Bild von dem besonderen Raumeindruck der Gebäude verschaffen und lernen, warum die ehemalige Schlosskirche wieder eine Orgel benötigt.

Inken Bergenthun

Mit einem Benefizkonzert öffnete die TU Darmstadt erstmals wieder die Türen des Darmstädter Schlosses für die Öffentlichkeit. Die ehemalige Schlosskirche soll nach ihrer Sanierung zum Ort für Kunst- und Musikveranstaltungen für alle Darmstädterinnen und Darmstädter werden. Zum Auftakt fand das erste Benefizkonzert zugunsten einer Schlossorgel statt.

Mit ausgewählten Kompositionen von Bach bis Rachmaninow verzauberten Frank Stinder und Wolfgang Haenisch ihr Publikum im Darmstädter Residenzschloss, das zurzeit eher einer Baustelle gleicht. 40 Gäste konnten sich eine der wenigen Konzertkarten sichern und waren damit die ersten, die durch Cello und Pianoklänge an längst vergangene Zeiten im Schloss erinnert wurden.

Bild: Mareile Vogler

In seiner Begrüßung hob TU-Kanzler Efinger hervor: „Die Klänge von Flügel und Cello sind eine schöne Abwechslung zu Hammer und Bohrmaschine. Musik im Schloss verstehe ich als Einladung an die Bevölkerung, hier gemeinsam das kulturelle Leben im Herzen der Stadt erklingen zu lassen.“

Dafür hat die TU Darmstadt einen restaurierten Bechstein-Flügel von 1870 erstanden. Natürlich ließ es sich Pianist und Klavierrestaurator Frank Stinder nicht nehmen, dem Publikum Details zur Restaurierung des alten Instruments zu verraten. Schnell sprang seine Leidenschaft, Altbekanntes neu zu interpretieren, auf das Publikum über.

Beim Empfang mit den Künstlern konnten sich die Besucher in der ehemaligen Schlosskirche selbst ein Bild machen, wie in historischen Mauern ein besonderer Ort mit moderner Ausstattung für ein weitaus größeres Publikum entsteht. Damit dieser Raum für (private) Feste wie z.B. Hochzeiten und öffentliche Konzerte nutzbar wird, fehlt ihm jedoch noch eine Schlossorgel. Ein geeignetes Instrument ist bereits gefunden. Für den Transport der Einzelteile und die Restaurierung der vielen Pfeifen fallen Kosten in Höhe von 220.000 Euro an, die durch Spenden finanziert werden müssen. Noch fehlen zwei Drittel der Summe. Kanzler Efinger ist jedoch optimistisch, dass die Bürgerinnen und Bürger bei diesem ur-darmstädter Projekt ein ähnliches Engagement wie bei der Spendenkampagne für die Begrünung des Schlossgrabens an den Tag legen werden: „ Ich weiß, dass das Schloss den Darmstädtern am Herzen liegt und bitte Sie, die Universität mit einer Spende für die Schlossorgel zu unterstützen. Die Besucher des ersten Benefizkonzerts haben dafür mit ihren großzügigen Spenden bereits ein beeindruckendes Zeichen gesetzt.“

Die nächsten Veranstaltungen zum Thema Musik im Schloss finden gemeinsam mit Kooperationspartnern, wie z.B. der Akademie für Tonkunst statt. Außerdem gibt es am 6. April 2019 eine Krönchenführung zum Thema. Das Eröffnungskonzert ist für Mai 2020 geplant.

Mareile Vogler

Szenenfotos aus der Produktion Berenice und Lucilla oder das tugendhafte Lieben, die 2010 im Rahmen der Veranstaltungen zur 250. Wiederkehr von Graupners Todestag in der Darmstädter Orangerie durch Wolfgang Seeliger und die Darmstädter Hofkapelle nach 300 Jahren erstmals wieder aufgeführt wurde.

fortan in Instrumental- und Kirchenmusik Ausdruck finden, wobei er gerne instrumentale Soli wirkungsvoll einsetzte.

Warum Ernst Ludwig trotz drastischer Einsparungen darauf bestand, dass: „Der Graupner bleibet“? „Eine leistungsstarke Hofkapelle gehörte zu den sichtbarsten und repräsentativsten Faktoren einer starken Außenwirkung“, argumentierte Prof. Kramer. – Und Graupner stand diesbezüglich ganz an der Spitze.

Dass Graupner heute wieder im Fokus des öffentlichen Interesses stehe und sein umfassendes Werk rezipiert werden könne, verdanke sich drei Faken, wie Prof. Kramer resümiert:

  • Entgegen der üblichen Praxis, Kompositionen als Eigentum des Landesherrn zu betrachten und entgegen Graupners Wunsch, seine Werke post mortem zu vernichten, beanspruchte Graupners Familie nach dessen Tod 1760, die Werke des Komponisten für sich.
  • Erst 80 Jahre später wurde der Prozess zu Gunsten der Familie entschieden, die Musik Graupner war nicht mehr gefragt, der Nachlass blieb unverkäuflich und wurde als Gesamtwerk ad acta gelegt.
  • Im zweiten Weltkrieg wurden Graupners Werke vorsorglich ausgelagert, so dass sie die Darmstädter Brandnacht heil überstanden.

Mit der Sanierung des Schlosses soll Graupners Musik nun endlich wieder ins Schloss Einzug halten und gewürdigt werden. „Bleibt zu hoffen, dass mit Wiedereröffnung der Schlosskirche angestrebte Rezeption und Verbundenheit eine weitere glückliche Fügung für Graupners Werk darstellt!“, schloss Prof. Kramer ihren Vortrag vor applaudierendem Publikum.

Seit 2017 veranstaltet die Technische Universität Darmstadt regelmäßig Krönchenführungen zu verschiedenen Themenschwerpunkten. Damit bedankt sich die TU für das Engagement zahlreicher Bürgerinnen und Bürger bei der Neuanlage des Schlossgartens und gibt Interessierten die Möglichkeit, über Neuigkeiten rund ums Schloss informiert zu bleiben.

Bild: Mareile Vogler

5. Krönchenführung am 14. September 2018

Am 14. September 2018 fanden erneut exklusive Führungen durch den Schlossgarten statt.
Dr. Stefan Schneckenburger, Leiter des Botanischen Gartens der TU Darmstadt, hatte die Führung „Bäume und ihre Geschichte(n)“ eigens für diesen Anlass konzipiert. Die Resonanz darauf war so positiv, dass zwei Führungen hintereinander erfolgten.

Dr. Schneckenburger erläuterte, dass Bäume in nahezu jedem Schöpfungsmythos eine Rolle spielen. Verschiedene Baumarten fanden Eingang in Überlieferungen, Dichtung und Kunst, wie beispielsweise Platane, Maulbeerbaum, Eiche, Quitte und Eibe, die im Schlossgarten vertreten sind. Insbesondere in den Metamorphosen Ovids bilden Bäume ein wiederkehrendes Motiv. Ein Beispiel: Der Satyr Marsyas forderte den Gott Apollon zu einem musikalischen Wettstreit heraus. Marsyas siegte und Apollon war darüber so erbost, dass er Marsyas bei lebendigem Leib häutete. Von Schmerzen gequält, erhängte sich Marsyas in einer Platane. Daran erinnert deren sich ablösende Borke.

Nach einer Erfrischung im Schloss, hatten die Gäste Gelegenheit, die ehemalige Schlosskirche in Augenschein zu nehmen. Im Rahmen der Schlosssanierung schafft die TU Darmstadt hier einen Veranstaltungsraum, der allen Darmstädterinnen und Darmstädtern künftig zur Verfügung stehen soll. Der Raum soll in Anlehnung an seine Vergangenheit wieder eine Orgel erhalten. Für den Transport und die Restaurierung eines einzigartigen Instruments sammelt die Technische Universität Darmstadt Spenden.

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Katrin Vonderheid-Wunderlich

4. Krönchenführung am 14. April 2018

Bei strahlender Frühlingssonne begrüßte TU-Kanzler Efinger 45 Gäste im Darmstädter Schlossgraben zur vierten Krönchenführung. Während des Rundgangs mit „Schlossgärtner“ Johannes Ehlers, lernten die Besucher, welche Pflanzen und Blumenbeete durch ihre Spende heute den Schlossgraben verschönern. Als Besitzerin des Schlosses konnte die TU Darmstadt dank der großzügigen Spendenbereitschaft von über 550 Darmstädterinnen und Darmstädtern den Schlossgraben, der seit Ende des zweiten Weltkriegs verschüttet war, wieder in einen Garten verwandeln.

Nach dem Besuch der nach historischem Vorbild angelegten Gartenabschnitte im östlichen Graben führte der Weg unter der Wallbrücke zum jungen Geweihbaum im westlichen Graben. Der dort angedeutete Bachlauf nimmt als kleines Reservoir das Regenwasser auf, um seine Umgebung zu versorgen. Besondere Bewunderung fand unter den Besuchern die Eiche, die oben auf der Bastion ihren Platz hat: Sie steht, so `Schlossgärtner´ Ehlers“ exakt an dem Ort, wo vor vielen Jahrzehnten ebenfalls eine Eiche ihre Wurzeln schlug. Zum Abschluss der Führung öffnete Kanzler Efinger die ehemalige Schlosskirche für seine engagierten Gäste. Dort soll zum Abschluss der Schlosssanierung ein Veranstaltungsraum geschaffen werden, der allen Darmstädterinnen und Darmstädtern zur Verfügung steht. Im Anklang an seine Vergangenheit soll dort wieder eine Orgel stehen. Für Transport und Restaurierung eines einzigartigen Instruments sammelt die Technische Universität Darmstadt erneut Spenden.

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Mareile Vogler

3. Krönchenführung durch den Schlossgraben

Am 8. Dezember 2017 fand die dritte Krönchenführung für die Gewinner der Aktion Schloss statt. Anette Hochberg, Architektin an der TU Darmstadt, führte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf den Spuren der Landgrafen und Großherzoge durch den neu gestalteten Schlossgraben.

Dabei erfuhren die Gäste, wie die Anlage früher genutzt wurde. Bis 1814 war das Schloss von einem Wassergraben umgeben. So sind an der Wallbrücke noch die Spuren der Zugbrückenanlage zu sehen. Vor allem in den Sommermonaten stank der Wassergraben sehr, da ihm auch Abwasser zugeführt wurde. Um das stinkende Gewässer zu beseitigen, wurde der Graben trocken und an gleicher Stelle der erste Botanische Garten Darmstadts angelegt.

Lebhaft schilderte Anette Hochberg, wie die „Große Landgräfin“ Henriette Caroline in Darmstadt lebte. Sie nutzte das Wallhaus als Badehaus.

Vom Garten ging es weiter auf die Bastion vor den Herrenbau, der als Gästehaus für den Besuch aus dem europäischen Hochadel diente. Queen Victoria, Großmutter des letzten Großherzogs, und das russische Zarenpaar wurden hier standesgemäß untergebracht. Heute residiert in diesen Räumen das Deutsche Polen-Institut. Karolina Walczyk, die hier die Bibliothek leitet, begrüßte die Gäste in ihren Räumlichkeiten und stellte das Institut und seine Arbeit vor. Anette Hochberg berichtete, dass sich die adligen Gäste sehr wohl in Darmstadt fühlten. Queen Victoria konnte sich hier unbehelligt unter das Heinervolk mischen, während eine Doppelgängerin im Neuen Palais weilte.

An der vorletzten Station gab Anette Hochberg den Gästen ein Bilderrätsel auf. Sie zeigte ein Schwarzweiß-Foto und fragte, um welche berühmte Persönlichkeit es sich bei dem blonden Jungen auf den Stufen der Schlosskirche handelte. Die Antwort: Prinz Philip, der Prinzgemahl von Queen Elizabeth II. Er war 1931 zu Gast bei der Vermählung seiner Schwester Cäcilia mit Georg Donatus von Hessen-Darmstadt. Das Paar wurde in der Schlosskirche getraut. Im Rahmen der Schlosssanierung wird hier ein Veranstaltungsraum geschaffen, der allen Darmstädterinnen und Darmstädtern zur Verfügung steht. Im Anklang an seine Vergangenheit soll der Raum auch eine Orgel erhalten. Für Transport und Restaurierung eines passenden Instruments sammelt die Technische Universität Darmstadt Spenden.

Zum Abschluss der Krönchenführung wurden die Gäste mit Drehorgelmusik zu einem adventlichen Umtrunk auf der Bastion empfangen.

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Katrin Vonderheid-Wunderlich

Zwei Zeitzeugen berichten bei 2. Krönchenführung im Schlossgraben

Bereits zum zweiten Mal fand eine Krönchenführung für die Gewinner der Aktion Schloss statt. Am 13. Oktober führte TU-Architektin Anette Hochberg 25 „gekrönte Häupter“ durch den neu gestalteten Schlossgarten und über die Bastion. Eine ganz besondere Station während der Führung bildete diesmal das Wallhaus, da unter den Gästen zwei Zeitzeugen waren. Die Geschwister Ursula Faulhaber, geb. Claus und Dieter Claus hatten in der Nachkriegszeit mit ihrer Familie im Wallhaus gelebt und ihre Kindheit im Schlossgraben verbracht. Ursula Faulhaber versetzte sich und die ganze Gruppe in diese Zeit zurück, indem sie den Alltag im Wallhaus beschrieb: „Samstags roch es nach Kuchen, Bohnerwachs und Badewanne.“

Die bewegte Geschichte des Residenzschlosses, dessen Wurzeln in einer Wasserburg aus dem 13. Jahrhundert liegen, ließ Anette Hochberg anhand von Erzählungen der früheren Schlossbewohner aufleben. So berichtete sie von einem Darmstädter Landgrafen, der besonders Jagd begeistert war. Als er älter war und nicht mehr zu Pferde auf die Jagd gehen konnte, ließ er einfach Löcher in das Wallhaus machen, das ihm dann als Hochsitz diente.

Während der Führung erfuhren die Gäste, dass die Neugestaltung des Schlossgrabens allein durch Spenden ermöglicht wurde. Der Kirchenhof vor der ehemaligen Schlosskirche bildete die letzte Station der Krönchenführung. Im Rahmen der Schlosssanierung soll der ehemalige Kirchenbau in einen Veranstaltungsraum umgestaltet werden, der allen Darmstädterinnen und Darmstädtern zur Verfügung steht. Zur Erinnerung an seine Vergangenheit als Schlosskirche soll der Raum wieder eine Orgel erhalten. Für Transport und Restaurierung eines Instruments sammelt die Technische Universität Darmstadt 220.000 EUR.

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Katrin Vonderheid-Wunderlich

Am 29. Juli 2017 lösten 40 Besucherinnen und Besucher ihren Gewinn, eine Führung durch den neu angelegten Schlossgarten, ein. Als Besitzerin des Schlosses konnte die TU Darmstadt dank der großzügigen Spendenbereitschaft von über 550 Darmstädterinnen und Darmstädtern den östlichen und westlichen Schlossgraben, der seit Ende des zweiten Weltkriegs verschüttet war, wieder in einen Garten verwandeln.

An neun Stationen folgten die Besucher unter kundiger Führung von Anette Hochberg vom Baudezernat der Universität den Spuren der Großen Landgräfin Karoline Henriette von Pfalz-Zweibrücken (1721-1774), die im Darmstädter Residenzschloss zwischen Wallbrücke, Mittelbastion, Teepavillon und Wallhäuschen Hof hielt. Die Strecke zum Wallhäuschen war für die Besucher ein besonderes Highlight, denn der Weg läuft – von den Augen der Öffentlichkeit verborgen – durch einen versteckten, halb unterirdischen Gang.

Mareile Vogler / bjb

Bild: Mareile Vogler

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