Umgang mit der Energiekrise

Für die TU Darmstadt ist Energiesparen ein zentrales Anliegen, insbesondere auch zur weiteren Förderung von Klimaschutz und nachhaltiger Entwicklung. Hinzu kommt eine sich verschärfende Energiekrise durch den Krieg in Europa, die auch Auswirkungen auf die Universitäten haben wird. Die TU Darmstadt intensiviert vor diesem Hintergrund ihre Energiesparmaßnahmen und hat unter Leitung des Präsidiums gemeinsam mit der zentralen Verwaltung und dem Energiemanagement einen strategischen Notfallplan aufgesetzt.

Rahmenbedingungen

Der Krieg in der Ukraine hat zu ungeahnten Herausforderungen geführt, die uns allen starke Einschränkungen abverlangen. Die erzwungene Energiekrise wird Auswirkungen auf Forschung, Lehre und Verwaltung aller Universitäten in diesem Winter und darüber hinaus haben. Die TU Darmstadt ist aufgrund ihrer speziellen Infrastruktur als Technische Universität hiervon besonders hart betroffen. Als Mitglieder der TU Darmstadt können wir jedoch in den kommenden Monaten gemeinsam maßgeblich dazu beitragen, die vor uns liegenden Herausforderungen zu bewältigen.

Die Situation ist von hoher Dramatik: Zwar hat die Kultusministerkonferenz (KMK) beschlossen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen analog zu Schulen als sogenannte „Geschützte Kunden“ einzustufen. Zum derzeitigen Zeitpunkt ist daher davon auszugehen, dass die TU Darmstadt auch bei allgemeiner Gasverknappung weiterhin ausreichend Gas erhält. Aufgrund der besonderen Mangelsituation müssen wir dennoch trotz des geplanten Abwehrschirms mit einer erheblichen Kostensteigerung für die Energiebeschaffung kalkulieren.

Bisherige Schätzungen gehen je nach Größe der Hochschule von mittleren zweistelligen Millionenbeträgen aus. Nach unseren Berechnungen würde die TU Darmstadt im Jahr 2023 dann rund 20 % bis 25 % ihres Haushalts für Energie aufwenden müssen (zum Vergleich: im Jahr 2022 lagen diese Aufwendungen bei etwa 7 %). Das würde die TU Darmstadt zu enormen Einschnitten in allen Bereichen zwingen.

Maßnahmen des Präsidiums

Das Präsidium hat zentral Maßnahmen beschlossen, um den Energieverbrauch an unserer Institution schnell und nachhaltig zu senken. Alle Mitglieder der Universität können aber zusätzlich mit verantwortungsvoller Nutzung der Ressourcen individuell dazu beitragen, die Energiekrise zu meistern – und so nachhaltig auch den Schutz des Klimas fördern:

Um die Energiekosten möglichst weit zu reduzieren und einen Beitrag zu einer nachhaltigen Energieversorgung zu leisten, werden die Gebäude der TU Darmstadt im Winterhalbjahr lediglich zwischen 7:00 und 17:00 Uhr auf die von der Bundesregierung festgesetzten Temperaturen geheizt (19°C Büro, 16°C Werkstätten und Hallen). Außerhalb dieser Zeiten können die Temperaturen bis auf 17,5°C bzw. 10°C absinken.

Um den Energieverbrauch unserer Universität ab Weihnachten zwei Wochen lang auf ein Minimum zu reduzieren, wird es eine verlängerte Winterpause vom 24. Dezember 2022 bis 8. Januar 2023 geben. In dieser Zeit bleiben die Raumtemperaturen von Ausnahmen abgesehen (siehe nächster Punkt) auf 10°C abgesenkt.

Damit Studierende geheizte Arbeitsplätze haben, ist die Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) vom 2. Januar bis zum 8. Januar geöffnet.

Grundsätzlich sind wir alle aufgefordert, Energie zu sparen. Bitte achten Sie darauf, dass die Raumtemperatur in den Büros bei etwa 19°C liegt. Drehen Sie dazu, dort wo es möglich ist, die Thermostate auf knapp unter „3“ (siehe beigefügte Grafik). Betreiben Sie keine zusätzlichen Heizgeräte wie z.B. elektrische Heizlüfter. Weitere Hinweise und Tipps finden Sie auf der Webseite „Energie & Ressourcen“.

In allen relevanten Fachbereichen und zentralen Einrichtungen wird eine Abfrage zu deren kritischer Infrastruktur durchgeführt. Basierend auf diesen Ergebnissen und den Daten aus dem Energiemanagement wird gebäudeweise analysiert, welche Verbräuche und Bedarfe (Wärme bzw. Kühlung, Strom) in welchem Bereich vorhanden sind. Dieses datenbasierte Vorgehen ist uns wichtig. Das zentrale Energiemanagement und die Wissenschaft arbeiten hier zusammen, um den Verbrauch zu optimieren.

Das Präsidium der TU Darmstadt

Die aktuelle Krise verlangt uns als Einzelpersonen und als Mitglieder unserer Universität viel ab. Doch wir sind überzeugt: Indem wir solidarisch und verantwortungsvoll agieren, werden wir gemeinschaftlich die vor uns liegenden Aufgaben lösen und Herausforderungen bewältigen. Für Ihre Bereitschaft zur Unterstützung und Mitwirkung danken wir Ihnen sehr!

Bild: Katrin Binner

Unterstützung

  • Förderverein für in Not geratene Studierende
    Der Förderverein für in Not geratene Studierende der Technischen Universität Darmstadt e.V. unterstützt finanziell in Notfällen und besonderen Härtefällen. Die Vereinsmitglieder arbeiten rein ehrenamtlich und mit Geld aus privaten Spenden, der Studierendenschaft und der TU Darmstadt.
  • Studierendenwerk Darmstadt
    Informationen zum Heizkostenzuschuss für BAföG-Empfänger und generell zur Studienfinanzierung

Energiesparpaket des Landes Hessen

Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise hat die hessische Regierung Ende Juli ein Energiesparpaket für die Landesverwaltung vorgestellt (wird in neuem Tab geöffnet).

Durch das Energiesparpaket (wird in neuem Tab geöffnet) eine deutliche Reduzierung des Wärme- und Stromverbrauchs der Landesverwaltung erreicht werden. Es umfasst kurz- und mittelfristige Maßnahmen sowie ein Monitoring.