Diving deep
So könnt ihr euch an der TU auf vielfältige Weise mit dem Thema „Wasser“ auseinandersetzen

In der Schule lernen wir, dass der Körper eines Erwachsenen aus bis zu 70 Prozent Wasser besteht. Wir lernen auch, dass die Erdoberfläche zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt ist und dass ohne Wasser kein Leben möglich ist. Allein aus diesen Gründen müssten wir uns eigentlich täglich mit diesem wichtigen Thema beschäftigen. Aber damit nicht genug: Wasser spielt in vielen weiteren Bereichen eine große Rolle, vom Klimawandel über Nachhaltigkeitsaspekte bis hin zur Aufbereitung von Trinkwasser. Auch ihr findet Wasser spannend und wollt euch intensiver mit den verschiedenen Aspekten beschäftigen? Dann seid ihr in Darmstadt genau richtig, denn die TU bietet unzählige Möglichkeiten, euer Wasser-Basiswissen aus der Schule in verschiedenen Studiengängen und Forschungsfeldern zu vertiefen. Wir, die #studentsofTUdarmstadt, zeigen euch, wie stark das Thema Wasser auf unserem Campus vertreten ist.

Erschienen: 20. Oktober 2022

Kathrin,
B.Sc. Wirtschaftsinformatik

Ohne Wasser könnten wir nicht leben, das gilt für fast alle Lebewesen. Für manche ist es ein Lebensraum, andere brauchen es zum Trinken, aber auch duschen, waschen und kochen wäre für uns ohne Wasser unmöglich.

Bild: Juan Aleman

Von Wasser durchdrungen

Ihr habt Durst? Dann gönnt euch doch einfach ein kühles Glas Leitungswasser. Ihr fühlt euch unwohl? Eine erfrischende Dusche kann da Wunder wirken. Eure Zimmerpflanze droht auszutrocknen? Bereits eine kleine Menge Wasser kann ihr wieder Leben einhauchen. Eins steht fest: Wasser ist aus unserem Alltag nicht weg zu denken! Dass wir jederzeit Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, ist für viele von uns selbstverständlich. Dabei sieht die Lebensrealität für viele Menschen in anderen Regionen der Welt leider ganz anders aus. Ein Grund hierfür ist, dass die weltweite Grundwasserverteilung sehr unterschiedlich ist. Während in den Industrieländern das Bewusstsein um die Endlichkeit der Ressource Wasser zwar vorhanden ist, aber kein Mangel besteht, ist die Realität in anderen Teilen der Welt rund um dieses wichtige Gut absolut erschreckend: Marode und mangelhafte Infrastruktur, der Klimawandel, das exponentielle Wachstum der Bevölkerung sowie Wasserverschmutzung durch Abwasser aus Landwirtschaft, Industrie und aus privaten Haushalten führen zu Wasserknappheit und zum Mangel oder gar Fehlen von sauberem Trinkwasser. Das Vorhandensein sowie der Zugang zu sauberem Leitungswasser können so beispielsweise als Indikator für Luxus und Armut verstanden werden und ihr merkt schon: Das Thema ist ganz schön komplex! Die TU bietet unzählige Möglichkeiten, damit ihr euch kritisch, aber auch neugierig mit Themen rund um Wasser auseinandersetzen könnt – ob aus versorgungstechnischer, naturwissenschaftlicher, technisch-mechanischer oder gesellschaftspolitischer Perspektive –, unsere Ambassador:innen zeigen euch, wie das aussehen kann:

Juan,
M.Sc. Umweltingenieurwissenschaften

In meinem Studium der Umweltingenieurwissenschaften habe ich viel mit dem Thema „Wasser“ zu tun. Ich habe viel zur gesetzlichen Lage in Deutschland und Europa und zu den verschiedenen Behandlungsmethoden, mit denen Wasser gereinigt wird, gelernt. Auch, wie wichtig der Umgang mit diesem Thema mit Blick auf den Klimawandel ist, um sich besser anzupassen und allen Menschen den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.

Bild: Britta Hüning

Richard,
Biologie und Chemie Lehramt an Gymnasien

Im Studium lerne ich in der Biologie die Bedeutung des Wassers als wichtige Ressource in der Ökologie und als Lösemittel für Iebenswichtige Verbindungen in Zellen. In der Chemie hingegen betrachte ich die chemischen Eigenschaften und das Reaktionsverhalten von Wasser. Ebenso habe ich mich mit der Analyse von Leitungswasser auseinandergesetzt und gelernt, wieviel besser Leitungswasser kontrolliert wird als Mineralwasser.

Bild: Britta Hüning

Arya,
M.Sc. Tropical Hydrogeology and Environmental Engineering

In einem Kurs meines Masterstudiums Tropical Hydrogeology and Environmental Engineering hat mein Dozent eine Studie über die Wasserversorgung in Bangladesch vorgestellt. Dort gibt es ein großes Problem mit Wasser, da darin große Mengen an Arsen enthalten sind, das absolut giftig ist und zu gesundheitlichen Problemen führen kann. Wir hatten außerdem auch Kurse zur Wasseraufbereitung, Siedlungshydrologie und zu ökologischem Ingenieurwesen mit dem Schwerpunkt auf Siedlungswasser.

Bild: Juan Aleman

Christina,
B.Sc. Informatik

Privat beschäftige ich mich mit der Wasserknappheit auf den griechischen Inseln. Das Problem in Griechenland ist nicht der Wassermangel, sondern die Verteilung von Trinkwasser zwischen dem Festland und den Inseln. Das Problem wird gelöst, indem Wasser per Schiff vom griechischen Festland oder den benachbarten großen Inseln transportiert wird.

Bild: Juan Aleman

Juan,
M.Sc. Umweltingenieurwissenschaften

Im Amazonasdschungel in Ecuador gibt es viel Wasser. Es macht großen Spaß dort zu schwimmen und die verschiedenen Ökosysteme zu nutzen. Das motiviert mich, diese zu schützen.

Bild: Britta Hüning

Eine vielseitige Ressource

Euch geht es auch so wie unserem internationalen Ambassador Juan aus Ecuador und ihr wollt euch in eurem Studium mit Problematiken und Lösungen im Umgang mit Wasser auseinandersetzen und zum Schutz dieser lebensnotwendigen Ressource beitragen? Dann liegt ihr, genauso wie er, mit einem Studium der Umweltingenieurwissenschaften goldrichtig. Hier könnt ihr Lösungen für Umweltfragen erarbeiten und so zu einer nachhaltigen Nutzung dieser endlichen Ressource beitragen. Bereits im Bachelor könnt ihr nach euren Interessen aus unterschiedlichen Schwerpunkten auswählen: von Ingenieurhydrologie und Wasserbau, Raum- und Infrastrukturplanung über Digitales Umweltinformationsmanagement und Umweltplanung bis hin zu Wassertechnik und Schadstoffe.

Auch im Maschinenbau ist Wasser als zentrales Thema und Ressource nicht mehr wegzudenken. Eine große, globale Herausforderung ist die Wasserversorgung in Megacities. Die Gestaltung von Wassernetzen, um auch im Krisenfall die Versorgung zu sichern, als auch der Anschluss von bisher unversorgten Armutsvierteln steht im Fokus der Forschung. Ein Teilbereich des Maschinenbaus, die Fluidsystemtechnik, befasst sich damit, wie der Energieverbrauch dabei reduziert werden kann. Mit solchen Techniken ist zum Beispiel denkbar, dass sogar die unendliche Kraft des Mondes zur Energieversorgung genutzt werden. Tidal Power nennen sich diese Ansätze, konkret geht es dabei zum Beispiel um Gezeitenkraftwerke.

Ein Element zum Anfassen

Wusstet ihr, dass die TU – abseits von Studiengängen und Forschungsprojekten – ihren Studierenden ein attraktives Wassersport-Angebot bereitstellt? Über das Unisport-Zentrum habt ihr die Möglichkeit über Stand-Up-Paddling, Schwimmen , Kanu-Exkursionen in Schweden oder auch Kitesurfen in den Niederlanden Wasser von einer anderen Seite kennenzulernen und mit ihm zu interagieren.

Hier wird Forschung betrieben!

Neben einer Vielzahl spannender und innovativer Studiengänge, in denen ihr euch mit dem Thema „Wasser“ auseinandersetzen könnt, werden an der TU Darmstadt auch einige Forschungsprojekte betrieben, die dieses essenzielle Element in vielfältiger Art und Weise zum Gegenstand ihrer Untersuchungen machen. Am Institut IWAR, das sich aus den Fachgebieten Wasserversorgung und Grundwasserschutz, Abwassertechnik, Wasser und Umweltbiotechnologie, Stoffstrommanagement und Ressourcenwirtschaft, Umweltanalytik und Schadstoffe sowie dem Fachgebiet Raum- und Infrastrukturplanung zusammensetzt, läuft derzeit ein Projekt, das sich mit dem Nachweis und der Konzentrationen von SARS-CoV-2 in Abwasser beschäftigt. Das Projekt hat zum Ziel, frühzeitig einen potenziellen Infektionsherd über das Abwasser ausfindig zu machen, um so beispielsweise regional gezielte Hygienemaßnahmen treffen zu können.

Neben dieser Untersuchung von SARS-CoV-2 in Abwasser laufen am Institut IWAR derzeit weitere innovative Forschungsprojekte zu folgenden Themen:

  • Ressourcenschutz durch Phosphorrecycling
  • Prozesswasserbehandlung aus der hydrothermalen Carbonisierung von Klärschlämmen
  • Wasser-Managementkonzepte für zukunftsfähige Wasserversorgung in Hessen
  • Anaerobe Industrieabwasserreinigung
  • Effizienz von Belüftungssystemen in der Abwasserreinigung

Auch am Institut für Fluidsystemtechnik wird zurzeit an drei Forschungsprojekten in unterschiedlicher Weise und Größenordnung zum Thema „Wasser“ geforscht:

  • Grundlagenforschung im Bereich von Kavitation
  • Forschung an Gezeitenkraft
  • Analyse von städtischen Wasserversorgungsinfrastrukturen

Weitere spannende Forschungsprojekte zu wasserbasierten Themen laufen derzeit am Institut Wasserbau und Hydraulik:

  • Fischdurchgängigkeit an Wasserkraftanlagen
  • Wasserbauliches Versuchswesen
  • Wärmenutzung von Gewässern zur Gebäudebeheizung
  • Numerische Strömungssimulationen in Grundlagenforschung im Bereich von Kavitation
  • Forschung an Gezeitenkraft
  • Wasserbau
  • Kleinstwasserkraftanlagen für Schwellen- und Entwicklungsländer
Bild: Juan Aleman

Arya

Hallo! Ich bin Arya und ich studiere Tropical Hydrogeology and Environmental Engineering im Master an der TU Darmstadt. Ich brenne für Innovation und Teamarbeit. Start-Ups sehe ich als wegweisend, um unsere Natur sicher und nachhaltig zu bewahren. Nachhaltigkeit ist auch ein Hauptthema meines Studiengangs. Und genau deshalb habe ich mich für diesen an der TU Darmstadt entschieden und lebe nun in Darmstadt, die auch als „Stadt der Wissenschaft“ bezeichnet wird.

Bild: Juan Aleman

Christina

Hallo! Ich bin Christina und komme aus Griechenland. Im Moment studiere ich Informatik. Ich habe mich für die TU Darmstadt entschieden, weil es die beste Kombination von Innovation und Lernmöglichkeiten bietet. Ich finde Informatik extrem interessant, denn man kann ständig etwas Neues erfahren und entdecken!

Bild: Britta Hüning

Juan

Hallo, mein Name ist Juan. Ich komme aus Quito, Ecuador und mache im Moment meinen Master in Umweltingenieurwissenschaften. Nach Darmstadt zu kommen, war eine der besten Entscheidungen, die ich hätte treffen können, nicht nur wegen des Studienprogramms, sondern auch, weil ich tolle Arbeits- und Kulturerfahrungen sammeln konnte.

Bild: Britta Hüning

Richard

Hallo! Ich heiße Richard und studiere Biologie und Chemie auf Lehramt an Gymnasien. Lehrer zu werden ist mein Traumjob. Durch die Kombination meiner naturwissenschaftlichen Fächer mit Soziologie, Pädagogik und Psychologie betrachte ich im Studium viele spannende Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven. Ich liebe es andere Menschen in ihren Vorhaben zu unterstützen.

Bild: Juan Aleman

Kathrin

Hey, ich bin Kathrin und studiere Wirtschaftsinformatik im Bachelor. Ich komme ursprünglich aus Stuttgart und habe mich für diesen Studiengang entschieden, da die Kombination aus wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnissen und IT-Hintergrund durch die fortschreitende Digitalisierung sehr großes Zukunftspotenzial hat und viele spannende Themen bietet.