Energiesparend durch den Sommer

Der Hitze die kalte Schulter zeigen und dabei Energie & Kosten sparen.

26.07.2022

Auch für uns an der TU liegt der Fokus angesichts der Energiekrise und dem fortschreitenden Klimawandel aktuell mehr denn je auf dem Einsparen von Energie und Ressourcen. Mit ca. 25.000 Studierenden und knapp 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist die TU Darmstadt in ihrer Größe vergleichbar mit einer mittelkleinen Stadt. Entsprechend groß ist das Potenzial, auch an heißen Tagen viel Energie zu sparen – und zwar von jeder und jedem Einzelnen an unserer Hochschule.

Simpel, aber wirkungsvoll: Vor den ersten Sonnenstrahlen die Fenster verschatten, schützt vor extremer Hitze in Innenräumen.

Ob im Homeoffice oder Zuhause: Die folgenden Tipps sollen Ihnen helfen, energiesparend und komfortabel durch die heißen Sommermonate zu kommen.

Wenn ich morgens am Arbeitsplatz ankomme, senke ich die Rolläden auf der Ost- und Südseite unseres Gebäudes und lüfte durch. Im Laufe des Tages lasse ich dann die Rolläden auf der Westseite herunter und fahre sie im Osten wieder herauf. So heizen sich die Büroräume bei Weitem nicht so auf.

Für das Raumklima im Sommer spielen Fenster eine zentrale Rolle. Gerade bei großen Fenstern kann die Temperatur der Innenräume enorm ansteigen, wenn Sonnenstrahlen im Sommer ungehindert auf die Glasflächen treffen. Deswegen ist es ratsam, vor allem nach Süden gerichtete Fenster zu schützen: mit außenliegenden Rolläden oder innenliegenden Jalousien. Sind diese außen montiert, ist der Effekt spürbar größer als innen.

Wo beides nicht zur Verfügung steht, hilft ein simpler Trick: Ein Stück hellen Baumwollstoff über den Fensterflügel legen und beim Schließen so einklemmen, dass die Scheibe von außen bedeckt ist.

Neben der Regulierung von Sonneneinstrahlung kann Lüften die Temperatur senken. Dabei sollte vor allem nachts und frühmorgens gelüftet werden. Und sobald die Temperaturen außen ansteigen: sofort wieder die Fenster schließen.

Bringt viel: Morgens nochmal gut durchlüften, bevor die Temperaturen steigen.

Wussten Sie schon ...

Der sogenannte g-Wert, der Gesamtenergie-Durchlassgrad, wird in Prozent angegeben und beschreibt den Strahlungsdurchgang von Sonnenlicht. Je größer er ist, desto mehr Energie wird durch die Sonneneinstrahlung in Wärme umgewandelt. Beispielsweise bedeutet ein g-Wert von 0,65 bei einem herkömmlichen, zweifach verglasten Fenster, dass 65 % der eingestrahlten Energie durchgelassen werden.

Wir sind ständig von elektronischen Geräten umgeben, ob am Arbeitsplatz oder in der Teeküche. Was viele nicht wissen: Diese Geräte benötigen nicht nur Strom, sondern geben im laufenden Betrieb oder Bereitschaftsmodus zusätzliche Wärme an den Raum ab, da ein Großteil des Stroms in Abwärme umgewandelt wird. Gerade im Sommer sollten Sie daher Ihre Elektrogeräte komplett ausschalten oder vom Stromnetz trennen, sobald diese nicht benötigt werden.

Stecker ziehen, 4-fach profitieren!

Wer den Stecker zieht, spart Strom, vermeidet zusätzliche und überflüssige Abwärme im Gebäude und auch zusätzliche Mehrkosten. Denn Netzteile von Lampen, Fernsehern, Film- und Musikabspielgeräten oder Handyladesteckern stehen permanent unter Spannung, solange sie eingesteckt sind.

Hinzu kommt, dass Akkus bei Hitze schneller altern. Schon bei einem Temperaturanstieg von zehn Grad laufen die elektrochemischen Prozesse im Inneren eines Akkus doppelt so schnell ab wie sonst. Die Folge: die Leistung und Lebensdauer des Akkus sinkt. Vom Netz getrennt erhöhen Sie also automatisch die Lebensdauer Ihrer Geräte!

Goodbye, Standby!

Der Standby-Betrieb ist zudem ein erheblicher Kostenfaktor, wenn auch moderne Elektrogeräte deutlich energieeffizienter arbeiten. Die unnötigen Kosten des Stromverbrauchs durch Standby-Modus werden deutschlandweit auf vier Milliarden Euro jährlich geschätzt*.

Wer seine Geräte jetzt noch vor direkter Sonneneinstrahlung schützt und bestenfalls an kühleren Stellen platziert, hat alles richtig gemacht. Das Ausstecken und Runterfahren lohnt sich also – für's Energiesparen und eine angenehme Raumtemperatur!

* Quelle: VDE

Eine Google-Suchanfrage verbraucht 0,3 Wattstunden. 20mal gegoogelt, hat man in etwa soviel Energie verbraucht, wie eine Energiesparlampe in einer Stunde*. Statt täglich auf's Neue verschiedene Internetseiten via Suche aufzurufen, spart es deshalb Zeit und jede Menge Strom, Lesezeichen auf häufig besuchte Seiten zu setzen – das geht auch auf dem Smartphone.

Zusätzlich bietet sich eine kleine Recherche zu alternativen Suchmaschinen an. So pflanzt die deutsche Suchmaschine Ecosia für jede Suchanfrage Bäume, schützt vor Tracking von Drittanbietern, während Qwant und DuckDuckGo für mehr Datenschutz und unabhängigere Ergebnisse werben.

* Quelle: SWR

Bookmarks, also Lesezeichen setzen, spart Strom.

Bei Außentemperaturen über 30°C werden schnell Ventilator oder Klimaanlage eingeschaltet. Doch mit der Kühlung sind enorme Energieströme und -kosten verbunden, die sich schnell errechnen lassen:

Der Stromverbrauch eines Ventilators pro Stunde liegt zwischen 25 und 100 Watt. Wer noch den Stromverbrauch und die damit verbundenen Kosten selbst berechnen möchte (s. Angaben Gerät), kann die folgende Formel verwenden:

(Watt-Zahl x Anzahl der Stunden : 1000) x 40 Cent*

Um mit einer Klimaanlage die Luft angenehm zu temperieren, braucht es dagegen min. 500 bzw. 1.000 Watt pro Stunde (mobiles Gerät / Splitgerät) und die Geräte selbst erzeugen sehr viel zusätzliche Abwärme – die wir ja vermeiden wollen. Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht darauf verzichten kann, sollte zumindest den „Eco“-Modus einstellen und zwischendurch das Gerät auch einmal ganz auszuschalten.

*Durchschnittlicher Strompreis pro kWh, kann gegebenenfalls angepasst werden

Wer auf seinen Körper hört, merkt schnell: Wenn die Temperaturen steigen, sinkt der Appetit auf schweres, fettiges Essen. Auf dem Speiseplan stehen dann besser Obst, Salate und Gemüse. Sorten, die viel Wasser enthalten, wie Gurken, Tomaten oder Melonen tragen zu einem ausgeglichenen Flüssigkeits­haushalt bei. Wer sich morgens Wasser mit Zitronenscheiben auf den Schreibtisch stellt, freut sich gleich doppelt auf eine Pausen-Erfrischung!

Eiskalt serviert

Viele leckere Rezepte bringen außerdem Abkühlung auf den Tisch: Ob kalte Suppen wie Gazpacho mit frischen Croutons, Couscous- oder Bulgursalate oder zwischendurch ein leckeres Eis – so lassen sie jede Hitzewelle kalt aussehen!

Kleine Pausen, leichte Mahlzeiten, gutes Gefühl.

… für's Wohlgefühl

Schön und angenehm: Lockere, luftige Kleidung tragen.
Eng anliegende Kleidung lässt die Luft nicht an die Haut und dämpft den Kühleffekt des Schwitzens. Besser eignen sich lockere Hemden und Blusen sowie weit geschnittene Hosen und Röcke aus Naturfasern wie Leinen, Baumwolle oder Seide und in hellen statt dunklen Farben.

Den Körper mit Flüssigkeit versorgen:
Im Sommer zu schwitzen, wird meist als lästiges Übel empfunden. Für den Körper ist Schweiß aber notwendig, damit er seine Temperatur regulieren kann. Wer viel trinkt, erleichtert dem Organismus die Arbeit. Erwachsene sollten mindestens zwei Liter pro Tag zu sich nehmen, möglichst gleichmäßig über den Tag verteilt. Wer zu wenig trinkt, wird müde, belastet den Kreislauf und kann Kopfschmerzen bekommen.

Sport? Am besten morgens oder abends!
Sport ist auch im Sommer für den Körper wichtig und gesund. Allerdings müssen es bei Hitze keine Höchstleistungen sein. Wer sein Training in die kühlen Morgen- oder Abendstunden verlegt, schont den Organismus. Das Unisport-Zentrum bietet für Beschäftigte ein umfangreiches Sport- und Bewegungsangebot.
Zum Unisport-Zentrum (USZ)

Luftreinigende Zimmerpflanzen

Auch Pflanzen können einen Beitrag zu frischer Luft leisten. Zum Beispiel Efeutute, Grünlilie und Clathea sind in der Lage, Schadstoffe wie Formaldehyd, Kohlenmonoxid und Benzol aus der Luft zu filtern.

Weitere Infos zum Thema?

Im Nachhaltigkeits-Kompass, dem dynamischen Nachhaltigkeitsbericht der TU Darmstadt, finden Sie weitere spannende Projekte und Aktivitäten an der Universiät.

Passt thematisch dazu im Handlungsfeld Betrieb: Bereiche Ressourcenmanagement und Treibhausgasemissionen