„Nachhaltigkeit ist für uns schon seit Jahren ein Thema“

Ralf Simon ist Energiebeauftragter des Unisport-Zentrums (USZ)

31.01.2024

USZ-Vize-Direktor Ralf Simon sucht im Team nach Möglichkeiten, um Energie einzusparen. Doch wo Sport getrieben wird, ist der Energiebedarf meist ohnehin geringer. Wir haben dem 53-Jährigen ein paar Fragen zu seiner Tätigkeit gestellt.

Ralf SImon, stellvertretender Direktor und Energiebeauftragter des Unisport-Zentrums (USZ), an seinem Arbeitsplatz.

Herr Simon, wie sieht die Arbeit eines Energieberaters für das Unisport-Zentrum aus?

Ich mache das nicht allein, sondern binde mein Team ein, zu dem rund 26 Mitarbeitende gehören. So haben wir beispielsweise gemeinsam eine Ideensammlung erstellt, wo am Unisport-Zentrum Einsparpotenziale bestehen könnten. Die Kommunikation ist wichtig. Alle zwei Wochen berichte ich dem Team von den Ergebnissen aus den regelmäßigen Treffen im Energieforum und mit dem Netzwerk der Energiebeauftragten der Universität. Thema ist immer auch der wöchentliche Energiespar-Bericht. Ich versuche, die Mitarbeitenden und Studierenden zu sensibilisieren: Jeder und jede Einzelne kann etwas tun, um Energie einzusparen. Nachhaltigkeit ist aber eigentlich schon seit Jahren für uns ein Thema. So haben wir einen unserer Betriebsausflüge für eine Pflanzaktion genutzt und auch Nistkästen auf dem USZ-Gelände aufgehangen.

Das USZ hat große Hallen und Sportstätten – wo besteht da Einspar-Potenzial?

Wir haben große Hallen, aber der Energiebedarf ist eher gering, weil ja dort Sport getrieben wird und daher meist nicht viel geheizt werden muss. Wir haben auch keine aufwendige Technik wie vielleicht der Maschinenbau. Aber dennoch ist die Anzahl der Gebäude und Einrichtungen groß – dazu zählen unser Bürogebäude, Uni-Fit und Kletterhalle, das Hochschulstadion mit Schwimmbad und Seminarräumen, Bauhof, Kiosk, Tennisplätze, Multifunktionsflächen und Sporthallen für Turn- und Spielsportarten und Gymnastik. 2019 haben wir gemeinsam mit dem Dezernat V bereits die Beleuchtung des Kunstrasens und weiterer Außensportanlagen auf LED umgerüstet. Die Flutlichtanlagen sind einer unser größeren Energieverbraucher gewesen. Die Umrüstung hat erhebliche Einsparungen gebracht.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie?

Nicht immer lassen sich alle Ideen umsetzen, die im Team entstehen. So konnten beispielsweise nicht alle Lampen umgerüstet werden, weil technische Gründe dagegensprachen oder mit LED-Leuchtkörpern keine Betriebserlaubnis bestanden hätte. Energie verbraucht auch unsere IT in Form von Servern und Routern, aber da können wir von unserer Seite aus nicht nachregeln. In unseren Hallen und Büros haben wir dagegen jetzt Temperatur-Tracker installiert, um festzustellen, wo es eventuell noch Optimierungsmöglichkeiten gibt – jenseits der Maßgabe abends, am Wochenende oder bei Abwesenheit die Heizung herunterregeln. Nicht in allen Sporthallen ist es jedoch sinnvoll, die Temperatur zu sehr zu drosseln. Für Yoga und Entspannung dürfen die Räume nicht zu kalt sein, und auch unsere Sportstudierenden sind zwar meist in Bewegung, zur Ausbildung gehören aber auch Theorieeinheiten und da kam im vergangenen Jahr öfter mal die Rückmeldung, dass es zu kalt war. Hinzu kommt, dass manche Gebäude wie etwa das Hochschulstadion älteren Baujahres und (noch) nicht energetisch saniert sind. Da sind Mauern ungedämmt oder Fensterbänder alt. Wird die Heizung zu stark heruntergefahren, kriegen wir die Räume dort nicht mehr warm.

Das Thema Nachhaltigkeit und die Folgen des Klimawandels beschäftigen mich sehr. Ich versuche, nicht nur bei der Arbeit, sondern ebenso im privaten Bereich Energie zu sparen.

Wo waren Energie-Einsparungen leichter umzusetzen?

Leicht umsetzbar waren alle Maßnahmen, die die Büros in der USZ-Verwaltung betrafen. Wir haben ein recht neues und gut gedämmtes Gebäude, da gab es keine Probleme. Auch in den Kursen war die Umsetzung leicht. Die Teilnehmer:innen hatten für Energiesparmaßnahmen und die deshalb kühleren Trainingsräume volles Verständnis und haben sich einfach etwas wärmer angezogen. Ich glaube, alle waren nach den Erfahrungen aus der Pandemie froh, dass wir nicht wieder schließen mussten.

Ihr Fazit?

Ich finde es gut, dass wir uns als Universität mit dem Thema beschäftigen. Wir haben Strom und Wärme eingespart – wieviel genau können wir nicht sagen – aber im Sinne der Nachhaltigkeit ist es gut, wenn wir weniger Energie verbrauchen. Für den gesamten Unisport liegt unser Verbrauch zurzeit bei circa 28 Megawattstunden im Jahr. Mal schauen, was wir noch erreichen können.

Wie würden Sie ihre persönliche Motivation als Energiebeauftragter beschreiben?

Das Thema Nachhaltigkeit und die Folgen des Klimawandels beschäftigen mich sehr. Ich versuche, nicht nur bei der Arbeit, sondern ebenso im privaten Bereich Energie zu sparen. Auch daheim haben wir auf energiesparende Geräte und LED-Beleuchtung umgestellt, fahren wenig Auto, sondern nehmen das Rad, und Einkäufe erledigen wir mit dem Lastenfahrrad.

Die Fragen stellte Astrid Ludwig.