Scholars at Risk

Solidarität mit gefährdeten Studierenden und Forschenden

Weltweit werden Wissenschaftler*innen aufgrund ihrer Forschungen und Ideen bedroht und in ihrer akademischen Arbeit eingeschränkt. Diese Einschränkungen und Bedrohungen reichen von Reisebeschränkungen und ungerechtfertigten Entlassungen bis hin zu Inhaftierungen und Gewalt.

Das internationale Scholars at Risk (SAR) Netzwerk ist ein weltweiter Zusammenschluss von über 500 Hochschulen, Forschungsinstitutionen und anderen Wissenschaftsorganisationen, das sich für gefährdete Forschende und die Wahrung von wissenschaftlicher Freiheit einsetzt.

Die Technische Universität Darmstadt ist Gründungsmitglied der deutschen Sektion des Scholars at Risk Netzwerkes (SAR Germany Section).

Dieser Zusammenschluss hat zum Ziel, einen Erfahrungs- und Informationsaustausch zur Situation gefährdeter Forscherinnen und Forscher in Deutschland zu sichern, und darüber hinaus Unterstützung und Schutz für gefährdete Forschende an den Mitgliedsinstitutionen zu gewährleisten.

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SAR Germany-Section,
Founding Statement

"In joining Scholars at Risk, German academic leadership, faculty, students and staff send a strong message of solidarity with scholars and universities in situations where academic freedom is restricted and research, publication, teaching and learning are repressed".

Academia, Interrupted – Scholars at Risk Vortragsreihe

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Um auf Bedrohungen der akademischen Freiheit sowie auf weltweit andauernde Angriffe auf Forscher*innen aufmerksam zu machen, berichten Wissenschaftler*innen über ihre Erfahrungen mit der Einschränkung von Forschung, Publikation, Lehre und Lernen.

Nach der hohen Resonanz der ersten Vortragsreihe, geht „Academia, Interrupted“ 2021 in die zweite Runde. Dieses Jahr digital, was der gewohnt ungezwungen Atmosphäre aber keinen Abbruch tun soll. Im Anschluss an den Vortrag werden Fragen beantwortet und Beiträge aus dem Chat diskutiert.

Die Veranstaltungen finden live statt, sind öffentlich und für alle Interessierten zugänglich. Bitte betreten Sie den Meetingraum ein paar Minuten früher und lassen Sie Ihr Mikrofon sowie Ihre Kamera während der Vorträge ausgeschaltet.

Mehr Informationen zu den einzelnen Vorträgen erhalten Sie weiter unten.

Olga S. Hünler, PhD

Academy in Exile Critical Thinking Residency Program, Freie University Berlin

  • 21 January 2021
  • 18:30 – max. 20:00 h
  • English
  • Zoom-Passwort (falls nötig): 665472

Even though academic freedom in the world increases throughout history, in the last decades, we have witnessed several violations and threats to academic freedom and institutional autonomy of higher education institutions in conflict-ridden countries and democratic countries as well. The rise of populist right governments escalates the violations in higher education like in other spheres. “Dangerous Questions: Why Academic Freedom Matters” is a Massive Open Online Course (MOOC) created to explain the definitions of academic freedom, exploring the values of higher education, identifying the threats and challenges to academic freedom, and exploring the ways to defend and endorse academic freedom while highlighting its importance for democratic societies. As one of the two lead educators of „Dangerous Questions“, Olga S. Hünler will discuss throughout this presentation the different definitions of academic freedom and their relations with other core values of higher education, while providing contemporary examples from Turkey and elsewhere.

Prof. Hussain Al-Towaie

Fachgebiet Wasserversorgung und Grundwasserschutz, Technische Universität Darmstadt

  • 28. Januar 2021
  • 18:30 – max. 20:00 Uhr
  • Deutsch
  • Zoom-Passwort (falls nötig): 822350

Während des Vortrags gewährt Prof. Hussain Al-Towaie einen umfassenden Einblick in ein Land, welches im öffentlichen Diskurs häufig übersehen wird. Nach einer Reise durch die geografische und architektonische Vielfalt des Landes im Süden der arabischen Halbinsel, erfahren die Teilnehmenden von den sozialen, gesellschaftlichen und politischen Strukturen sowie von den weitreichenden dramatischen humanitären Folgen eines noch immer andauernden Mehrfrontenkrieges. Anschließend berichtet Prof. Al-Towaie u.a. von seiner Flucht nach Deutschland und welche Rolle die Aussicht, seine akademische Laufbahn in Freiheit fortzusetzen, dabei gespielt hat.

Mubashar Hasan, PhD

Humanitarian and Development Research Initiative, University of Western Sydney, Australia

  • 4 February 2021
  • 12:00 – max. 13:30 h
  • English
  • Zoom-Passwort (falls nötig): 260367

Against the backdrop of the rise of populist authoritarian governments around the world, a contemporary phenomenon is the growing support of students and universities in favour of shrinking democratic spaces and censorship on academic freedom in universities. Cases in Bangladesh, Turkey, Hungary, China, Poland and India offer some validity of this claim. In this lecture Mubashar Hasan unpacks this trend and argues three major reasons exacerbate this problem: (a) continued strategic cooperations between liberal democracies and populist regimes, (b) clientelist politics and uneven wealth distribution in populist regimes and (c) an overwhelming global emphasis on growth and stability over rights and freedom.

Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung

Bild: Felipe Fernandes

Förderung von Forschungsvorhaben von gefährdeten Forschenden

Mit der Philipp Schwartz-Initiative erhalten Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland die Möglichkeit, gefährdete Forschende im Rahmen eines Fellowships für 24 Monate aufzunehmen.

Bis zum 5. März 2021 können Anträge für die 9. Ausschreibungsrunde der Philipp Schwartz-Initiative eingereicht werden.

Bitte beachten Sie, dass Forscherinnen und Forscher sich in diesem Programm nicht direkt bewerben können.

Für eine Förderung von Forschungsvorhaben im Rahmen von Philipp Schwartz-Stipendien kommen nachweislich gefährdete Forschende aus allen Fachgebieten und allen Herkunftsländern in Betracht, die:

  • über eine Promotion oder einen vergleichbaren akademischen Grad (Ph.D., C.Sc. oder Äquivalent) verfügen
  • sich zum Zeitpunkt der Antragstellung grundsätzlich noch nicht bzw. nicht mehr als fünf Jahre außerhalb des Heimatlandes aufhalten; „Bildungsinländer“ sind ausgeschlossen
  • über Sprachkenntnisse verfügen, die für die erfolgreiche Durchführung des Forschungsvorhabens erforderlich sind
  • die über wissenschaftliche Qualifikationen (z.B. Publikationen) verfügen
  • die Potenzial zur Integration in den (wissenschaftsbezogenen) Arbeitsmarkt besitzen
  • die noch nicht im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative gefördert wurden
  • Personen, die aufgrund einer doppelten Staatsbürgerschaft oder anderer Umstände Zugang zu einem sicheren Aufenthaltsland haben sowie deutsche Staatsangehörige sind von einer Nominierung ausgeschlossen.
  • Mehrfachnominierungen einer Person durch mehrere potenzielle Gasteinrichtungen sind ausgeschlossen.

Die überarbeiteten Programmunterlagen und weitere Informationen finden Sie auf der Website der Philipp Schwartz-Initiative.

Die Philipp Schwartz-Initiative wurde von der Alexander von Humboldt-Stiftung gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen und ermöglicht Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland die Verleihung von Stipendien für Forschungsaufenthalte an gefährdete Forscherinnen und Forscher.

Finanziert wird diese Initiative durch das Auswärtige Amt, die Alfred Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die Andrew W. Mellon Foundation, die Fritz Thyssen Stiftung, die Gerda Henkel Stiftung, die Klaus Tschira Stiftung, die Robert Bosch Stiftung, den Stifterverband sowie die Stiftung Mercator.

An der TU Darmstadt:

Mit Unterstützung von: