Nachhaltige Magnete
Verbundprojekt PUMA hilft der Energiewende
11.10.2022
Leistungsstarke Magnete können zur effektiven Kühlung, Wärme- und Stromerzeugung verwendet werden. Sie tragen entscheidend zur Energiewende bei. Ein Verbund unter der Leitung der Universität Duisburg-Essen (UDE) erforscht daher neue magnetische Werkstoffe, die effizient und umweltverträglich sind. Partner im Projekt PUMA sind die Technische Universität Darmstadt und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR). Das Bundesforschungsministerium fördert PUMA ab Oktober für vier Jahre mit zwei Millionen Euro.
Ob in der Robotik, bei der Datenspeicherung oder der Energieumwandlung: Magnete werden bereits in vielen Bereichen eingesetzt. Um sie herzustellen, braucht es Metalle und Mineralien, meist sind es Seltene Erden. Im Projekt PUMA (PUlsed high MAgnetic fields for new functional magnetic materials) wollen die Wissenschaftler:innen daher hocheffiziente Magnete entwickeln, die möglichst ohne diese eingeschränkt verfügbaren und deshalb als kritisch eingestuften Rohstoffe auskommen.
„Wir konzentrieren uns zum einen auf Permanentmagnete. Diese haben einen maximal hohen Wirkungsgrad und werden beispielsweise in Motoren für die Elektromobilität eingesetzt oder in Generatoren für Windkraftanlagen“, erklärt Projektleiter Prof. Dr. Heiko Wende von der UDE. Sein Kollege von der TU Darmstadt, , ergänzt: „Zum anderen erforschen wir neue Materialien, die sich den magnetokalorischen Effekt zunutze machen. Das bedeutet, dass verschiedene Metalle und Legierungen ihre Temperatur ändern können, sobald sie einem magnetischen Feld ausgesetzt sind. Uns interessiert vor allem, dieses Phänomen zur festkörperbasierten Kühlung als klimafreundliche Alternative zur konventionellen Gas-Kompressionskühlung einzusetzen.“ Prof. Dr. Oliver Gutfleisch
Erfolgreiche Kooperation
Die beiden universitären Projektpartner arbeiten bereits erfolgreich zusammen, etwa im . Für die Untersuchungen wird der Dreierverbund nun die europäische DFG Sonderforschungsbereich/Transregio 270 in Grenoble nutzen, denn sie ist eine der weltweit brillantesten Anlagen für Synchrotronstrahlung. Experimentierstation ESRF
„In Grenoble planen wir, an einem Strahlrohr ein neues gepulstes Hochfeldsystem aufzubauen“, erklärt Prof. Dr. Joachim Wosnitza vom HZDR. „Damit sollen Magnetfelder mit mehr als 50 Tesla erzeugt werden, das entspricht dem Einmillionenfachen des Erdmagnetfelds. So können wir die Wechselwirkungen genau analysieren, die für die Funktion der magnetokalorischen Materialien wesentlich sind.“
Mit dem neuen Aufbau an der ESFR nutzen die UDE-Wissenschaftler ihre Expertise in elementspezifischen Studien, um die Veränderungen der magnetischen Eigenschaften neuer, in Darmstadt hergestellter Materialien unter den extrem hohen Magnetfeldimpulsen im Detail zu untersuchen. Dieses Verständnis, das auf Messungen der makroskopischen (Magnetisierung, Magnetostriktion, Widerstand, Temperaturänderung) sowie der mikroskopischen Eigenschaften (Röntgenabsorptionsspektroskopie (XAS) und Röntgenmagnetischer Zirkulardichroismus (XMCD) bei hohen gepulsten Magnetfeldern beruht, wird es dem Team ermöglichen, die Magnete in ihrer Leistung näher an ihre physikalische Grenze zu bringen, wie , Projektleiter an der TU Darmstadt, erklärt. Dr. Konstantin Skokov
Ulrike Bohnsack/UDE/TU Darmstadt