Plötzlich nur noch digital
unser Studium in einer weltweiten Ausnahmesituation

Im Frühjahr 2020 haben deutsche Universitäten frühzeitig und innerhalb kürzester Zeit auf digitale Lernstrategien umgestellt – so auch die TU Darmstadt. Für einige Fachbereiche, die sonst zum Beispiel viel mit den Studierenden im Labor arbeiten, war dies eine besondere Herausforderung! Und bestimmt hätte niemand damit gerechnet, dass es bis zum heutigen Tag fast ausschließlich Online-Veranstaltungen geben würde. Wir möchten daher wissen: Wie haben die #studentsofTUdarmstadt ihr digitales Semester zwischen Videokonferenz, Online-Lehrmaterialien und Selbststudium erlebt? Sechs Studierende der TU Darmstadt berichten von ihren Erfahrungen.

Sooyeong,
Data and Discourse Studies M.A.

Ich hatte immer das Gefühl, dass die Uni sich sehr bemüht, angenehme Studienbedingungen zu schaffen und ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.

Portrait TU Darmstadt Ambassador Sooyeong
Bild: Britta Hüning

Willkommen im neuen digitalen Semester

Hallo zusammen und danke, dass ihr euch die Zeit nehmt, uns ein paar Fragen zu beantworten. Natürlich findet das Interview, passend zum Thema, digital statt. Damit habt ihr ja bereits viel Erfahrung, oder? Wie habt ihr das digitale Studium an der TU Darmstadt im letzten Jahr erlebt?

Julia: Im Großen und Ganzen sehr gut. Ein bisschen kommt es aber natürlich auch auf die Professorinnen und Professoren an, ob man sich gut betreut fühlt. Manche haben viele Tutorien angeboten, wodurch man auch gut neue Kontakte knüpfen oder Erfahrung von älteren Studierenden mitnehmen konnte. Ich studiere Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Maschinenbau, das ist ein sehr großer Studiengang. Da tat es besonders im ersten Semester gut, immer mal wieder bekannte Personen zu sehen bzw. zu hören.

Aravind: Der Start des digitalen Wintersemesters war wirklich eine wertvolle Erfahrung. Ich habe mein Studium in Indien begonnen und bin erst später im Semester nach Darmstadt gekommen. Bisher war ich nur das klassische Lernen gewöhnt, also war ich natürlich gespannt. Die Kick-Off Days vomn den International Student Services und die digitale Orientierungswoche von meinem Fachbereich haben mir bei meinen ersten Schritten an der TU Darmstadt sehr geholfen und mir einen reibungslosen Start ermöglicht. Ich hätte nie gedacht, dass ich auch die anderen Studierenden auf digitalem Wege so gut kennenlernen würde. Ich schätze besonders die Bemühungen der ISS. Ich konnte immer problemlos ein Videomeeting über den Online Counter ausmachen, wenn ich Hilfe gebraucht habe.

Masha: Als ich erfahren habe, dass alles komplett digital stattfinden wird, war ich erstmal ein bisschen enttäuscht und auch etwas ängstlich. Enttäuscht, weil das Studium in Deutschland mein großer Traum war und ich natürlich alles erleben wollte, was das Auslandsstudium ausmacht. Das digitale Studium kann das einfach nicht alles bieten. Aber die Angst ist nach einem Semester wie verflogen. Das letzte Jahr hat uns alle stark beeinflusst, uns Studierende genauso wie die Lehrenden und ich habe oft ein Gefühl der gegenseitigen Unterstützung und des Verständnisses erlebt.

Moiz: Der Übergang lief reibungsloser, als ich es erwartet hatte. Die Universität hat dabei eine sehr große Rolle gespielt. Von der Durchführung der Vorlesungen über die Labore bis hin zu den Prüfungen waren die Lehrkräfte und Angestellten auf allen Ebenen äußerst hilfsbereit und rücksichtsvoll. Ich würde aber anderen internationalen Studierenden empfehlen, das digitale Semester wenn möglich in ihren Heimatländern zu beginnen, so kann man sich mehr auf das Studium konzentrieren.

Ons: Ich glaube auch, dass es gut ist, an einem vertrauten Ort zu sein, um die Motivation zu steigern. Ich bin im dritten Semester, das heißt, ich habe das Studileben an der Uni schon ein Semester lang gelebt. Der Übergang in das digitale Semester war ehrlich gesagt schon ziemlich hart für mich. Ich war in einer Phase, in der ich das Studium und die Uni selbst noch erkundet habe, dann hat sich alles auf einmal wieder geändert und ich musste, wie alle anderen auch, damit umgehen. Am Anfang war ich ein bisschen verloren, aber nach einer gewissen Zeit hatte ich mich daran gewöhnt und bekam auch die Hilfe, die ich gebraucht habe. Ich fühle ich mich jetzt viel wohler mit dem Online-Studium. Die Infoseite zum E-Learning an der TU Darmstadt zum Beispiel hat mir sehr geholfen.

Sooyeong: Ich persönlich bevorzuge trotz allem das Studium vor Ort für internationale Studierende, das Gefühl vom Auslandsstudium ist auch trotz der Einschränkungen ein ganz anderes. Und ich war besonders dankbar, dass einige Professorinnen und Professoren ihre Sprechstunden online abhalten. So konnte ich mich trotzdem mit ihnen unterhalten und mir Ratschläge holen. Ich war auch beeindruckt, dass die TU Darmstadt versucht, so viele Möglichkeiten anzubieten, um das Studium auch in diesem Chaos zu stemmen. In einem meiner Kurse konnten wir beispielsweise die Prüfung auf das Sommersemester verschieben, wenn wir wollten. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Uni sich sehr bemüht, angenehme Studienbedingungen zu schaffen und ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln.

Das klingt ja generell sehr positiv! Was hat denn eurer Meinung nach besonders gut geklappt?

Julia: Wir haben einen Discord-Server, auf dem die Übungsstunden (zumindest in Mathe) stattfinden. Darüber war so gut wie immer jemand erreichbar, mit dem man sich über die Aufgaben austauschen konnte, sowohl Kommiliton*innen als auch Tutor*innen. Als klaren Vorteil sehe ich auch die Freiheit, überall studieren zu können. Man ist dadurch einfach flexibler. Wenn Vorlesungen hochgeladen werden, kommt noch die zeitliche Flexibilität dazu.

Aravind: Ja, so viel Flexibilität ist super. Durch die Online-Vorlesungen konnte ich von überall aus studieren und mir die Zeit selbst frei einteilen. Ich konnte die Kurse bequem von zu Hause aus besuchen, ohne mir viele Gedanken über den Weg zur Uni machen zu müssen. Da ich anfangs ja noch zu Hause in Indien war, konnte ich meinen Deutschunterricht in meinem Heimatland mit den Vorlesungen der TU Darmstadt perfekt koordinieren.

Moiz: Ja, der größte Vorteil ist die Flexibilität, von überall aus studieren zu können. So konnte ich mich im Sommersemester 2021 entscheiden, die Vorlesungen von meinem Heimatland Pakistan aus zu besuchen.

Masha: Ich war tatsächlich überrascht darüber, dass ich mich während des digitalen Unterrichts viel besser konzentrieren konnte, als ich es selbst erwartet hatte.

Ons: Ja, das fand ich auch. Für mich haben die Online-Kurse auch dazu beigetragen, einen regelmäßigen Zeitplan einzuhalten und gutes Zeitmanagement zu betreiben. Ich habe mich sehr produktiv gefühlt. Die Möglichkeit, von überall studieren zu können, ist super vorteilhaft. Ich bin zum Beispiel gerade bei meiner Familie in Tunesien.

Sooyeong: Während des digitalen Semesters fanden nicht nur die Kurse online statt, sondern auch die Gruppenarbeiten. Da wir in einem digitalen Besprechungsraum arbeiteten, war es uns möglich, öfter Diskussionen zu führen, ohne zeitliche und örtliche Einschränkungen. Da ich nicht physisch im Vorlesungsraum sein musste oder auf dem Campus den Raum wechseln musste, konnte ich bei der Planung meines Zeitplans flexibler sein und hatte auch mehr Auswahl.

Internationalisation@Home: Die virtuelle International Summer University macht‘s möglich!

Sechs Wochen lang gemeinsam mit anderen jungen Leuten aus der ganzen Welt den neusten Stand der Ingenieurswissenschaften kennen lernen, Deutsch lernen und die deutsche Kultur erleben und verstehen. Klingt gut? Dann solltet ihr mal einen Blick auf die International Summer University werfen!

In den englischsprachigen ingenieurwissenschaftlichen Kursen und Workshops lernt ihr Maschinenbau oder Elektotechnik theoretisch und praktisch kennen. Außerdem stellen sich in virtuellen Exkursionen die deutschen Unternehmen Continental AG und Merck KGaA vor und lassen euch an ihrem Wissen und ihrer Arbeit teilhaben.

Ihr lernt gemeinsam Deutsch, um euch den Alltag zu erleichtern und euch mit Schwerpunkt auf MINT-bezogene Inhalte und akademisches Arbeiten vor allem in der Arbeitswelt oder im Studium zu unterstützen. Zusätzlich erhaltet ihr einen Crashkurs in interkultureller Kompetenz, sodass ihr euch in einer diversifizierten Arbeitswelt easy zurecht findet. Perfekt also, um euch auf einen Auslandsaufenthalt an der Uni oder ein Praktikum in Deutschland vorzubereiten!

Außerdem könnt ihr wertvollte Credit Points für euer Studium erwerben. Bis zu 12 ECTS (oder 6 US/kanadische Credit Points) könnt ihr so auf euer Transcript verbuchen.

Mehr Infos findet ihr auf der Webseite der International Summer University. Dort gibt es zudem alle Details zu den Teilnahmevoraussetzungen und -fristen. Vielleicht interessieren euch ja auch weitere Kurzzeitprogramme für internationale Studierende der TU Darmstadt.

Moiz,
Materials Science M.Sc.

Der größte Vorteil ist die Flexibilität, von überall aus studieren zu können. So konnte ich mich im Sommersemester 2021 entscheiden, die Vorlesungen von meinem Heimatland Pakistan aus zu besuchen.

Portrait Moiz
Bild: Britta Hüning

Gibt es noch weitere Vorteile des digitalen Studiums?

Ons: Egal, ob man eher schnell oder langsam lernt – man kann selbst das Tempo bestimmen, da man die Vorlesung ohne Druck so oft wie nötig wiederholen kann.

Aravind: Stimmt, ein großer Vorteil des digitalen Lernens ist, dass ein Großteil der Kurse aufgezeichnet wurde. Wenn ich also etwas verpasst habe oder ein bestimmtes Thema nicht ganz verstanden habe, konnte ich mir den Kurs noch einmal ansehen. Ich konnte auch Pausen einlegen, wenn ich das Gefühl hatte, mich nicht mehr so gut konzentrieren zu können – ein Luxus, den man bei Präsenzvorlesungen nicht hat!

Masha: Pyjamas tragen den ganzen Tag! Aber Spaß beiseite, es ist wirklich schön, dass uns die Firmenlizenz für Zoom zur Verfügung gestellt wird und dass wir über die VPN-Verbindung Zugriff auf viele Bücher aus der Bibliothek haben. Ich weiß auch, dass die Bib gerade daran arbeitet, bald noch mehr Material digital zur Verfügung zu stellen. Gut gefällt mir auch, dass die Online-Kommunikation wirklich schnell funktioniert. Ich bekomme immer innerhalb eines Tages Antworten von der Uni.

Gab es denn auch Dinge, die nicht so gut gelaufen sind und wo ihr aktuell Verbesserungspotential seht?

Masha: Ich würde sagen, dass die Orientierungswoche vielleicht ein bisschen anders hätte organisiert werden können. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Leute zu schüchtern waren, um Fragen online zu stellen. Vor allem, wenn so viele Leute zuhören. Ich denke, es ist besonders wichtig, dass gleich zu Beginn des Studiums jeder eine bequeme und geeignete Möglichkeit hat, Fragen zu stellen und Antworten zu bekommen.

Julia: Ich fände es gut, wenn man schon vor Semesterbeginn Informationen darüber bekommen könnte, was live ist und was als Aufnahme zu Verfügung gestellt wird. Da sich die Vorlesungen teilweise überschneiden, muss man sonst schon sehr genau hinschauen. Ich persönlich fand es auch schade, dass es für die Erstsemester nicht die Möglichkeit gab, eine kleine Stadtführung o.Ä. zu haben. Alles nur digital zu machen, ist auf Dauer sehr anstrengend.

Moiz: Ja, das Online-Studium hat natürlich auch seine Tücken. Ich studiere Materialwissenschaft und hätte die Labor-Einheiten lieber an der Uni gemacht. Das Labor ist einfach ein wichtiger Teil meines Studiums. Ein Hybrid-Semester wäre für mich perfekt gewesen, d. h. alle Vorlesungen online und alle Laborpraktika offline. Das gab es an meinem Fachbereich leider nicht. Aber die Uni und die Fachbereiche müssen natürlich immer abwägen und die Vorschriften beachten. In der Chemie gab es zum Beispiel Laborübungen in Präsenz.

Sooyeong: Bei mir gab es Änderungen in letzter Minute und eine große Bandbreite an Regeln innerhalb der verschiedenen Kurse. Das ist in Anbetracht der sich schnell ändernden Situationen natürlich völlig verständlich. Aber aufgrund bisheriger Erfahrungen mit der Situation und dem digitalen Semester wäre es hilfreich gewesen, Änderungen früher zur Verfügung zu stellen, damit die Studierenden wissen, was sie erwarten können.

Ons: Manchmal hat mir echt die Motivation gefehlt und ich hatte keine Lust zu lernen. Um nicht den ganzen Tag zu vergeuden, habe ich an diesem Punkt hart gearbeitet. Ich baue mehr positive Aktivitäten in meinen Alltag ein, damit ich mich am Ende des Tages besser und produktiver fühle. Ein kleiner Spaziergang reicht meistens schon aus, um den Kopf freizubekommen und die Batterien wieder aufzuladen.

Aravind,
Logistik und Supply Chain Management M.Sc.

Ich hätte nie gedacht, dass ich auch die anderen Studierenden auf digitalem Wege so gut kennenlernen würde. Ich schätze besonders die Bemühungen der International Student Services. Ich konnte immer problemlos ein Videomeeting über den Online Counter ausmachen, wenn ich Hilfe gebraucht habe.

Portrait TU Darmstadt Ambassador Aravind
Bild: Britta Hüning

Digitales Studieren: zunächst eine Herausforderung, mittlerweile Alltag

Wie war euer Studium im digitalen Semester organisiert? Wie kann man sich den Ablauf genau vorstellen?

Aravind: Bei mir war wirklich alles online. Durch die Onlinevorlesungen konnte ich bis kurz vor den Prüfungen, für die ich dann aber anwesend sein musste, zuhause bleiben und bin erst zum Ende des Semesters nach Darmstadt gekommen.

Masha: Bei mir war auch alles online, bis auf eine einzige Prüfung. Die anderen Prüfungen wurden so konzipiert, dass wir sie von zuhause aus machen konnten. Die Vorlesungen fanden größtenteils live statt. Einige der Vorlesungen wurden aber auch vorab aufgezeichnet und dann haben wir über Zoom diskutieren und Fragen stellen können.

Moiz: Ja, genau. Alle meine Module waren online, also auch die Laborpraktika. Die Vorlesungen einer Woche wurden alle auf einmal als Videos zur Verfügung gestellt und dann wurde in der darauffolgenden Woche eine Live-Fragestunde organisiert. Manche Fachbereiche hatten aber auch Präsenzveranstaltungen. In der Chemie zum Beispiel haben sie ja auch einen großen Praxisanteil und konnten zum Teil in kleineren Gruppen und unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen auch ihre Laborpraktika vor Ort absolvieren.

Vielleicht noch einmal zurück zu den Prüfungen: Einige davon waren digital, andere vor Ort. Wie lief das konkret ab?

Aravind: Ich habe alle Prüfungen vor Ort geschrieben, da gab es also keine großen Änderungen. Natürlich wurde ganz genau auf Hygiene und Abstand geachtet, sodas die TU Darmstadt alle Sicherheitsbestimmungen einhalten konnte.

Julia: Meine Prüfungen haben alle in Präsenz stattgefunden, bis auf eine, die ca. eine Woche vorher digitalisiert wurde. Dabei hatten wir tatsächlich sogar die Möglichkeit uns zu entscheiden, ob uns digital oder in Präsenz lieber ist.

Masha: Bei mir fanden die meisten Prüfungen online statt oder wurden in Hausarbeiten umgewandelt. Mein Studiengang ist sehr international und viele waren noch im Ausland, weil sie wegen der Beschränkungen nicht nach Deutschland einreisen konnten. Es war also ein guter Kompromiss, die Prüfungen so durchzuführen. Ein paar Klausuren fanden aber auch vor Ort statt. Das hat sicher auch Vorteile, zumindest muss man sich keine Sorgen um die Stabilität der Internetverbindung machen und es war auch ein richtig gutes Gefühl, an der Universität zu sein. Auf der anderen Seite war für diejenigen, die im Ausland festsaßen, nicht immer eine alternative Prüfungsform möglich. Das hat schon für Frust gesorgt, den ich auf jeden Fall nachempfinden kann.

Moiz: Meine Prüfungen wurden online durchgeführt. Allerdings gab es kurzfristig einige Änderungen, die für Verwirrung gesorgt haben. Einige Prüfungen, die eigentlich auf dem Campus stattfinden sollten, wurden nämlich auf das digitale Open-Book-Format umgestellt – wir durften also alle Mitschriften und Vorlesungsfolien verwenden! Klingt erstmal super, hat aber für ziemlich viel Stress gesorgt, weil wir unsere Strategie der Prüfungsvorbereitung im letzten Moment komplett ändern mussten.

Prüfungsformen im digitalen Studium

Die Einschränkungen, die wir gerade erleben, sind ein Anschub, alternative Prüfungsformen einzuführen. So wurden einige Klausuren entweder als mündliche online-Prüfungen oder Hausarbeiten durchgeführt. Aber auch Formate wie Open-Book-Klausuren fanden in einigen Modulen erstmalig statt.

Zudem wurden die strengen Abmeldefristen ausgesetzt und die Studierenden konnten bis zur Ausgabe der Klausur unbürokratisch zurücktreten. Nur ein Nichterscheinen wurde als nicht bestanden gewertet. Auch wurden für das Sommersemester 2020 und das Wintersemester 20/21 nicht bestandene Drittprüfungen nicht gewertet. Das nimmt zumindest etwas den Druck aus dem Studium.

Masha,
Data and Discourse Studies M.A.

Als ich erfahren habe, dass alles komplett digital stattfinden wird, war ich erstmal ein bisschen enttäuscht und auch etwas ängstlich. Enttäuscht, weil das Studium in Deutschland mein großer Traum war und ich natürlich alles erleben wollte, was das Auslandsstudium ausmacht. Das digitale Studium kann das einfach nicht alles bieten.

Portrait TU Darmstadt Ambassador Masha
Bild: Britta Hüning

Studileben trotz Lockdown: Geht das?

Die meisten von euch haben ihr Studium ja gerade erst begonnen. Wie habt ihr den Start an der TU Darmstadt in dieser besonderen Zeit erlebt?

Moiz: Ich war sehr aufgeregt, als ich die virtuelle Campus-Tour gesehen habe und ich freue mich wirklich darauf, bald auf meinem Campus zu sein. Da ich aus Südasien komme, glaube ich, dass die Anpassung an ein neues Land, eine neue Sprache, neue Normen und ein neues Bildungssystem an sich schon eine große Hürde für mich war. Die besonderen Umstände haben die Schwierigkeiten dann noch verstärkt. Es hat etwas gedauert, sich an alles zu gewöhnen. Insgesamt hat das digitale Erlebnis am Ende aber doch Spaß gemacht und ich habe viel gelernt.

Julia: Der Start fiel mir schwer, besonders ganz am Anfang. Die meiste Zeit in Isolation, allein mit den eigenen Gedanken, da ist mir schon manchmal die Decke auf den Kopf gefallen und trotzdem will man ja dieselbe Leistung erbringen. Jeder sagt einem, dass das Studium die tollste Zeit im Leben ist, dass man am Anfang so viele Leute kennenlernt, die einen noch lange prägen. Das ist nun nicht so, wie erwartet, aber ich hoffe einfach, dass ich das noch nachholen kann. Da wir gemerkt haben, dass es vielen so geht, haben wir zum Thema Mental Health einen Blogpost geschrieben.

Masha: Natürlich war auch ich am Anfang besorgt. Vor allem in den ersten Wochen, als ich erstmal verstehen musste, wie überhaupt alles funktioniert: Wie melde ich mich für die Kurse an, wie sind die Zoom-Meetings organisiert und so weiter. Freunde von mir, die auch an der TU Darmstadt studieren, haben mir dabei sehr geholfen und mir alles erklärt. Unser Fachbereich war auch sehr hilfreich. Sie haben geduldig, freundlich und detailliert die tausend Fragen beantwortet, die ich ihnen gestellt habe.

Und wie ist es mittlerweile? Wie habt ihr euch in der neuen Stadt zurechtgefunden und Kontakt zu euren Kommilitoninnen und Kommilitonen aufgebaut?

Julia: Ich vermisse immer noch den persönlichen Kontakt. Bisher habe ich einige gute Bekanntschaften gemacht, aber noch keine richtigen Freunde gefunden. Bei Fragen oder Problemen schreibe ich in eine der Gruppen des Jahrgangs, aber ich tue mich sehr schwer, Kontakte online aufzubauen und auch zu halten.

Aravind: Darmstadt ist wirklich ein schöner Ort. Ich bin vor einem Monat hier angekommen und habe gerade begonnen, die Stadt zu erkunden. Ich habe mich in Darmstadt und auch in die deutsche Küche schon richtig verliebt.

Masha: Darmstadt ist wunderschön. Die Stadt ist von Wäldern umgeben und ich finde es sehr erholsam, in der Natur spazieren zu gehen. Bisher gab es leider für mich noch keine richtige Möglichkeit, meine Kommilitoninnen und Kommilitonen kennenzulernen. Stattdessen haben wir ein paar Zoom-Treffen organisiert, um uns vorzustellen und ein bisschen zu quatschen. Außerdem haben wir eine gemeinsame WhatsApp-Gruppe, was super hilfreich ist. Wir schaffen es trotzdem erstaunlich gut, gemeinsam zu studieren und zusammenzuarbeiten, wenn auch nur online. Natürlich vermisse ich das Gefühl, zur Uni zu gehen und mit den anderen rumzuhängen. Aber ich versuche, das Beste aus dem zu machen, was ich jetzt habe!

Moiz: Ich habe mich im Vorfeld gut informiert, indem ich Infos zum Einleben in der Stadt gelesen habe, die von der Universität und die Hochschulgruppen wie TUtor International und die ISS bereitstellen. Auch hier auf dem Blog gibt es Tipps für Internationale Studierende und Infos zum Leben in Darmstadt. Ich habe auch Kontakt zu den Studierenden aus meinem Heimatland aufgenommen, die hier bereits den gleichen Studiengang wie ich studieren. Sie konnten mir wertvolle Einblicke sowohl in das Studium als auch in das Leben hier geben. Wegen der Onlineveranstaltungen vermisse auch ich den sozialen Kontakt zu anderen Studierenden. Ich würde mir von der Universität interkulturelle Treffen wünschen (im Moment natürlich online), so wie TUtor International sie anbietet. Diese würde ich aber für die neuen Studis desselben Fachbereichs empfehlen. Ich glaube, dass es mehr Spaß macht zu studieren, wenn man sich besser kennt, wenn man eine Beziehung zueinander hat und engere Verbindungen knüpft.

Sooyeong: In Darmstadt gibt es viele schöne Parks, Seen und Wälder und ich habe es sehr genossen, mit meinen Kommiliton*innen dort abzuhängen. Leider konnten wir wegen des Lockdowns nicht so viel Zeit miteinander verbringen. Ich hoffe, dass wir bald wieder ein Bier zusammen im Park trinken können, wenn es die Verordnungen erlauben. Bis das wieder geht, sammeln wir unsere Lieblingsorte in Darmstadt, die noch frei zugänglich sind, in einem Blogbeitrag. So profitieren auch andere davon.

Auch Veranstaltungsformate und internationale Projekte werden digital: INSPIRED

INSPIRED ist ein Veranstaltungsformat, das interdisziplinäres Lehren und Lernen in internationalen Teams, blended learning durch eine E-Learning-Phase zu Beginn und den späteren dreiwöchigen Aufenthalt in Darmstadt mit Teamarbeit vereint. Moment, blended was? Blended learning bzw. integriertes Lernen verbindet die Vorteile von e-Learning und Präsenzveranstaltungen.

Tja, eigentlich war das mal so gedacht… Denn in der aktuellen Lage werden die ausländischen Studierenden aus z.B. Lissabon, Barcelona oder Stockholm leider nicht nach Darmstadt kommen können. Doch die Verantwortlichen haben eine coole Zwischenlösung für die Teilnehmer gefunden: INSPIRED wurde nun ein virtuelles Format und konnte als erstes UNITE!-Projekt also trotzdem stattfinden.

Wollt ihr nun mehr erfahren? Dann lasst euch doch einfach mal bei INSPIRED ganz unverbindlich beraten und erfahrt noch mehr über eure Möglichkeiten. Oder schaut euch ein kleines Video über INSPIRED 2020 an, das euch ein bisschen mehr vermittelt.

Digital Studieren? Warum eigentlich nicht?!

Zum Wintersemester 2020/21 haben sich trotz der Veränderungen 936 internationale Studis an der TU Darmstadt immatrikuliert. Das sind rund ein Drittel mehr als im Wintersemester zuvor! Würdet ihr zukünftigen Studierenden den Start an der TU Darmstadt trotz digitaler Lehre empfehlen und was könnt ihr ihnen mit auf den Weg geben?

Ons: Um ehrlich zu sein, bin ich gerade nicht so 100%ig zufrieden mit meinem Studium. Ich bin super zufrieden mit meiner Wahl, aber ich möchte noch mehr arbeiten und mich verbessern. Es ist gerade schwierig, immer motiviert zu bleiben und alles im Auge zu behalten. Ich rate deshalb allen, einfach ihr Bestes zu geben, um das zu erreichen, was sie anstreben.

Moiz: Meine Stimmung ist gerade bei 4 von 5: Ich liebe die Flexibilität des Online-Studiums, aber langsam nervt es, so viel zu Hause zu sein. Aber ich bin mir sicher, dass dieses Problem gerade alle Studis weltweit haben! Wer ein Studium beginnen möchte, sollte seinen Traum deshalb nicht aufgeben und an der TU Darmstadt loslegen.

Masha: Ehrlich gesagt denke ich, dass das Studium gerade jetzt die bestmögliche Entscheidung war, die ich hätte treffen können. Mein Studium gibt mir sehr konkrete Ziele und hilft mir, diese Zeit zu nutzen und nicht nur abzuwarten, bis die Pandemie vorbei ist. Natürlich wäre ein Studium vor Ort in Bezug auf das soziale Leben besser gewesen, aber ich denke, ein Online-Studium mindert nicht die Qualität der Ausbildung selbst. Es braucht nur etwas Zeit, um sich an das Format zu gewöhnen und in den Rhythmus zu kommen. Ich kann auf jeden Fall sagen, dass ich mit meinem Studium an der TU zufrieden bin und mich jetzt auf ein neues Semester freue!

Moiz: Wenn ihr mit eurem Studium startet, noch ein Tipp: Ich würde allen Erstis wirklich empfehlen, bei den Q&A-Sessions der Vorlesungen und in den Foren auf Moodle sehr aktiv zu sein . Auf diese Weise kommt man mit Kommiliton*innen in Kontakt, die die gleichen Probleme oder Fragen haben. Man kann gemeinsam diskutieren und sich gegenseitig unterstützen. Und man kann einer Hochschulgruppe beitreten, sich in der Fachschaft engagieren oder die Angebote nutzen von TUtor International, vom Interkulturellen Tutor*innen Team oder vom Unisport-Zentrum.

Vielen Dank an euch und viel Erfolg weiterhin bei eurem Studium. Hoffentlich könnt ihr euer Studileben bald richtig auskosten und zu einem „normalen“ Alltag zurückkehren – das wünschen wir uns sicher alle. Allen, die sich noch weiter informieren möchten, können wir unsere FAQ ans Herz legen, dort haben wir bereits viele Fragen zum Studienbeginn beantwortet. Und auch von Seiten der TU gibt es natürlich offizielle Informationen zu den aktuellen Bestimmungen, die euch interessieren könnten. Bleibt gesund!

Portrait Moiz
Bild: Britta Hüning

Moiz

Hey, Mensch! Ich bin Moiz und komme aus Karachi, Pakistan. Ich studiere Materialwissenschaft. Ich hatte schon immer den Traum, im Ausland zu studieren und zu leben, weil ich früher schon sehr viel gereist bin, um weltweit an Scrabble Spielen teilzunehmen. Ich habe mich vor allem für die TU Darmstadt wegen ihres Forschungsprofils und ihrer Rankings entschieden. Also entweder lebt ihr schon euren Traum vom Auslandsstudium oder seid dabei, ihn zu leben, ich hoffe, dass ich euch mit meinen Erfahrungen auf eurer Reise helfen kann.

Portrait TU Darmstadt Ambassador Masha
Bild: Britta Hüning

Masha

Hey! Mein Name ist Masha und ich mache meinen Master in Data and Discourse Studies. Es dauert immer lange, zu erklären, was genau ich studiere. Mein Studiengang ist ein Kaleidoskop von Disziplinen und Methoden, die auf eine seltsame und fruchtbare Weise miteinander verwoben sind. Für mich ist es eine Verschmelzung von Hobby und Beruf: Sprachen, Geschichte, Programmierung und Philosophie! Ich liebe es, wie wir Ansätze mischen und versuchen, dieses voluminöse Bild unserer Welt zu gewinnen.

Portrait TU Darmstadt Ambassador Aravind
Bild: Britta Hüning

Aravind

Hey, ich bin Aravind und ich studiere Logistik und Supply Chain Management an der TU Darmstadt. Warum ich den ganzen Weg aus Indien gekommen bin, um hier zu studieren? Mich hat vor allem der exzellente weltweite Ruf der TU Darmstadt angezogen! Mein Masterstudiengang passt perfekt zu meinen Interessen. Ich bin begeistert, dass ich mich in die laufenden Forschungsprojekte im Bereich Logistik einbringen und auch praktische Erfahrungen sammeln kann.

Portrait TU Darmstadt Ambassador Sooyeong
Bild: Britta Hüning

Sooyeong

Hey, ich bin Sooyeong aus Südkorea und mache meinen Master in Data and Discourse Studies an der TU Darmstadt. Ich bin nach Deutschland gezogen als ein Teil meiner Reise, um in meinen Lieblingsländern zu leben und bin schon seit ein paar Jahren hier. Hier erfahrt ihr, warum ich mich für die TU Darmstadt entschieden habe und wie ich meine Tage in dieser Stadt genieße. Vielleicht lernen wir uns ja bald kennen!

Portrait TU Darmstadt Ambassador Julia
Bild: Britta Hüning

Julia

Hallo, ich bin Julia und studiere Wirtschaftsingenieurwesen Fachrichtung Maschinenbau. Ich gehöre zu den ersten Studierenden, die digital ins Studium gestartet sind. Er war anders als ich ihn mir vorgestellt habe, aber den Umständen entsprechend hat es mir gefallen. Es gab viele Online-Aktionen, um neue Leute kennenzulernen, was sehr gut gelungen ist.

Portrait Ons
Bild: Britta Hüning

Ons

Salut! Mein Name ist Ons und zurzeit studiere ich Mechatronik an der TU Darmstadt. Ich komme aus Tunesien. Ich habe mich für ein Studium an der TU Darmstadt entschieden, weil ich hier Mechatronik studieren kann, was meine Leidenschaft für Mechanik und Elektrotechnik mit meinem Interesse an Informatik vereint.