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08.02.2013

Mehr Platz für die Lehre

TU Darmstadt feiert Wiedereröffnung des historischen Maschinenhauses

Im Beisein der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, und der Staatssekretärin im hessischen Finanzministerium, Prof. Dr. Luise Hölscher, hat die TU Darmstadt am Vormittag ihr historisches Maschinenhaus auf dem Campus Stadtmitte wiederöffnet. Am ehemaligen Kraftwerksstandort sind ein Hörsaal mit 372 Plätzen und mehrere große Seminarräume entstanden.

Blick in den Vorlesungssaal im Maschinenhaus. Bild: Gregor Rynkowski
Ministerin Eva Kühne-Hörmann begrüßt die Gäste: „In diesem Haus sind Alt und Neu perfekt verbunden. Die Sanierung ist wunderbar gelungen.“ Bild: Gregor Rynkowski

„Mit dem Umbau des historischen Maschinenhauses haben wir zum einen mehr Raum für die Lehre geschaffen und so die Studienbedingungen an der TU Darmstadt weiter verbessert. Zum anderen füllen wir diese architektonische Perle der Stadt wieder mit neuem Leben und schaffen in direkter Nachbarschaft zur Universitäts- und Landesbibliothek einen attraktiven Raum für öffentliche Veranstaltungen der Universität“, sagt TU-Präsident Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel.

„Es ist kaum zu glauben, dass dieses Gebäude noch bis 2001 das Kraftwerk der Technischen Universität beherbergte“, sagte Ministerin Kühne-Hörmann. „Die Technische Universität Darmstadt stellt mit dem von ihr realisierten Vorhaben einmal mehr unter Beweis, dass sie die Herausforderungen, die durch die starken Studierendenjahrgänge entstanden sind nicht nur annimmt, sondern auch durch kreative Lösungen beispielhaft bewältigt.“

„Die Maschinenhalle bietet optimale Voraussetzungen, dem Mangel an Seminarräumen und Hörsaalplätzen abzuhelfen“, erklärte Staatssekretärin Professor Dr. Luise Hölscher. „Darüber hinaus wird sie als außergewöhnliche Versammlungsstätte das Darmstädter Angebot bereichern. Die Absicht, diese Räumlichkeiten nicht nur dem Lehrbetrieb vorzubehalten, sondern sich auch der Öffentlichkeit mit Vorträgen, Präsentationen und Ausstellungen zu öffnen, ist sehr zu begrüßen“, fügte sie hinzu.

Vom Kraftwerk zum Hörsaal, Seminar- und Veranstaltungszentrum

Der Festakt in Bildern [zum Start der Fotostrecke auf das Bild klicken]
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Seit Mitte 2011 entstanden im denkmalgeschützten Maschinenhaus nach Plänen des Büros K+H Architekten aus Stuttgart ein Hörsaal mit 372 Plätzen sowie drei große Seminarräume für jeweils bis zu 90 Personen. Die Seminarräume, die angesichts der hohen Studierendenzahlen bereits im Oktober fertiggestellt und in Betrieb genommen wurden, lassen sich mittels mobiler Trennwände variabel zusammenschalten. In Verbindung mit dem Hörsaal ist das historische Maschinenhaus damit auch ein attraktiver Ort für universitäre Veranstaltungen wie Vorträge, Präsentationen und Ausstellungen.

Fast 100 Jahre, von 1904 bis 2001, war das Maschinenhaus in der Magdalenenstraße Standort eines Kraftwerks für den Campus Stadtmitte. Nachdem dieses Kraftwerk durch das Blockheizkraftwerk auf der Lichtwiese im Jahr 2001 überflüssig geworden war, nutzte die Universität das Maschinenhaus zunächst als Lagerraum. 2010/11 entwickelte die Bierbrauer Hoff Planungsgesellschaft aus Mainz im Auftrag der TU ein Konzept für die weitere Nutzung des Maschinenhauses. Auf dieser Basis beschloss die Universität, den Bau künftig für einen Hörsaal und mehrere Seminarräume zu nutzen.

Die Umbauarbeiten waren herausfordernd, da der Keller und ein Drittel des Hallenbaus die technische Infrastruktur des Campus Stadtmitte beherbergen, die den Campus mit Strom, Wärme und Kommunikationsmedien versorgen und die während des Umbaus nicht unterbrochen werden durften. Die verbleibenden zwei Drittel des Gebäudes wurden entkernt, neu aufgebaut, energetisch ertüchtigt und denkmalpflegerisch saniert.

Möglich wurde dies unter anderem durch Mittel aus dem Hochschulpakt 2020. Dieser Hochschulpakt wurde 2007 zur Bewältigung der zu erwartenden zusätzlichen Studienanfänger zwischen der Bundesregierung und den Regierungen der Länder beschlossen. Die den einzelnen Hochschulen zur Verfügung gestellten Mittel sollen für die im Planungskonzept der jeweiligen Hochschule bezeichneten Projekte verwendet werden.

Diese enthalten sowohl Forderungen hinsichtlich des hierfür benötigten zusätzlichen Personal- und Sachbedarfs, als auch konkrete bauliche Investitionen inklusive notwendiger Anmietungen. Der Hochschulpakt 2020 wird jeweils zur Hälfte von Bund und Ländern finanziert.

Blick in das Maschinenhaus, ca. 1910. Bild: Stadtarchiv, Stadt Darmstadt



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Von 1904 bis heute – eine Bauchronik des Maschinenhauses der TU Darmstadt [zur Bauchronik]

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