Frauenrechte sind Menschenrechte – am 8. März wie jeden Tag

Ein Beitrag des Gleichstellungsbüros der TU Darmstadt

08.03.2024

„Der 8. März bleibt angesichts seiner langen Tradition und aktuellen Bedeutung ein wichtiger Tag, um die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter kritisch zu hinterfragen. Dass der Frauentag eine bereits über 100 Jahre alte Geschichte hat, zu dem immer wieder Menschen auf die Straße gehen und demonstrieren, verdeutlicht die fortwährende Notwendigkeit, sich für Geschlechtergerechtigkeit einzusetzen,“ so das Statement der Gleichstellungsbeauftragten Dr.‘in Uta Zybell zum Internationalen Frauentag.

Ein ursprüngliches Ziel der Frauenbewegung, für das am Frauentag gekämpft wurde – das Wahlrecht für Frauen – ist heute in Deutschland selbstverständlich. Rechtlich sind Männer und Frauen gleichgestellt. Dennoch zeigt die Praxis, dass Gleichberechtigung noch nicht in allen Bereichen erreicht ist. Daher ist es wichtig, diese Missstände regelmäßig auf die Agenda zu setzen.

Ein weiteres Ziel, für das sich Frauen in Deutschland in den 1960er Jahren einsetzten, war die Möglichkeit für Frauen, ohne Zustimmung des Ehepartners einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Auch dieses Ziel ist faktisch erreicht, und Frauen können heute frei über ihre Berufstätigkeit entscheiden. Bei genauerer Betrachtung wird jedoch klar: Frauen werden auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert. Dies zeigt sich einerseits am immer noch bestehenden Gender Pay Gap sowie an den Hürden, denen Frauen und insbesondere Mütter im Berufsleben gegenüberstehen. Durch strukturelle Fehlanreize gehen Frauen häufig einer reduzierten Erwerbsarbeit nach, leisten mehr unbezahlte Arbeit und geraten damit häufiger in finanzielle Abhängigkeitsverhältnisse und Altersarmut. Dies verdeutlicht, dass traditionelle Rollenbilder und patriarchale Strukturen trotz rechtlicher Gleichstellung tief in unserer Gesellschaft verwurzelt sind.

Auch 2024 findet zur Reflexion und Überwindung von strukturellen Barrieren und geschlechts-spezifischen Stereotypen eine Frauenvollversammlung statt. Die Gleichstellungsbeauftragte lädt alle weiblichen Beschäftigten zur Frauenvollversammlung zum Thema „Let‘s close the gender gaps – Finanzielle Unabhängigkeit und Selbstbestimmung für Frauen“ ein. Die Finanzbildungsexpertin Dr.‘in Birgit Happel erläutert systemische Zusammenhänge, das Wirken von Stereotypen sowie mögliche Stellschrauben für finanzielle Selbstbestimmung. Die Veranstaltung findet am 12. März von 10 bis 12 Uhr im Wilhelm-Köhler-Saal statt, im Anschluss laden wir zum gemeinsamen Vernetzen ein.

Auch ein Blick an die TU Darmstadt zeigt, warum es nach wie vor wichtig ist, den 8. März als Internationalen Frauentag zu begehen und die tatsächliche Gleichstellung auf den Prüfstand zu stellen. Denn bei genauerer Analyse der Zahlen an der TU Darmstadt wird sofort klar: Je weiter im wissenschaftlichen Qualifizierungsverlauf, desto weniger Frauen sind vertreten. Diese „Leaky Pipeline“ zeigt auf, dass weiterhin strukturelle Barrieren existieren, die Frauen daran hindern, eine gleichberechtigte wissenschaftliche Karriere zu verfolgen. Aus diesem Grund setzt sich die TU Darmstadt aktiv für die Gleichstellung aller Geschlechter ein. Sie fordert und fördert eine Forschungs-, Arbeits-, Lehr- und Lernkultur, in der alle Mitglieder der Universität ihre Potenziale entfalten und gleiche Teilhabechancen wahrnehmen können. Das Gleichstellungsbüro koordiniert und entwickelt hierfür zentrale Gleichstellungsmaßnahmen sowie Angebote für verschiedene Zielgruppen.