Materialwissenschaft:

ein Studiengang, unzählige Möglichkeiten

Klein, aber oho! Der interdisziplinäre Studiengang Materialwissenschaft am Fachbereich Material- und Geowissenschaften umfasst nicht nur eines, sondern sämtliche Fächer des MINT-Bereichs, schwerpunktmäßig Physik und Chemie. Welche Vorteile das für deinen Studienalltag bedeutet und welche Türen das öffnen kann, verraten dir unsere #studentsofTUdarmstadt im Interview. Bereit für die pure Naturwissenschafts-Power? Dann mal los!

Michael,
Materialwissenschaft

Wenn ihr euch grundsätzlich für Naturwissenschaften interessiert, aber noch keinen genauen Plan habt, wohin es gehen soll: Materialwissenschaft ist die Antwort! Der Studiengang eröffnet unzählige Möglichkeiten, euch zu entwickeln und euch in euren Interessen zu spezialisieren.

Portrait Michael
Bild: Andreas Hönl

Rein ins Abenteuer MaWi

Hallo zusammen! Danke, dass ihr euch Zeit für unser Interview nehmt. Lasst uns direkt loslegen und in euren Studi-Alltag eintauchen. Materialwissenschaft ist ja schon etwas speziell und vielen nicht bekannt – wie kamt ihr denn zu diesem Studiengang und was steckt dahinter?

Janik: „Am Anfang habe ich mir ehrlich gesagt nicht viel unter dem Studiengang vorstellen können, aber wegen der naturwissenschaftlichen Ausrichtung war ich direkt interessiert. Materialwissenschaft basiert nämlich grundlegend auf den Fächern Mathe, Physik und Chemie. Also habe ich mich eingeschrieben, einfach mal losgelegt und was soll ich sagen? Ich bin fast am Ende des Masters und absolut glücklich mit meiner Entscheidung! Es gibt so viele mögliche Richtungen, in die man sich entwickeln und spezialisieren kann. Ob Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie oder Forschung über Implantate – mit MaWi ist das alles möglich.“

Sophie: „Ich habe damals auf dem Hessentag durch einen Infostand von Materialwissenschaft erfahren. Das klang einfach total gut für mich, da das Studium eigentlich alles kombiniert, was ich damals machen wollte. Und tatsächlich: Es begeistert mich bis heute. Dass die TU Darmstadt dann auch noch in den Rankings so weit oben liegt, war natürlich auch ein großer Pluspunkt.“

Torben: „Ich bin auch eher zufällig auf den Studiengang gestoßen. Auf der hobit hat ein Infostand meine Aufmerksamkeit geweckt, von dem es schon von weitem gequalmt hat. Wie sich dann zeigte, handelte es sich um den Infostand der Materialwissenschaft, an dem spannende Experimente vorgestellt und Apfel- und Orangensaft mit Trockeneis verteilt wurden. Total cool.“

Klingt wirklich spannend! Was waren denn dann vor Studienbeginn eure Erwartungen an MaWi?

Torben: „Konkrete Erwartungen hatte ich keine, aber das war auch okay so. Ich selbst war vor Studienbeginn noch sehr unentschlossen, wo mein Weg hingehen soll. Ich wusste nur, dass ich unbedingt etwas mit Naturwissenschaft machen wollte. Dafür ist die Materialwissenschaft natürlich super, weil sie viele naturwissenschaftliche Disziplinen verbindet und so vielseitig sein kann. Während des Studiums haben sich meine Interessen dann immer mehr herauskristallisiert und ich bin schließlich bei der Schadenskunde hängen geblieben, finde aber auch Oberflächenforschung und Elektrochemie total interessant.“

Michael: „Ich wusste auch nicht so ganz, was mich erwartet, vor allem weil ich in der Schule kein Physik hatte. Da war ich erst ein bisschen verunsichert. Aber mittlerweile ist Physik sogar eins meiner Lieblingsfächer! Obwohl ich also nicht unbedingt perfekte Voraussetzungen fürs Studium mitgebracht habe, habe ich trotzdem die Chance genutzt und bin echt froh darüber.“

Dann kann Materialwissenschaft auch etwas für Quereinsteiger sein? Wem würdet ihr den Studiengang denn generell empfehlen?

Michael: „Auf jeden Fall! Ich würde den Studiengang jedem empfehlen, der einfach viele Interessen im Bereich der Naturwissenschaften hat. Dafür muss man nicht unbedingt in der Schule geglänzt oder gar alle Fächer gehabt haben. Bei MaWi werden sie einfach zusammengefasst.“

Sophie: „Wer sich für die Erklärung von wissenschaftlichen Zusammenhängen oder Phänomenen interessiert, ist bei MaWi an der richtigen Adresse. Natürlich gehört auch ein gewisser Grad an Selbstdisziplin dazu, aber die Begeisterung muss einfach da sein.“

Die Vorteile von MaWi im Check

Welchen Vorteil hat Materialwissenschaft denn gegenüber klassischen Fächern wie Chemie oder Physik?

Janik: „Bei den klassichen Studiengängen wie Chemie ist man eben sehr in diese eine Richtung gedrängt. Bei MaWi kann man sich zwar in eine bestimmte Vertiefung begeben, aber auch in so viele andere Disziplinen rein schauen oder sich sogar auf mehrere gleichzeitig spezialisieren. Zwar ist das Studium durch die so verschiedenen Inhalte und etliche Praktika in den verschiedenen Bereichen schon manchmal hart, aber wenn man Spaß dran hat, ist es das absolut wert. Auch nach dem Studium hat man mit MaWi sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten.“

Torben: „Genau, und by the way: Wenn das Studium zu zeitintensiv ist, gibt es die Möglichkeit eines Teilzeitstudiums. Oder wenn Studierende wie ich noch nebenbei arbeiten müssen, gibt es verschiedene Modelle, mit denen das auch möglich ist. Ein ganz klarer Vorteil gegenüber den klassischen Studiengängen ist auch, dass man gute Chancen auf eine HiWi-Stelle an der TU Darmstadt hat. Durch die vielen Fachgebiete, welche die Materialwissenschaft abdeckt, können wir auch easy bei anderen Fachbereichen wie z.B. Maschinenbau unterkommen.“

Gibt es etwas, das euch am MaWi-Studium an der TU Darmstadt besonders begeistert oder auch positiv überrascht hat?

Janik: „Mir war im Vorhinein gar nicht bewusst, dass unser Studiengang vergleichsweise klein ist. Das hat mich echt positiv überrascht und bleibt bis heute einer der größten Vorzüge von MaWi. In unserem Fachbereich hier an der TU Darmstadt ist das Umfeld sehr familiär – es gibt einfach keine Berührungsängste. Wenn man Hilfe braucht, kann man einfach auf die Professor*innen und auf seine Kommiliton*innen zugehen und sich sicher sein, dass einem auch geholfen wird. Auch zwischen älteren und jüngeren Semestern gibt es keine Hemmungen, denn im Lernzentrum kommen eh alle immer zusammen.“

Sophie: „Da kann ich nur zustimmen, ich bin auch super happy mit diesem familiären Umfeld in unserem Fachbereich. Egal in welcher Arbeitsgruppe ihr seid, es wird immer Hand in Hand zusammengearbeitet. Und es ist einfach schön, dass man bei all seinen Zielen so toll unterstützt wird.

Torben: Mir war nicht klar, dass das Thema Nachhaltigkeit so eine große Rolle in der Materialwissenschaft spielt. Das finde ich super! In den Vorlesungen und Seminaren beschäftigen wir uns beispielsweise mit der Erforschung von Batterien, Solarzellen und alternativer Materialien für bspw. zukünftige Antriebssysteme oder versuchen Prozesse nachhaltiger zu gestalten. gestalten.

Michael: Genau, super spannend! Ich arbeite im Moment an einem Projekt, um Blei aus funktionalen Materialien verschwinden zu lassen. Denn toxikologisch gesehen, ist Blei nicht gut für uns, vor allem für dritte Welt Länder, wo unsere alten elektronischen Geräte meist landen. Alternativen für bleihaltige Materialien oder auch generell Materialien zu finden, die nachhaltiger sind – also möglichst wenig Schaden verursachen, aber trotzdem eine größtmögliche Funktionalität bieten – ist also eine wichtige Aufgabe. Und ich freue mich, dass ich durch mein Studium einen Teil dazu beitragen kann!

Stark an eurer Seite: Die TU Darmstadt

Die Frage aller Fragen: Habt ihr denn schon eine Idee, wohin euer Weg nach dem Studium geht? Und welche Chancen eröffnet euch der Studiengang hier?

Michael: „Ich bin zwar noch im Bachelor und habe noch etwas Zeit, aber ich will mich auf jeden Fall in der internationalen Forschung umschauen. Die Professoren hier an unserem Fachbereich haben richtig gute Connections zu anderen Unis weltweit. Eine Karriere im Ausland wäre also definitiv auch möglich!“

Torben: „Ich möchte auch erstmal in der Forschung bleiben und spiele mit dem Gedanken im Bereich der regenerativen Energien zu promovieren. Gerade arbeite ich nebenher am Fraunhofer Institut, wo ich mir auch vorstellen könnte zu bleiben. An den Job bin ich übrigens über mein HiWi-Stelle gekommen – da sieht man mal wieder, wie gut vernetzt hier alles ist.“

Sophie: „Über eine Promotion habe ich tatsächlich auch schon nachgedacht! Mein Weg soll auf jeden Fall in die medizinische Richtung gehen. Mein Advanced Research Lab – das ist ein größeres Forschungspraktikum – hat schon den 3D-Druck von Organen behandelt und auch meine Masterarbeit wird das Thema Zellcharakterisierung erforschen. Neben dem Doktortitel könnte ich mir auch vorstellen, an einer Uniklinik oder z.B. bei Merck in die Forschung zu gehen.“

Janik: „Ich spezialisiere mich aktuell auf den Bereich Kraftfahrzeugtechnik und möchte einmal in die Automobilindustrie gehen. Noch weiter zu forschen wäre aber grundsätzlich auch vorstellbar. Man sieht denke ich, dass MaWi eine große Bandbreite an Möglichkeiten für verschiedenste Branchen und Berufe bietet.“

Das klingt alles so spannend – kaum zu glauben, dass ihr alle das gleiche studiert! Bei euren beruflichen Zielen und Karrierechancen unterstützt euch die TU Darmstadt sicherlich auch, oder?

Sophie: „Absolut! Wie Michael schon angedeutet hat, haben vor allem die Professoren an unserem Fachbereich wirklich gute Beziehungen, ob hier in Deutschland oder auf der ganzen Welt. Auch Möglichkeiten eines Auslandsaufenthalts werden einem da eröffnet. Die Profs sind echt hilfsbereit, wenn es um die Förderung der Karriere geht. Für eine Masterarbeitsstelle wurde ich auch vermittelt, was im Endeffekt leider aufgrund von Corona abgesagt werden musste. Aber allgemein kann man die Beziehungen hier wirklich sehr gut nutzen.“

Janik: „Auch industriell sind alle wirklich top vernetzt. Ursprünglich habe ich für eine Bachelorandenstelle dort angefragt, wo ich auch mein Praktikum gemacht habe. Letztendlich bin ich auf deren Vorschlag dann bei Bosch gelandet.“

Torben: „Es gibt außerdem Projekte, durch die sich auch weitere Vernetzungen ergeben. Aktuell läuft ein interdisziplinäres und internationales Projekt namens „INSPIRED 2021“ in Kooperation mit Unite! Universitäten, bei dem es um den Bau eines Gewächshauses auf dem Mars geht. Einfach irre, was man für Möglichkeiten hat. Aber: Von nichts kommt nichts! In der Regel muss man schon selbst dahinter sein, um von Connections zu profitieren.“

Da steht einer glänzenden Zukunft ja wirklich nichts im Weg! Habt vielen Dank für das spannende Interview! Wer möchte noch ein paar abschließende Worte an alle MaWi-Interessierten richten?

Michael: „Wenn ihr euch grundsätzlich für Naturwissenschaften interessiert, aber noch keinen genauen Plan habt, wohin es gehen soll: Materialwissenschaft ist die Antwort! Der Studiengang eröffnet unzählige Möglichkeiten, euch zu entwickeln und eure Interessen zu spezialisieren.“

Janik: „Und solltet ihr bereits im Bachelor für ein ganz bestimmtes Gebiet brennen, schafft der abgeschlossene MaWi-Bachelor auch die Grundlage für andere Masterstudiengänge wie z. B. Energy Science and Engineering. Es lohnt sich also absolut, einen genaueren Blick auf die Materialwissenschaft zu werfen! Dafür gibt es auch extra Angebote, wie MaWi für einen Tag. Da können sich Interessierte anmelden, um mit uns in Vorlesungen zu gehen und einfach mal in den MaWi-Alltag rein zu schnuppern. Und wenn ihr Fragen haben solltet, könnt ihr euch natürlich auch bei der Fachschaft melden! Wir haben immer ein offenes Ohr und freuen uns über euer Interesse am Studiengang.“

Materialwissenschaft im Überblick – Orientierungsangebot für Studieninteressierte

Ihr möchtet mehr zum Studiengang MaWi erfahren? Dann schaut euch doch gern einmal online bei den Orientierungsangeboten um. Ob Schnuppertage in den MaWi Laboren, Praktikumsplätze an dem Institut oder Besuche von Materialwissenschaftler*innen an eurer Schule – hier findet ihr verschiedene Programme zur Erkundung des Studiengangs. Zudem sind dort auch alle wichtigen Informationen ganz genau aufgelistet – ihr könnt euch also alles gesammelt noch einmal in Ruhe durchlesen.

Seid ihr bereit für das MaWi-Studium? Testet euch!

Das Online-Tool OSA unterstützt euch bei einer fundierter Studienwahl. Hier könnt ihr Fragen rund um eure Erwartungen an das Studium, euer persönliches Lernverhalten, aber auch Fachaufgaben zu Themenschwerpunkten und Vorwissen rund um den Studiengang MaWi beantworten. Die Teilnahme ist absolut anonym und hat keinerlei Auswirkungen auf ein mögliches Bewerbungs- oder Immatrikulationsverfahren an der TU Darmstadt. Das Ergebnis dient nur eurer eigenen Information und Selbsteinschätzung. Probiert es doch mal aus!

Portrait Michael
Bild: Andreas Hönl

Michael

Hallo, ich heiße Michael, bin 24 Jahre alt und studiere seit fast 4 Jahren Materialwissenschaften (Bachelor) an der TU in Darmstadt. Der Studiengang Materialwissenschaften ist im Vergleich zu anderen Studiengängen noch relativ jung und daher in Deutschland eher unbekannt. Im Vordergrund steht ein modernes, extrem interdisziplinäres, naturwissenschaftliches Studium, das auf die heutigen Anforderungen in Material Research & Development vorbereiten soll. Besonders haben mir im Bachelor die abwechslungsreichen Inhalte gefallen, denn neben materialwissenschaftlich orientierten Vorlesungen habe ich auch Chemie-, Physik-, Mathematik- und Informatikvorlesungen besuchen dürfen.

Portrait Sophie
Bild: Andreas Hönl

Sophie

Hi, ich bin Sophie und studiere Materials Science im Master. Die große Vielfältigkeit des Studiengangs hat mich immer wieder begeistert und auch immer wieder neue Interessen in mir geweckt. Nun bin ich am Ende meines Studiums angekommen und werde meine Masterarbeit im Bereich der Zellcharakterisierung und -modifizierung schreiben, was ich zu Beginn meines Studiums niemals erwartet hätte. Ich persönlich kann den Studiengang jedem ans Herz legen, der sich – genauso wie ich – für jegliche Naturwissenschaften begeistern kann und offen für unterschiedlichste Thematiken ist.

Portrait Sean Janik
Bild: Andreas Hönl

Sean Janik

Hallo, ich bin Janik, ich studiere Materials Science im 4. Master Semester. Ich bin sehr froh mich für diesen Studiengang entschieden zu haben, da ich neben einem sehr vielseitigen Studium auch viele neue Kontakte, ob es Freundschaften sind oder eben direkte Vernetzung in die Industrie, erlangen konnte. Neben dem Studium engagiere ich mich seit dem 1. Bachelor Semester in der Fachschaft, um Studierenden mit Problemen im Studium helfen zu können. Ich beende voraussichtlich im Frühjahr nächsten Jahres mein Studium und bin rückblickend sehr dankbar für die tolle Zeit und das familiäre Verhältnis innerhalb des doch relativ kleinen Fachbereiches.

Portrait Torben
Bild: Andreas Hönl

Torben

Hi, ich bin Torben und studiere im 4. Mastersemester Material Science in Teilzeit. Neben dem Studium arbeite an einem Fraunhofer Institut, wo ich mein erlerntes Wissen direkt in der Praxis umsetzen kann. Dies hilft mir sehr gut komplexe Sachverhalte besser zu verstehen und mein Wissen zu erweitern. Außerdem setzte ich mich seit meinem 1. Bachelorsemester in unserer Fachschaft für die Interessen und das Wohl unserer Studierenden ein. In meiner Freizeit habe ich Projekte, wie bspw. Schrauben an alten Kleinkrafträdern, 3D Drucken oder auch die ehrenamtliche Beteiligung in der Organisation eines non-profit Festivals, bei denen mir meine im Studium erlernten Skills viel helfen.