Wie man sich in der akademischen Welt zurechtfindet
Studentische Geschichten über den erfolgreichen Start an der Universität

An der Uni eröffnet sich für die meisten Studis eine neue, unbekannte Welt. Die Entscheidung für ein Studium geht deshalb oft einher mit Ängsten und Zweifeln. Unseren #studentsofTUdarmstadt erging es da nicht anders. Mit ihren Erfahrungen wollen sie euch ermutigen und Tipps geben, die die Reise in die akademische Welt erleichtern.

Veröffentlicht: 05. April 2022

Der Anfang ist immer am schlimmsten! Viele von uns kennen das: Man ist kurz davor, sich zu bewerben oder einen Studiengang zu beginnen, und dann kommen die Fragen: Ist die akademische Welt überhaupt etwas für mich? Werde ich mithalten können? Bin ich intelligent genug? Vielleicht sind die anderen ja alle schlauer als ich? Was ist, wenn ich versage?

Masha, Data and Discourse Studies M.A.

Vor allem der Beginn der studentischen Laufbahn kann eine Herausforderung sein, wenn man mit der akademischen Welt noch nicht vertraut ist. Lest, wie Ravan sich motiviert hat.

Ravan,
Bauingenieurwesen

Angst ist eine selbsterfüllende Prophezeiung, also hakuna matata!

Portrait TU Darmstadt Ambassador Ravan
Bild: Britta Hüning

Lass dich nicht von den Erfahrungen anderer verrückt machen!

"Das Studileben ist ein neuer und aufregender Lebensabschnitt. Dabei geht es aber nicht nur um Spaß und Abenteuer, sondern auch um das selbstständige Studieren und die nötige Disziplin. Gerade im ersten Semester begann ich das Studium mit einer gewissen Furcht zu betrachten. Die Idee, dass es sehr schwierig sein wird an der TU, hat mir und anderen Komiliton:innen Angst eingejagt. Leider verbreitet sich diese Angst schnell.

Doch nicht nur das hohe Niveau der TU Darmstadt schreckt Studierende zunächst ab, sondern auch die Lebenshaltungskosten. Wenn man BAföG oder eine andere Form der Unterstützung erhält, erhöht sich der Druck. Das bedeutet, dass man die Regelstudienzeit strikt einhalten muss. Man kann es sich nicht erlauben, einen Kurs oder ein Semester zu wiederholen oder außeruniversitären Aktivitäten nachzugehen, die das Studium verlängern würden. Dann hätte man keinen Anspruch mehr auf BAföG und es stellt sich die Frage der Mietzahlung. Dadurch steigt die Befürchtung davor, dass das Studium erst recht nicht funktionieren wird. Aber das alles ist nur eine Angst, die nicht der Realität entspricht. Solange man diszipliniert lernt, die Vorlesungen und Übungen besucht, erfüllt sich diese Angst nicht. Wichtig hierbei ist, die Erfahrungen anderer nicht auf sich selbst zu übertragen."

Kein Grund zur Verzweiflung!

BAföG

Das Bundesausbildungsförderungsgesetz – kurz BAföG genannt – regelt die staatliche Unterstützung von Schüler:innen und Studierenden, die einer Ausbildung oder einem Studium nachgehen. Mehr Infos über die Antragsstellung gibt es beim BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung).

Masha befand sich in einer ähnlichen Situation, als sie sich für ihren Masterstudiengang einschreiben wollte.

Mascha,
Data and Discourse Studies M.A.

Was ist, wenn ich mich zu Tode langweile? Was passiert, wenn ich mein Leben mit völlig irrelevantem Zeug verbringe? Was, wenn ich mich nicht motivieren kann? und schließlich: Was, wenn es nichts für mich ist und mich unglücklich macht?

Portrait TU Darmstadt Ambassador Masha
Bild: Britta Hüning

Selbstzweifel überwinden

"Und da haben wir es! WISSENSCHAFT – SO GROSS UND BEÄNGSTIGEND! Aber wisst ihr, es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Lasst mich eine Geschichte erzählen! Da ich von Natur aus ein Mensch bin, der sich leicht langweilt, war mir von Anfang an klar, dass ich im Bereich Korpus-Linguistik, einer Methode in den Sprachwissenschaften, ein wirklich interessantes Projekt brauchte, um mich zu konzentrieren. Wer sagt denn, dass Wissenschaft keinen Spaß machen kann?

Ich ließ meiner Fantasie freien Lauf und entschied mich schließlich für ein Thema: die Erforschung des Phänomens des Spionagediskurses in James-Bond-Filmen. Eine meiner Lieblingsfiguren sorgte dafür, dass ich fleißig arbeitete.

Bei der Themensuche für wissenschaftliche Fragestellungen ist Kreativität gefragt.

Ein ähnliches Beispiel dafür, dass Wissenschaft tatsächlich ein spannendes Hobby sein kann: Ein Freund von mir musste Python, die Programmiersprache, lernen. Er hat sich ein Projekt ausgedacht: einen Algorithmus zu schreiben, der ihm helfen würde, seine Lieblings-Magic-Karten zu klassifizieren. Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass seine Programmierkenntnisse inzwischen erstaunlich sind.

Ich denke, der beste Weg, um in der Wissenschaft erfolgreich und motiviert zu sein, ist, sich von dem, was man tut, inspirieren zu lassen. Überlegt euch ein Projekt, das euch wirklich interessieren könnte! Auf diese Weise wird aus einer Pflichtaufgabe eine Freizeitbeschäftigung. Das ist der Tipp, den ich in den Jahren des Studiums gelernt habe!"

Die Wahl eines Themas, das euch begeister, ist ein wichtiger Aspekt bei der wissenschaftlichen Arbeit. So können eure sogenannte intrinsische Motivation zu euren Gunsten nutzen. Moritz entschied sich, sich bei seiner Forschung auf das Frauenbild im deutschen Rap zu konzentrieren – mit interessanten Auswirkungen …

Moritz,
Digital Philology B.A.

Der Vorteil einer Hausarbeit ist: man kann, in einem bestimmten Rahmen, über alles schreiben, was man will! Wichtig ist nur, dass ihr kreativ seid und idealerweise euren eigenen Interessen einbringt.

Portraitfoto Moritz
Bild: Britta Hüning

Die Basis: eigene Interesse

"Wenn ihr, wie ich, ein nicht technisches Fach an der TU Darmstadt studiert, dann werdet ihr vermutlich viele Hausarbeiten schreiben. Hier wird oft verlangt, dass man eigene Forschungsinteressen und neue Ideen inkorporiert, was nicht immer einfach ist. Einige Kommiliton:innen von mir haben sich immer sehr schwer mit dem Schreiben einer Hausarbeit und mit der verknüpften Recherche getan, da sie ihr Thema nicht interessiert hat. Dabei ist ja gerade der Vorteil der Hausarbeit! Man kann, innerhalb eines Rahmens, schreiben worüber man möchte! Wichtig ist nur, dass man kreativ ist und idealerweise seine eigenen Interessen mit einbezieht. Ein Beispiel: Ich habe ein Seminar mit dem Thema „Textanalyse und Gender“ besucht und meine Hausarbeit bestand aus einer Untersuchung des Frauenbilds im kontemporären deutschen Rap. So konnte ich den Inhalt und das gelernte des Seminars mit einem Interesse von mir kombinieren und mich in die Forschung zu Rap einlesen. Das Ganze habe ich noch gesteigert und auch meine Bachelor-Thesis über deutschen Rap geschrieben. Das Schreiben über eigene Interessen ist super, da man viel mehr Motivation hat sich damit auseinanderzusetzen. In der Regel schon ein gutes Grundverständnis des Themas hat, was Zeit in der Recherche spart! Weiterhin bekommt man neue Einsichten und Blickwinkel auf ein Thema, die man sonst nie bekommen hätte.

Ich hatte dabei auf jeden Fall Spaß, allerdings kann das Einbeziehen von eigenen Interessen in seine Forschung auch den Nachteil haben, dass man danach einen anderen Zugang zu dem Themenkomplex bekommt: Ich höre Rap jetzt deutlich anders, weil ich auf andere Sachen achte und mein Geschmack sich nachträglich geändert hat. Also sollte man auch aufpassen, dass man es nicht übertreibt!

#studentsofTUdarmstadt, Academic World: Wortwolke mit verschiedenen Begriffen
Eigene Interesse können der Schlüssel sein, um das Chaos im Kopf zu lösen.

Ich hoffe ich konnte euch mit meinem Blogpost dazu animieren, auch mal ein etwas „wilderes“ oder ungewöhnlicheres Thema zu erforschen. Geht dabei aber immer sicher, dass die dozierende Person euer Thema absegnet und euch Feedback gibt, wie ihr das Thema im Rahmen des Seminars umsetzen könnt!"

So viel Spaß es auch macht, ein Thema zu finden: Richard weist darauf hin, dass es wichtig ist, verlässliche Quellen und Personen zu finden, auf die man sich verlassen kann, um die richtige Hilfe und Anleitung zu bekommen, wenn man sich in die Welt der Wissenschaft wagt.

Richard,
Biologie und Chemie Lehramt an Gymnasien

Mentoring-Programme wurden geschaffen, um den Einstieg zu erleichtern.

Portrait TU Darmstadt Ambassador Richard
Bild: Britta Hüning

Unterstützungsangebote nutzen

„Gerade für Erstsemesterstudierende kann die Universität überfordernd sein. Zur Unterstützung der Erstis gibt es in den Fachbereichen Mentoringprogramme. Dabei nehmen sich Studierende der höheren Semester oder auch Professor:innenen die Zeit, Fragen der Erstis rund um das Thema Studium zu beantworten. Darüber hinaus werden Lerntechniken beigebracht und das Leben an der Uni gezeigt. Auf die Programme, die für euch jeweils gelten, wird in der Regel zu Beginn des Studiums hingewiesen. Ansonsten könnt ihr euch aber auch gern an eure Fachschaften und Studienbüros wenden. Die leiten euch gern an die jeweiligen Stellen weiter.”

Catalina hat noch weitere Tipps für euch, wo ihr Hilfe und Unterstützung erhalten können.

„Auf dem Weg durch das Studiums stoßen wir oft auf verschiedene Probleme, Schwierigkeiten, stellen Fragen und suchen nach Antworten. Angefangen bei verschiedenen Kleinigkeiten bis hin zu Themen, die unsere weitere berufliche Tätigkeit beeinflussen. Auf der Suche nach Hilfe wenden wir uns an verschiedene Personen und Organisationen. Eine der Organisationen, die versucht, alle interessierten Fragen zu beantworten und den Studierenden zu helfen, ist der AStA – der Allgemeine Studierendenauschuss. Er setzt sich für die Belange der Studierenden ein und bietet viele Unterstützungs- und Beratungsmöglichkeiten.“

Unterstützungsangebote

Die Zentrale Studienberatung- und orientierung ZSB hilft euch in jeder Lebenslage. Ihr könnt ganz einfach online einen Termin vereinbaren.

Bei akuten persönlichen Krisen findet ihr beim Studierendenwerk Darmstadt verschiedene Anlaufstellen, an die man sich unkompliziert auch kurzfristig wenden kann.

Die akademische Welt ist vielleicht nicht für jede:n die richtige Wahl, und sie erfordert von den Studierenden ein erhebliches Maß an Anstrengung. Aber sie kann auch äußerst lohnend sein. Ob es darum geht, neue Fähigkeiten zu entwickeln, ein spannendes Thema zu beleuchten, die eigenen Leidenschaften mit wissenschaftlichen Methoden zu verbinden oder einfach nur den eigenen Weg zu finden – die akademische Welt ist so vielseitig und komplex, wie man es sich nur vorstellen kann. Das Wichtigste dabei: ihr seid nicht allein. Unterstützungsangebote und Kommiliton:innen können helfen, den Dreh rauszukriegen und sich sicher zu fühlen, weil man weiß, dass man Fehler machen darf und daraus lernen kann. Also, seid ihr bereit, anzufangen?

Ihr seid nicht allein, es gibt überalls Unterstützungsangebote.
Portrait TU Darmstadt Ambassador Masha
Bild: Britta Hüning

Masha

Hey! Mein Name ist Masha und ich mache meinen Master in Data and Discourse Studies. Es dauert immer lange, zu erklären, was genau ich studiere. Mein Studiengang ist ein Kaleidoskop von Disziplinen und Methoden, die auf eine seltsame und fruchtbare Weise miteinander verwoben sind. Für mich ist es eine Verschmelzung von Hobby und Beruf: Sprachen, Geschichte, Programmierung und Philosophie! Ich liebe es, wie wir Ansätze mischen und versuchen, dieses voluminöse Bild unserer Welt zu gewinnen.

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Portrait TU Darmstadt Ambassador Ravan
Bild: Britta Hüning

Ravan

Hallo, mein Name ist Ravan und ich studiere Bauingenieurwesen. Auch wenn der Studiengang für mich persönlich ab und zu eine Herausforderung war, habe ich viele Erfolgserlebnisse mitgenommen, die mich bei meiner persönlichen Entwicklung unterstützt haben. Mit viel Geduld, Disziplin und Ehrgeiz habe ich schließlich das richtige Studieren für mich gelernt. Ursprünglich war mein Plan, viel früher den Abschluss zu machen, bis ich etwas Wichtiges gelernt habe: Wenn etwas nicht nach Plan abläuft, kennst du den Plan nicht.

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Portraitfoto Moritz
Bild: Britta Hüning

Moritz

Hey, ich bin Moritz und studiere Digital Philology an der TU Darmstadt. Warum ich mich für einen eher nischigen Studiengang entschieden habe und mir gerade die studienfachübergreifende Zusammenarbeit so viel bringt und Freude bereitet, erzähle ich euch hier! Vielleicht laufen wir uns ja bald mal an der TU Darmstadt am Campus Stadtmitte über den Weg oder wir lernen uns über meine Arbeit im Fachbereichsrat und als Mitglied der Studierendenvertretung kennen. Sprecht mich gerne an!

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Portrait TU Darmstadt Ambassador Richard
Bild: Britta Hüning

Richard

Hallo! Ich heiße Richard und studiere Biologie und Chemie auf Lehramt an Gymnasien. Lehrer zu werden ist mein Traumjob. Durch die Kombination meiner naturwissenschaftlichen Fächer mit Soziologie, Pädagogik und Psychologie betrachte ich im Studium viele spannende Fragen aus unterschiedlichen Perspektiven. Ich liebe es andere Menschen in ihren Vorhaben zu unterstützen.

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Portrait TU Darmstadt Ambassador Catalina
Bild: Britta Hüning

Catalina

Hallo, ich bin Catalina! Die Technische Universität Darmstadt gehört zu den besten technischen Universitäten Deutschlands und zu dem Universitätsverbund der TU9. Mein Studiengang bietet eine breite Fächerauswahl aus verschiedenen Bereichen. Darüber hinaus liegt die Universität in einer Wissenschaftsstadt und es gibt viele Forschungsmöglichkeiten. Deshalb habe ich mich für diese Universität entschieden.

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Bild: Juan Aleman

Christina

Hallo! Ich bin Christina und komme aus Griechenland. Im Moment studiere ich Informatik. Ich habe mich für die TU Darmstadt entschieden, weil es die beste Kombination von Innovation und Lernmöglichkeiten bietet. Ich finde Informatik extrem interessant, denn man kann ständig etwas Neues erfahren und entdecken!

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