Mashas Blog

Mein Auslandssemester in den Niederlanden

Hey, ich bin Masha und studiere den internationalen Master of Arts „Data and Discourse Studies“ an der TU Darmstadt. Zuvor habe ich bereits in der Ukraine einen Bachelor- und Masterabschluss gemacht – aber ein Auslandssemester mit Erasmus war damals nicht möglich! Das hole ich jetzt nach: Im Wintersemester 2021/22 studiere ich an der Radboud University in Nijmegen, in den Niederlanden. Hier blogge ich über meine Erlebnisse!

Masha,
Data and Discourse Studies M.A.

Ein Umzug ist immer eine Art Abenteuer. Entweder freut man sich darauf oder fürchtet sich davor, vielleicht bereitet man sich gründlich vor oder man ist spontan, auf jeden Fall löst der ganze Prozess viele Emotionen aus.

Portrait TU Darmstadt Ambassador Masha
Bild: Britta Hüning

#2 Essen in den Niederlanden

Kroketten aus der Automatenwand – hallo Zukunft!

Die Niederländer:innen sind in Bezug auf ihre Essgewohnheiten recht festgelegt. Wenn ihr zum Beispiel eine:n holländische:n Freund:in zum Essen einladen wollt und vergessen habt, die Uhrzeit anzugeben, könnt ihr erwarten, dass euer:e Freund:in gegen 18 Uhr kommt. Überall in den Niederlanden ist das eine übliche Zeit für das Abendessen.

In einem niederländischen Haushalt ist es üblich, einmal in der Woche Kroketten und Pommes frites zu essen. Es gibt tatsächlich eine Vielzahl von Kroketten: aus Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse. Man kann sie selbst frittieren, mitnehmen oder an einer Automatenwand holen (hallo Zukunft!).

Auch das Einkaufen kann hier ziemlich futuristisch sein: Selbstbedienungskassen und Handscanner wären in jedem größeren Supermarkt eine Option. Eine solche Möglichkeit der Selbstbedienung hilft, Warteschlangen zu vermeiden und erspart euch die Mühe, wenn ihr keinen Bock auf Smalltalk an der Kasse habt.

Übrigens, wenn euch heute nicht besonders kreativ zumute ist und ihr nicht wisst, was ihr zum Abendessen kochen sollt, keine Sorge, es gibt eine Lösung dafür. Oft bieten Supermärkte Sets mit allen notwendigen Zutaten für die gängigsten Gerichte aus allen Küchen der Welt an: indisch, griechisch, mexikanisch u.a.

Was erfolgreich integriert wurde und schließlich typisch niederländisch geworden ist, sind Gerichte aus den ehemaligen Kolonien, wie die indonesische und surinamische Küche. In vielen Supermärkten gibt es einige Gänge mit Lebensmitteln aus diesen Ländern, und wenn ihr um 18 Uhr zum Abendessen eingeladen seid, könnt ihr als Belohnung auch indonesisches Essen bekommen, das viele Familien aus Respekt vor der Tradition kochen.

Alles für Fischliebhaber und Süßigkeiten-Fans

Für das Frühstück und das Mittagessen wird jedoch nicht viel Vorbereitung erwartet. Sie halten es einfach und zeitsparend: Brot (erstaunlich weich) und alle möglichen Aufschnitte und Süßigkeiten obendrauf. Am häufigsten werden wohl Schokoladenstreusel auf das Brot gestreut (es gibt sie in verschiedenen Farben und sogar mit Anisgeschmack) und natürlich Käse (je älter, desto besser). Selbst wenn ihr zum Mittagessen ausgeht, müsst ihr damit rechnen, dass ihr in einem Café nur Sandwiches bekommt.

Wenn ihr wie ich ein Fischliebhaber seid, könnt ihr zu jeder Tageszeit köstliches Street Food essen: Hering in verschiedenen Variationen, Kibbeling (<3) oder frittierte Garnelen – hier habt ihr die Qual der Wahl.

Und vergesst die Süßigkeiten nicht! Die berühmten Sirupwaffeln, Lakritze und eine unendliche Vielfalt an Gebäck (es scheint, dass es für fast jede Stadt und jeden Anlass eine Spezialität gibt). Ich genieße die Teezeit hier wirklich!

Nun, ich freue mich, sagen zu können, dass die Niederländer:innen ihr Essen lieben und zu Recht stolz darauf sind!

#1 Roadtrip in die Niederlande

Glück gehabt!

Die Planung in diesem Jahr war etwas speziell. Bis zum letzten Moment wusste so gut wie niemand, ob ein Austauschsemester überhaupt möglich sein würde. Zum Glück war es so!

In Anbetracht der Umstände wollte ich so flexibel wie möglich sein. Natürlich sind die Niederlande kein fernes Königreich, aber trotzdem weiß man, dass man sich darauf einstellen muss.

Ich hatte Glück! Eine gute Freundin von mir zog ungefähr zur gleichen Zeit mit dem Auto in die Niederlande. Also einigten wir uns auf einen Termin, der uns beiden passte, und begannen, uns auf unseren Mädels-Roadtrip zu freuen.

Eine meiner ersten Radtouren führte mich direkt in die tolle Natur rund um Nijmegen!

Immer an die Rettungsgasse denken!

Die größte Herausforderung war wohl, all unsere zahlreichen Besitztümer im Auto unterzubringen. Nach einem kleinen Kampf haben wir uns endlich auf den Weg gemacht. Gott sei Dank haben wir einen ähnlichen Musikgeschmack, allein diese Tatsache hat uns schon einiges an Ärger erspart.

Die Menschen in Deutschland lieben das Autofahren, sie lieben Autos und Geschwindigkeit, und ich kann das gut verstehen, die Autobahnen hier sind wirklich schön. Aber wenn man am Freitagnachmittag unterwegs ist, muss man mit viel Verkehr rechnen.

Wenn ihr in Deutschland jemals in einem Stau stecken solltet, denkt daran, eine Rettungsgasse zu bilden! Es kann tatsächlich manchmal um Leben und Tod gehen, und die Deutschen gehen sehr verantwortungsbewusst damit um.

Überall gelbe Nummernschilder

Um einen Stau zu vermeiden, haben wir einen Umweg über eine Bundesstraße genommen. Ja, sicher, das dauerte länger, aber die Aussicht war es wert! Wälder, malerische Dörfer, Fachwerkhäuser… Ihr solltet einmal durch Hessen fahren!

Irgendwann, irgendwo am Ende von Nordrhein-Westfalen, gab es keine Abzweigungen mehr nach links oder rechts, nur noch eine Gerade in die Niederlande, das Land von Erasmus Roterdamus und Vincent van Gogh. Wenn die meisten Autokennzeichen gelb werden, weiß man, dass man in den Niederlanden ist, und die Stadt Nijmegen liegt gleich hinter der Grenze!

Unsere Reise verlief reibungslos, wir hatten Zeit, die Gesellschaft der anderen zu genießen und ein wenig zu plaudern. Für uns beide ist es ein neues Kapitel, und es ist immer gut, einen Freundin an seiner Seite zu haben, wenn man etwas Neues wagt. Ich drücke euch die Daumen für das neue Semester.

P.S. Keine Ahnung, wie ich im Januar mit all meinen Habseligkeiten zurückreisen soll.

Das Referat Internationale Beziehungen & Mobilität

Einmal im Ausland zu studieren ist eine großartige Möglichkeit, neue Kenntnisse und Fähigkeiten zu erlernen. Mit einem Netzwerk von über 300 Partneruniversitäten auf der ganzen Welt bietet die TU Darmstadt ihren Studierenden nicht nur fachliche, sondern auch interkulturelle Bildung. Das Referat für Internationale Beziehungen und Mobilität sowie die Auslandsbeauftragten in den Fachbereichen unterstützen die Studierenden dabei in allen Aspekten der Bewerbung und Organisation ihres Auslandsaufenthalts. In regelmäßig stattfindenden Informationsveranstaltungen wird über das Auslandssemester informiert und Förderprogramme vorgestellt. Erfahrungsberichte zurückgekehrter Studierender geben Einblicke.

Im Rahmen eines Austauschsemesters an einer Partnerhochschule fallen keine Studiengebühren an und durch das europäische Credit-Transfer-System (ECTS) wird sichergestellt, dass die Studienleistung auch an der TU Darmstadt angerechnet werden. Über das Erasmus+ Programm können Studierende bis zu 12 Monate ins europäische Ausland gehen. Für alle die weiter weg möchten gibt es ein breites Angebot an studiengebührenfreien Austauschplätzen in Asien, Amerika und Ozeanien. Aber auch Summer Schools oder Winter Schools, Abschlussarbeiten oder Praktika im Ausland sind möglich. An der TU Darmstadt können Studierende außerdem in verschiedenen Master-Studiengängen mit einem Double-Degree abschließen. Sie erlangen zwei Abschlüsse parallel an einer Partneruniversität und an der TU Darmstadt.

Warum im Ausland studieren?

Im Rahmen meines Studiums an der TU Darmstadt soll unser drittes Semester entweder ein Auslandsaufenthalt an einer der Partneruniversitäten der TU Darmstadt oder optional ein Praktikum sein.

Die Bewerbungsfrist für das Austauschsemester endete im November 2020. Für mich war das nur ein Monat, nachdem ich mein Studium in Deutschland begonnen habe. Ich wusste nicht, ob ich überhaupt einen Austausch machen möchte. Ich bin gerade erst nach Deutschland gezogen, und die Perspektive, wieder umzuziehen, erschien mir nicht so attraktiv. Außerdem war wegen Corona alles so unsicher, niemand konnte genau sagen, ob ein Austausch stattfinden würde.

Ich habe schon so viele Geschichten über Erasmus gehört und wie wunderbar diese Erfahrung ist. Damals in der Ukraine, als ich meinen Bachelor- und meinen ersten Master-Abschluss gemacht habe, gab es noch keine Möglichkeit, Erasmus zu machen, also war es für mich eine Art unerledigte Aufgabe auf meiner „Bucket List“ im Leben. Irgendwann hat mich dann die Neugierde gepackt und ich habe beschlossen, es zu versuchen und mich zu bewerben.

Es gab viele Möglichkeiten, wo man einen Austausch machen konnte: andere Kontinente und Teile der Welt. Ich hatte keine Lust auf einen Umzug über große Entfernung, also habe ich mich schließlich an drei verschiedenen Universitäten in Europa beworben.

Warum ich in den Niederlanden studiere

Es gab viele Möglichkeiten, wo man einen Austausch machen konnte: andere Kontinente und Teile der Welt. Ich hatte keine Lust auf einen Umzug über große Entfernung, also habe ich mich schließlich an drei verschiedenen Universitäten in Europa beworben.

Die Niederlande waren meine erste Wahl. Ich habe viel von modernen, alternativen Ansätzen im Geisteswissenschaften-Studium gehört, z. B. durch den Einsatz verschiedener digitaler Hilfsmittel. Das ist auch das, was wir an der TU Darmstadt machen, also dachte ich, es könnte gut sein, dabei zu bleiben. Außerdem habe ich mich ein wenig über die Radboud Universität informiert. Was mich überzeugt hat, war die Zusammenarbeit mit internationalen Forschungseinrichtungen wie Max Plank. Außerdem war für mich persönlich ausschlaggebend, dass ein Teil meiner Familie in den Niederlanden lebt.

Meine Ziele/ Erwartungen/ Hoffungen an das Auslandssemester:

Ursprünglich hatte ich keine besonderen Erwartungen, abgesehen davon, neue Erfahrungen zu sammeln und vielleicht zu lernen, die Forschung aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Aber jetzt freue ich mich auf den Beginn des Semesters. Ich bin mir sicher, dass die von mir gewählten Kurse aus verschiedenen Disziplinen mir helfen werden, Alternativen zu sehen, wie vielseitig Dinge angegangen und betrachtet werden können. Und ich habe mir tatsächlich ein kleines Ziel gesetzt. Ich möchte meine Programmierkenntnisse verbessern, damit ich, sobald ich wieder an der TU Darmstadt bin, mit anspruchsvolleren digitalen Werkzeugen an meiner Masterarbeit arbeiten kann. Und natürlich freue ich mich darauf, die niederländische Kultur und die Sprache kennenzulernen.

Portrait TU Darmstadt Ambassador Masha
Bild: Britta Hüning

Masha

Hey! Mein Name ist Masha und ich mache meinen Master in Data and Discourse Studies. Es dauert immer lange, zu erklären, was genau ich studiere. Mein Studiengang ist ein Kaleidoskop von Disziplinen und Methoden, die auf eine seltsame und fruchtbare Weise miteinander verwoben sind. Für mich ist es eine Verschmelzung von Hobby und Beruf: Sprachen, Geschichte, Programmierung und Philosophie! Ich liebe es, wie wir Ansätze mischen und versuchen, dieses voluminöse Bild unserer Welt zu gewinnen.